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Stadt Hannover Immer mehr Adoptierte suchen ihre Eltern
Aus der Region Stadt Hannover Immer mehr Adoptierte suchen ihre Eltern
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08:48 15.02.2017
Von Bärbel Hilbig
Quelle: dpa (Symbolbild)
Hannover

Die Frage nach der eigenen Herkunft stellen sich die meisten adoptierten Kinder früher oder später mit Dringlichkeit. Die Zahl der Anfragen bei der Adoptionsvermittlungsstelle der Region ist seit einigen Jahren stark gestiegen. Im vergangenen Jahr haben sich 24 Menschen neu Rat suchend an die Mitarbeiter der Vermittlungsstelle gewandt. 2012 gab es dagegen zehn Neuanfragen, in den beiden Jahren davor jeweils nur zwei.

Manchmal liegt die Adoption mehr als 30 Jahre zurück, wenn der Wunsch, mehr über die leiblichen Eltern zu erfahren, sie womöglich sogar zu treffen, größer wird als die Angst vor einer Enttäuschung. „Unsere Suche nach den Eltern und die Begleitung der Menschen kann über Jahre andauern“, berichtete Christina Gerber am Dienstag im Jugendhilfeausschuss der Region. Die Mitarbeiter, die mit Ausnahme der Stadt Hannover für das gesamte Regionsgebiet zuständig sind, helfen bei der Recherche nach der Ursprungsfamilie, bereiten in Gesprächen auf ein mögliches Treffen vor und unterstützen auch bei und nach einer Begegnung.

Adoption ist kein Tabuthema mehr, betont Claudia Weigel, Leiterin des Teams Pflegekinder, Adoption und Eingliederungshilfe. Das könne eine Erklärung dafür sein, warum sich verstärkt Menschen auf die Suche nach ihrer Herkunft machen. Fachleute betonten zunehmend die Bedeutung der Herkunft für die Persönlichkeitsbildung, sagt Weigel. „Mit anderen Worten: Je mehr ich über mich weiß, desto besser gelingt es, eine stabile Persönlichkeit zu entwickeln.“

Manchmal melden sich auch Jugendliche oder Erwachsene, die eines Tages erfahren, dass ihre Eltern ein Geschwisterkind zur Adoption weggegeben haben. Die Mitarbeiter der Adoptionsstelle können nur dann Kontakte vermitteln, wenn die Betroffenen einverstanden sind. Und manchmal raten sie vor einem schnellen Treffen ab. „Adoptivkinder und ihre leiblichen Eltern leben nicht selten in unterschiedlichen Welten“, sagt Torsten Herrmann.

„Wir raten Adoptiveltern heutzutage, mit ihren Kindern schon ganz früh darüber zu sprechen, wie diese zu ihnen gekommen sind“, berichtet Christina Gerber. Wenn die Adoption von Anfang an kein Geheimnis ist, stelle sich später nicht mehr die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt für ein Gespräch. Auch ein Kontakt zu den leiblichen Eltern, vielleicht auch nur per Brief, ist dann früher möglich. „Adoptiveltern haben aber oft Angst, dass sich das Verhältnis zu den Kindern verändert“, berichtet Torsten Herrmann.

Tatsächlich ist die Zahl der Inlandsadoptionen, bei denen ein Kind in eine fremde Familie aufgenommen wird, im Bereich der Adoptionsvermittlungsstelle inzwischen aber denkbar gering. Seit mehreren Jahren kommt es nur noch zu einer Adoption pro Jahr, bei der keine familiären Kontakte zugrunde liegen. Häufiger nehmen Männer oder Frauen das Kind ihres Ehe- oder Lebenspartners als eigenes an.

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