Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Stadt Hannover Ärmere Stadtteile tendenziell schlechter mit Krippen versorgt
Aus der Region Stadt Hannover Ärmere Stadtteile tendenziell schlechter mit Krippen versorgt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:40 14.06.2018
Versorgung von 1- und 2-jährigen Kindernmit Betreuungsplätzen nach Stadtbezirken Quelle: Llorens Garcia, Amparo
Hannover

Ausgerechnet zwei der ärmsten Stadtbezirke Hannovers – Ricklingen und Ahlem-Badenstedt-Davenstedt – sind weiterhin am Schlechtesten mit Krippenplätzen versorgt. Das geht aus dem neuesten Kindertagesstättenbericht hervor, den die Stadt am Montag im Jugendhilfeausschuss vorgestellt hat. Der Unterschied zu besser versorgten Stadtbezirken ist dabei zum Teil extrem. Während die Betreuungsquote in Ricklingen (38,7 Prozent) und Ahlem-Badenstedt-Davenstedt (35 Prozent) immer noch unter 40 Prozent liegt, erreicht sie in den am besten versorgten Stadtbezirken Vahrenwald/List (66,9 Prozent) und Nord (70,1) bis zu 70 Prozent.

Betreuungsquote im Kitabereich geht zurück

Neu ist laut dem Kindertagesstättenbericht 2018 auch, dass Hannovers Eltern möglicherweise auch im Kindergartenbereich künftig wieder vermehrt um einen Platz für ihr Kind bangen müssen. Die Betreuungsquote der Kindergartenkinder liegt stadtweit derzeit noch bei eindrucksvollen 100,7 Prozent (2916: 101,2 Prozent). Auch hier gibt es Ausreißer in Armutsbezirken: Wiederum in Ricklingen (79,8Prozent) und Ahlem-Badenstedt-Davenstedt (79,5 Prozent) ist die Versorgung auch bei den Drei- bis Sechsjährigen besonders schlecht. Auf dem drittletzten Platz befindet sich im Kindergartenbereich nicht der Stadtbezirk Kirchrode/Bemerode/Wülferode (93,9 Prozent), sondern Misburg/Anderten mit (83,5 Prozent).

Verschärfend kommt aber hinzu, dass die Verwaltung damit rechnet, dass es in der Altersgruppe der 3- bis 5-Jährigen im Oktober 2018 stadtweit einen Bevölkerungszuwachs von bis zu 468 Kindern (3,3 Prozent) gibt. Obwohl sie im Jahr 2018 383 neue Kindergartenplätze schafft, rechnet die Stadt damit, dass die Betreuungsquote in Hannover wieder auf unter 100 Prozent sinkt. Einen Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz gibt es in Deutschland seit 1996.jr

Abhilfe ist allerdings noch in diesem Jahr geplant. In der neugebauten Kita Bergfeldstraße (99 Plätze) und in einem Modulbau in der Beckstraße (118 Plätze) entstehen voraussichtlich noch 2018 insgesamt 217 neue Kindergartenplätze. In Ahlem errichtet die Stadt im Sommer übergangsweise eine Vier-Gruppen-Kita als Containeranlage in der Kita Ahlem mit 100 Kindergartenplätzen. Mittelfristig soll der Platzbedarf in der zusätzlichen Kindertagesstätte „In der Steinbreite“ in Davenstedt gedeckt werden.

Das ist umso nötiger, weil die Betreuungsquote in den beiden armen Stadtbezirken trotz des dramatischen Mangels bislang deutlich geringer als in anderen Stadtbezirken steigt. In Ricklingen und in Ahlem-Badenstedt-Davenstedt ist sie gegenüber 2017 jeweils nur um 1,4 Prozentpunkte, gewachsen. Andere Stadtbezirke wie Mitte (64,9 Prozent gegenüber 60 Prozent im Jahr 2017) oder Bothfeld/Vahrenheide (50,2 Prozent gegenüber 44,3 Prozent 2016) verzeichnen Zuwächse um bis zu 6 Prozentpunkte.

Wie sich die neuen Kindergartenplätze in den beiden armen Stadtbezirken auf die Betreuungsquote auswirken, wollte Lars Pohl, jugendpolitischer Sprecher der CDU, im Jugendhilfeausschuss wissen. Das hänge damit zusammen, wie sich die Anzahl der Kinder in dem Bezirk entwickle, sagte Petra Klinschpahn-Beil vom Fachbereich Jugend und Familie. Eine Antwort sei frühestens mit dem nächsten Kita-Halbjahresbericht möglich. Eine ähnlich niedrige Versorgung im Krippenbereich wie in Ricklingen und Ahlem/Badenstedt/Davenstedt – zwischen 30 und 40 Prozent – gibt es stadtweit nur in Kirchrode-Bemerode-Wülferode. Dort leben viele gut situierte Familien, die Nachfrage ist lange nicht so groß.

Neue Engpässe gibt es zudem auch andernorts: Weil sich gerade hier viele junge Familien ballen, gibt es in zwei Stadtbezirken - in Südstadt/Bult und Döhren/Wülfel – eine verschärfte Krippenplatznot: Hier ist die Betreuungsquote nicht wie sonst überall in der Stadt gestiegen, sondern um 2,5 beziehungsweise 4,2 Prozentpunkte gesunken. Sie liegt jetzt bei 69,8 Prozent (Südstadt/Bult) beziehungsweise 68,9 Prozent (Döhren/Wülfel).

Auch insgesamt wird der Krippenplatzmangel die Stadt in Zukunft noch stark beschäftigen. Zwar ist es der Verwaltung gelungen, die Zahl der betreuten Kinder in diesem Bereich von 34,2 im Jahr 2008 auf 56,5 Prozent im Jahr 2017 zu steigern. Statt 13754 Kindern (2008) werden 2017 15864 Kinder in der Krippe betreut. Gleichzeitig wächst die Zahl der Eltern, die ihr ein- bis zweijähriges Kind in die Krippe geben wollen und einen Rechtsanspruch darauf haben, stark: Die Stadt rechnet laut Kitabericht damit, dass sie die Versorgungsquote mit Krippenplätzen in naher Zukunft auf 65 Prozent steigern muss, um den Bedarf zu decken.

Von Jutta Rinas

Nach der Ablehnung kommt jetzt die Zustimmung. Das Land hat jetzt offenbar doch keine Schwierigkeiten mit einem Neubau des Krankenhauses in Großburgwedel und einer Sanierung der Klinik in Lehrte.

14.06.2018

Kulturdezernent Harald Härke bleibt womöglich eine Woche länger im Amt. Die CDU will den Beschluss über die Suspendierung verschieben, sollte die Verwaltungsunterlage nicht rechtzeitig vorliegen.

14.06.2018

Bis zu acht Brennpunktschulen aus Hannover sollen in ein besonderes Förderkonzept von Stadt und Land aufgenommen werden. Start soll nach den Sommerferien sein.

14.06.2018