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17:03 20.06.2018
Christine Baumgart verlässt die Grundschule am Sandberge. Quelle: Tim Schaarschmidt
Hannover

Geht nicht? Gibt’s nicht. Christine Baumgart packt an. Wenn sie etwas für ihre Grundschule Am Sandberge erreichen will, dann schafft sie das, auch ohne Hilfe der Behörden. Sie kann das, was man neudeutsch netzwerken nennt. Als sie 1992 Leiterin der Grundschule am Sandberge in Bemerode wird, gründet sie als erstes einen Förderverein. Es ist der erste Förderverein einer Schule überhaupt. Mit den ersten 300 Mark, die über den Förderverein kamen, kaufte sie Musikinstrumente und Sportgeräte für die Schule. Erst dafür kritisch beäugt, darf sie ein halbes Jahr vor anderen Schulleitern schon für den Sinn von Fördervereinen werben.

Ersten Förderverein einer Schule gegründet

Ihren Kampfgeist hat Christina Baumgart in der DDR gelernt. In der Enge des kommunistischen Regimes konnte sie nicht leben, seit 1973 lebt sie im Westen. Mit 26 Jahren in der Schulleitung dürfte sie die dienstälteste Rektorin In Hannover sein. Im Schuldienst ist sie sogar schon seit 41 Jahren. Für ihre Schule, die derzeit fünfzügig ist und Anfang der 1990er Jahre, als viele Aussiedler nach Hannover kamen, sogar auf bis zu sechs Klassen pro Jahrgang angewachsen war, hat Baumgart viele Projekte auf den Weg gebracht. Vom Leseturm, den der damalige Kultusminister Rolf Wernstedt (SPD) 1993 feierlich in Betrieb genommen hat, über Kooperationen mit Mentor (20 Lesehelfer sind an der Schule tätig), dem Diakonischen Werk, das 30 ehrenamtliche Hausaufgabenhelfer stellt, dem TÜV Nord, dem Landessportbund, der Tischtennis und Eishockey anbietet, bis hin zu einer PC-Werkstatt.

Mit Eltern hat sie Klassenräume gestrichen, in Eigeninitiative eine Feuertreppe bauen lassen, von einer Firma den Festplatz auf dem Schulhof herrichten lassen. Seit 2010 ist die Schule Deutsche Schachschule und hat ein Schachturnier mit Schülern aus ganz Europa ausgerichtet. Auf den idyllischen Schulgarten, den die pädagogischen Mitarbeiterinnen Ewa Tajchman und Renske Jäpel betreuen, oder die liebevoll eingerichtete Schulbücherei unter Federführung von Svetlana Klencz ist Christine Baumgart besonder stolz „Ich bin von Natur aus positiv, das gibt mir viel Kraft“, sagt die Schulleiterin.

Ohne Engagement geht es nicht

Obwohl die Grundschule jahrzehntelang ihr Leben war, kann sie auch loslassen: „Alles im Leben hat seine Zeit.“ Das heißt aber nicht, dass Baumgart, die keinen Partner hat, im Ruhestand jetzt langweilig wird. Sie will erst verreisen, nach England und in die Berge, und sich ab Oktober auf der Frühchenstation des Kinderkrankenhauses auf der Bult ehrenamtlich engagieren. Ohne Aufgaben kann man sich diese zupackende, unternehmenslustige Frau auch gar nicht vorstellen.

Von Saskia Döhner

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