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Stadt Hannover „Inklusion bleibt im dreigliedrigen System stecken“
Aus der Region Stadt Hannover „Inklusion bleibt im dreigliedrigen System stecken“
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17:21 20.06.2018
An seinem Lieblingsplatz vor dem Klettergerüst: Lothar Beer, Leiter der Grundschule Mühlenweg in Misburg. Quelle: Tim Schaarschmidt
Hannover

Lothar Beer ist ein Anhänger der freieren Pädagogik. Zehn Jahre hat er an der Glockseeschule gearbeitet, davon sechs in der kollegialen Schulleitung als Konrektor. Auch an der Grundschule Mühlenweg, die er seit 2001 leitet, war das eigenverantwortliche Lernen für die Schüler, die enge Zusammenarbeit mit Lehrern und Eltern ihm immer besonders wichtig. Beim Wochenausklang gibt es einmal pro Woche eine Aufführung von Klassen. „Jeder steht mal auf der Bühne.“ Solche Auftritte schulten fürs Leben.

Er stammt aus dem Landkreis Nienburg, hat erst die Realschule in Stolzenau besucht und dann an der Niedersächsischen Heimschule, eine staatliches Gymnasium extra für Kinder aus strukturschwachen Gegenden, sein Abitur gemacht. Nach dem Studium in Hannover hangelte er sich erst acht Jahre mit Verträgen als Feuerwehrlehrkraft, die einspringt für Krankheitsfälle, durch, war unter anderem an der früheren Orientierungsstufe Birkenstraße. 1989 kam dann die Festanstellung an der Glockseeschule.

„Ganz normale städtische Grundschule“

Als er 2001 an die Misburger Grundschule als Schulleiter gekommen sei, habe er ein sehr engagiertes Kollegium angetroffen, berichtet Beer. Die Grundschule Mühlenweg sei eine ganz normale städtische Grundschule mit einer guten sozialen Durchmischung. Gut 400 Kinder besuchen die Schule, die in zwei Jahrgängen sogar fünf Klassen pro Jahrgang hat, sonst vier. Als Comeniusschule hat sie sogar Partnerschulen in Spanien, Schweden und der Türkei. Auf die Gestaltung des Schulhofes mit Bolzplatz, Kletterwand und Klettergerüst ist Beer besonders stolz. Und auf sein gutes Team, „das sich sehr um die Kinder bemüht“.

„Sechs Jahre statt vier wären besser“

Seine schulpolitischen Überzeugungen hat er auch: Vom Modell der offenen Ganztagsschule hält er nicht viel. Das sei eine Halbtagsschule mit Nachmittagsbetreuung, aber kein echter rhythmisierter Ganztag. Obwohl umliegende Schulen Ganztagsschulen seien, würden die Anmeldezahlen nicht abnehmen. Es gebe noch mehrere Horte im Stadtteil. Inklusion, die er „für eine wichtige Sache“ hält, kann seiner Meinung nur ohne das dreigliedrige Schulsystem gelingen: „Sonst bleibt sie stecken.“ Die Aufteilung der Kinder nach Klasse 4 in Haupt- und Realschüler und Gymnasiasten hält er ohnehin für verfrüht: „Da ist für kein Kind die Lernentwicklung klar.“ Viel besser sei das Modell der sechsjährigen Grundschule, findet er.

Bürokratische Mühlen sind anstrengend

Die Bürokratie sei manchmal nervenaufreibend, sagt Beer. Fünf Jahre habe es gedauert, bis das Klettergerüst aufgestellt worden sei. Eigentlich sollte es zum 40-jährigen Schuljubiläum in Betrieb genommen werden. Aber irgendwie seien seine Briefe und Anrufe bei der Stadt untergegangen. „Das ist schon manchmal anstrengend“, meint Beer.

Als Pensionär will er lange Spaziergänge mit seinem Labrador machen, fotografieren, Rad fahren. Im September, bewusst nicht in den Ferien, will er mit dem Wohnmobil durch Italien fahren. Der Vater einer 34-jährigen Tochter und Großvater eines zweijährigen Enkels lebt in der List.

Von Saskia Döhner

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