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Stadt Hannover Werden Sie Peta wegen Rufmords verklagen, Herr Casdorff?
Aus der Region Stadt Hannover Werden Sie Peta wegen Rufmords verklagen, Herr Casdorff?
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00:15 26.08.2017
Von Bernd Haase
Andreas M. Casdorff, Geschäftsführer des Zoo Hannover. Quelle: dpa

Herr Casdorff, wie ist ihre Gemütslage?

Ich bin froh, dass wir uns jetzt zu den Tierquälereivorwürfen äußern und vieles richtigstellen können. Die vergangenen Wochen seit April waren für das ganze Team nicht einfach. Im Zoo sind Beleidigungen und Drohungen aus allen Ecken der Welt eingegangen.

Wird jetzt Ruhe einkehren?

Nein. Peta ist nicht an Lösungen interessiert, sondern will blind zerstören. Die Kampagne ist medienwirksam inszeniert, unbegründet und falsch.

Aber das Video, das die Tierrechtler heimlich in der Elefantenanlage gedreht und als Dreh- und Angelpunkt der Kampagne ins Internet gestellt haben, sah heftig aus ...

Wir kennen mittlerweile die gesamten fünf Stunden Filmmaterial. Peta hat es zu 14 Minuten verdichtet und daraus ein zweiminütiges Video gemacht, das auch noch mit Standbildern aus früheren Zeiten ergänzt wurde. Wir haben das unter anderem von der Medienwissenschaftlerin Annika Schacht von der Hochschule Hannover untersuchen lassen.

Mit welchem Ergebnis?

Es handelt sich um eine bewusste Manipulation. Durch verzerrte Informationsdarstellung, skandalisierende Sprache, die Schnitttechnik und andere Dinge war dem Betrachter eine unvoreingenommene Meinung gar nicht möglich, steht in ihrem Gutachten.

Wäre es dann nicht an der Zeit, dass der Zoo gegen Peta vorgeht - beispielsweise mit einer Anzeige wegen Rufmords oder zumindest mit einer Unterlassungsverfügung?

In diese Falle werden wir nicht gehen.

Das müssen sie erläutern.

Peta würde ein solches Verfahren nutzen, um mit allen juristischen Spitzfindigkeiten zu behaupten, dass die Kampagne von der Meinungsfreiheit gedeckt ist. Das Verfahren würde in die Länge gezogen und medial mit den bekannten Methoden ausgeschlachtet. Wir haben Wichtigeres zu tun, nämlich uns um unsere Tiere zu kümmern.

Apropos Tiere: Wie geht es den Elefanten?

Bei ihnen wurde im Zuge der umfangreichen Untersuchungen weder Verletzungen noch Verstörungen festgestellt. Auch meiden sie die Pfleger nicht, was sie ja tun müssten, wenn sie gequält würden. Im Gegenteil, die Gutachter haben ein intensives Vertrauensverhältnis zwischen den Tieren und den Pflegern bescheinigt.

Alles bestens also?

Wir werden bekanntlich den Elefantenbereich von 2018 an so umbauen, dass die Pfleger nicht mehr in direktem Kontakt mit den Tieren treten und den Elefantenhaken benutzen müssen, den Peta ja zum Aufhänger der Kampagne gemacht hat. Außerdem werden wir dann einen Teamleiter holen, der schon Erfahrung mit dieser Haltemethode hat.

Gibt es keine Sofortmaßnahmen?

Doch, in Details. In den vergangenen Monaten haben wir alle unsere Aktivitäten eingehend durchleuchtet und hinterfragt. Ein Ergebnis ist, dass wir mit den Tieren bestimmte Übungen nicht mehr durchführen, bei denen nicht klar erkennbar ist, dass sie entweder der Tierpflege, der Tiermedizin oder der sinnvollen Beschäftigung der Elefanten dienen. Der sogenannte Hasensitz, eine Art Männchen machen, ist so ein Beispiel.

Hat die Peta-Kampagne dem Zoo bei den Besucherzahlen geschadet?

Wir haben zurzeit noch leichte Rückgänge gegenüber dem Vorjahr. Das liegt aber am Regen. Ich vertraue einfach darauf, dass wir hier im Lande Menschen haben, die bei solchen Aktivitäten wie denen von Peta genauer hinschauen und sie entsprechend bewerten.

Interview: Bernd Haase

Ermittlungsverfahren eingestellt

Die Staatsanwaltschaft Hannover hat das Ermittlungsverfahren gegen den Zoo wegen der mutmaßlichen Misshandlung von Elefanten eingestellt. Die Tierrechtsorganisation Peta hatte den Zoo im April angezeigt und den Einsatz sogenannter Elefantenhaken gegen die Tiere kritisiert.

Veraltete Technik und Datenschutz-Bedenken: Die Bahn entfernt auf den S-Bahnhöfen die Knöpfe für den Notfall und stellt die Videoüberwachung ein. Wenn die Geräte zuletzt noch benutzt worden seien, habe es sich um Fehlnutzungen, Testanrufe oder Informationsanfragen gehandelt. 

Bernd Haase 23.08.2017

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