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Stadt Hannover Tag der Abrechnung
Aus der Region Stadt Hannover Tag der Abrechnung
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21:01 01.12.2014
Quelle: Illustration: Stefan Hoch

Fährt mit dem Bulli von Festival zu Festival und wird überzeugte 
 Wahlberlinerin“ – so prognostizierten meine Mitschüler meine Zukunft in unserem Abi-Buch. Ich schlage das Buch wieder zu und stelle es zurück ins Regal. Mein Abitur ist nun gut vier Jahre her. Damals war ich frisch getrennt und wusste nur: Ich will nach Berlin und mein Single-Dasein genießen. Wie mein Leben sonst aussehen soll, war erst mal egal. Das ist typisch für die „Generation Maybe“, zu der ich wohl auch gehöre: Wir wollen einen Job machen, der uns erfüllt – aber uns nicht festlegen. Nur einige Mitschüler waren anders. Sie wollten Arzt oder Anwalt werden – um genau wie ihre Eltern möglichst viel Geld zu verdienen. Ich dagegen wollte vielleicht in die Werbung, vielleicht zur Zeitung, vielleicht zum Radio.

Im März habe ich deshalb meinen Bachelor in Medienwissenschaften abgeschlossen – nicht in Berlin, sondern in der 100 000-Einwohner-Stadt Erlangen. In Berlin wurde ich nicht genommen. Aus der Idee des wilden Single-Lebens in Berlin wurde also vorerst ein zufriedenes Pärchen-Leben in Hannover. Mein Geld verdiene ich als freie Journalistin. Während sich meine ehemaligen Mitschüler mit dem Medizinstudium quälen, bin ich mit meinem Job sehr zufrieden. Aber wer weiß: Vielleicht probiere ich mich doch einmal beim Radio aus. Oder ziehe nach Berlin. Vielleicht nehme ich mir aber auch mal eine Auszeit – und fahre mit meinem neuen Freund im Bulli von Festival zu Festival.

Maike Brülls

Keine roten Zahlen

Seit ich denken kann, spare ich. Mal für einen Laptop, später für das Studium, und jetzt für schlechte Zeiten. Wie die aussehen könnten, weiß ich auch nicht wirklich – trotzdem lege ich jeden Monat etwas Geld beiseite. Da nervt es umso mehr, wenn mich mal wieder ein Mahnbrief erreicht: Ich habe vergessen, das Streaming-Abo nach dem kostenfreien Probemonat zu kündigen. Das passt zu mir, ist aber trotzdem ärgerlich. Deshalb habe ich mir vor einem halben Jahr vorgenommen, mich zu bessern und jeweils 170 Euro auf die Seite zu legen. Es hat funktioniert: Am Ende des Monats kann ich mit einem zufriedenen Lächeln meine Kosten auflisten. Meine Freunde halten den Sparzwang für übertrieben – mich hingegen beruhigt es einfach, genug Geld zu besitzen. Und so kann ich mir mehr als einen Urlaub im Jahr leisten, oder einen neuen Herd oder Fernseher zulegen, sollte etwas kaputt gehen. Ganz ohne bei Mama betteln zu müssen.

  • Einkommen: 663 Euro
  • Miete (warm): 345 Euro
  • Lebensmittel: 40 Euro
  • Sonderausgaben im November:
  • Druckerpatronen: 14 Euro
  • Eintrittskarte für Silvesterparty: 
16 Euro
  • Klamotten: 18 Euro
  • Kino: 8 Euro
  • Für’s Konto: 170 Euro

Sarah Seitz

Befreit von bauchfrei

Zu eng und dazu noch bauchfrei – ich ziehe das T-Shirt wieder aus und lege es auf den Kleiderstapel, den ich meiner kleinen Cousine vererbe. Zweimal im Jahr mache ich Inventur in meinem Kleiderschrank. Dann ersetzen Winterklamotten meine Tops und Shorts – oder andersherum. Beim Umräumen probiere ich fast alles nochmal an und sortiere aus. Das dauert oft Stunden. An jedem Teil hängen Erinnerungen und es fällt mir oft schwer, sie wegzugeben. Schließlich könnte es ja sein, dass ich das Top bald doch wieder anziehen möchte. Manche Sachen gebe ich auch gar nicht her: Ein selbst genähtes Shirt vom Abi-Umzug liegt seit Jahren unberührt in meinem Schrank. Es ist vollgeschmiert mit Farbe. Deshalb werde ich es wohl nie wieder anziehen – außer vielleicht zum Streichen. Trotzdem erinnert es mich an einen tollen Tag. Und so schwer es mir auch fällt, auszumisten – das befreite Gefühl danach ist kaum zu übertreffen.

  • Klamotten insgesamt: 70-80
  • Regelmäßig getragen: ca. 30
  • Modesünden: 3
  • 2014 gekauft: 20
  • 2014 an kleine Cousine vererbt:20–25
  • Wiederverwertung durch Cousine: 
70 Prozent

Kira von der Brelie

Kein Foto? Kein Beweis!

Ohne meine Kamera fahre ich nicht in den Urlaub. Ich fotografiere einfach gerne – das ist wohl auch der Grund für die 17 300 Bilder auf meiner Festplatte. Museen in Griechenland, haufenweise Landschaftsfotos aus Italien, und sogar Bilder meiner ersten Klassenfahrt nach Bad Bentheim schlummern noch auf meinem Rechner. Die verwackelten Fotos der Nachtwanderung beeindrucken mich jetzt aber nur noch bedingt. Das Löschen kann also beginnen. Ex-Freundinnen verschwinden so für immer aus meinem Leben. Das Ausmisten hält aber auch Überraschungen bereit: Auf einem der vielen Bilder entdecke ich meinen Kumpel Ivo, der mit einem Campingkocher vor seinem roten Zelt in Island sitzt. Das Bild lösche ich nicht, dafür war die Reise viel zu gut. Ein anderes „Beweisstück“ vernichte ich hingegen sofort: Ich als 15-Jähriger – mit hellblonden Strähnchen. Was mir heute sehr peinlich ist, war damals noch in.

  • Fotos gesamt (digtal): ca. 17 300 – 
das entspricht 62 Gigabyte.
  • Davon ausgedruckt: ca. 150
  • Öde Landschaftsfotos: ca. 2300
  • Peinliche Schnappschüsse: ca. 1400
  • Doppelte Fotos: ca. 1400
  • Selfiedichte: 10 Prozent
  • Erste eigene Kamera: 2002, mit 15 Jahren.

Jan Petri

Freunde für immer?

Unter meinen 243 Facebook-Freunden tummelt sich fast mein gesamter Abi-Jahrgang. Mit der Hälfte von denen habe ich nichts mehr zu tun. Zum nächsten Klassentreffen möchte ich aber auch eingeladen werden. Da könnte ich eher den dicken Kanadier Dave löschen. Auf meinem Kurztrip vor zwei Jahren haben wir uns kurz in einem Bed & Breakfast unterhalten. Jetzt kommentiert er meine Profilbilder mit „Love that smile“. Aber vielleicht brauche ich irgendwann eine Übernachtungsmöglichkeit in Montreal. Beim Durchscrollen meiner Freundesliste treffe ich auch auf Linda. Sie war in der Grundschule meine beste Freundin und sollte das für immer bleiben. Mittlerweile weiß ich nur noch durch Facebook, dass sie als Stewardess durch die Welt reist. 27 Mal entscheide ich mich schließlich mit schlechtem Gewissen dazu, die Facebook-Freundschaft zu kündigen – gar nicht so einfach, aber es tut gut: Ein paar nervige Posts weniger.

  • Facebookfreunde gesamt: 243
  • Davon echte Freunde: 29 (12 Prozent)
  • Aus der Familie: 4
  • Gelegentlicher Kontakt: 43
  • Könnte ich eigentlich löschen: 130
  • Auf Reisen kennengelernt: 17
  • Noch nie gesehen: 3
  • Noch nie gechattet: 11

Hannah Scheiwe

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