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Stadt Hannover Jazz-Club übergibt seine "Schätze" ans Stadtarchiv
Aus der Region Stadt Hannover Jazz-Club übergibt seine "Schätze" ans Stadtarchiv
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20:42 07.12.2016
Von Simon Benne
Der Jazz-Club übergibt sein frisch aufgearbeitetes Archiv dem Stadtarchiv Hannover. Von links: Dr. Cornelia Regin (Leiterin des Stadtarchivs), Thomas Hermann (Vorsitzender des Jazz-Clubs), Uwe Thedsen (Manager des Jazz-Clubs). Quelle: Rainer Droese
Hannover

Wenn zwei Welten aufeinanderprallen, kann das durchaus auch gut ausgehen. Im Jahr 1971 verschlug es den damals schon legendären Jazzmusiker Lionel Hampton ins Wirtshaus von Max Walloschke. Und weil ein Mittagessen ja auch eine Inspirationsquelle sein kann, komponierte Hampton prompt einen „Eisbein-Boogie“. Ein paar Noten daraus malte er bei seinem Eintrag später auch ins Goldene Buch der Stadt, mit Widmung für den damaligen Oberbürgermeister Herbert Schmalstieg.

Dass Lionel Hampton überhaupt nach Hannover gekommen war, verdankte sich einem Jubiläum: Damals wurde der 1966 gegründete Jazz-Club fünf Jahre alt. In diesem Jahr feiert der Club, der rund 90 Mitglieder zählt, sein 50-jähriges Bestehen mit zahlreichen Veranstaltungen. Zum Jubiläum hat er außerdem sein Archiv von der Historikerin Vanessa Erstmann aufarbeiten lassen. „In den Schränken kamen Hunderte von Aktenordnern zum Vorschein“, sagt die Forscherin, die derzeit auch über das Image Hannovers promoviert.

In monatelanger Arbeit hat sie zwischen Künstlergarderobe und Probenraum die Dokumente gesichtet und sortiert. Jetzt haben der Jazz-Club-Vorsitzende Thomas Hermann und Club-Manager Uwe Thedsen etwa 120 Ordner als Leihgabe dem Stadtarchiv übergeben. „Das ist der richtige Ort, um unser Archiv dauerhaft zu verwahren und zugänglich zu machen“, sagt Hermann.

Unter den Dokumenten sind frühe Protokolle von Mitgliederversammlungen, Verträge mit internationalen Jazzgrößen, Fotos, Zeitungsartikel und Plakate für Events wie das „Swinging Hannover“. „Diese Akten sind für uns ein echtes Highlight“, sagt Archivleiterin Cornelia Regin.

Zu dem Fundus gehören auch Briefe des Stadtimagepflegers Mike Gehrke, der den Jazz als Vehikel nutzte, um Hannovers Ruf und Selbstverständnis zu optimieren. So zeigte Gehrke persönlich Lionel Hampton bei einem Besuch auch die Nanas: „Hampton fand sie toll“, sagt Erstmann. Die Historikerin hat zum Jubiläum auch das reich illustrierte Buch „50 Jahre Jazz Club Hannover“ verfasst, das es für 30 Euro exklusiv im Jazz-Club gibt.

Urkunde mit echten Bierflecken

Führungen durchs Archiv

Am Mittwoch, 14. Dezember, 15 Uhr, geht es bei einer Führung im Stadtarchiv, Am Bokemahle 14, auch um die Dokumente des Jazz-Clubs. Um Anmeldung unter der Telefonnummer (05 11) 16 84 21 73 wird gebeten.

Auch das Kondolenzbuch für den 2004 verstorbenen Mike Gehrke gehört zum Archivgut - ebenso wie jene Urkunde, die den Jazz-Club 1979 symbolisch zum Ehrenbürger von New Orleans ernannte. „Das wurde von Hannovers Jazzszene als Ritterschlag empfunden“, sagt Erstmann. Vor der Übernahme durch das Stadtarchiv wurde das Papier der Urkunde ausgebessert. Die authentischen Bierflecken entfernten die Restauratoren nicht. Um der historischen Wahrhaftigkeit willen.

„Die Geschichte des Jazz-Clubs ist eine Erfolgsgeschichte“, sagt Erstmann. Zu Deutschlands Jazzhochburg sei die heutige Unesco-City of Music Hannover jedoch schon früher geworden: „Im April 1924 spielte Alex Hyde im Tivoli nahe der Königstraße als erster amerikanischer Jazzimport in Deutschland“, sagt sie. Später kamen viele Musiker zu Aufnahmen bei der Deutschen Grammophon nach Hannover - und knüpften Kontakte zur hiesigen Szene. In den Fünfzigern gaben dann Louis Armstrong und Benny Goodman umjubelte Konzerte in der Stadt. Und der Jazz-Club wurde zu einem der renommiertesten Clubs seiner Art in Europa.

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