Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Stadt Hannover Gymnasiallehrer
 bald an Grundschulen?
Aus der Region Stadt Hannover Gymnasiallehrer
 bald an Grundschulen?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:47 28.01.2017
Von Saskia Döhner
Bald könnten Gymnasiallehrer an Grundschulen unterrichten. Quelle: dpa/Symbolbild
Hannover

Weil an den Grundschulen Pädagogen fehlen, versucht das Land jetzt, Gymnasiallehrer zum Wechsel auf Zeit zu bewegen. Die Schulen, die zum neuen Halbjahr einen Lehrer an eine Grundschule abordnen, erhalten dafür eine Ersatzstelle, die sie neu besetzen können. Die Pädagogen, die an Grundschulen unterrichten, werden aber weiterhin so wie Gymnasiallehrer bezahlt.

17-Punkte-Plan gegen Lehrernot

Die Maßnahme ist Teil des 17-Punkte-Programms, mit dem Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) mehr Lehrkräfte gewinnen will. Dazu gehört auch, mehr Quereinsteiger einzusetzen oder pensionierte Lehrer für Vertretungsunterricht zu reaktivieren. Der Lehrermarkt ist leer gefegt. Wenn es überhaupt noch Bewerber gibt, dann sind das meistens Gymnasiallehrer. Bei Studenten ist dieses Lehramt attraktiver, weil Lehrer an Gymnasien besser bezahlt werden und eine geringere Pflichtstundenzahl haben. Hier müssen Pädagogen 23,5 Stunden in der Woche unterrichten, Grundschullehrer hingegen 28 Stunden.

Dass Pädagogen von Gymnasien zu Gesamtschulen wechseln, ist zwar umstritten, aber weitaus häufiger. Dass Gymnasiallehrer jetzt auch Erstklässler oder Hauptschüler unterrichten sollen, halten Elternvertreter für unsinnig. „Wie kann ein Deutschlehrer, der mit Abiturienten ,Emilia Galotti’ diskutiert, der Richtige sein, um Sechsjährigen das Lesen beizubringen?“, fragt Hartwig Jeschke, Landesvorsitzender des Verbandes der Elternräte der Gymnasien. Auch Petra Wiedenroth, Geschäftsführerin des Elternverbandes, ist skeptisch: „Damit ist niemandem geholfen, den Grundschülern nicht, die zu ihren Lehrern eine sehr enge Bindung haben, den Gymnasiallehrern nicht, die für diese Aufgabe gar nicht ausgebildet sind, und den Kollegen an den Grundschulen auch nicht.“

„Hausgemachtes Problem“

Bis Mitte Januar waren von den 1300 Stellen, die das Land zum Halbjahreswechsel ausgeschreiben hatte, 1135 besetzt. 600 der Stellen waren für Grund-, Haupt- und Realschulen ausgeschrieben, davon konnten bislang 470 besetzt werden. Die Landesschulbehörde hat keine Angaben darüber, wie viele Gymnasien und Gesamtschulen freiwillig Pädagogen an Grundschulen abordnen. Im Bezirk Hannover gebe es sechs Fälle.
Für Björn Försterling (FDP) ist der Lehrermangel in Niedersachsen zum Großteil „selbst gemacht“. Heiligenstadt habe in den ersten Jahren nach der Regierungsübernahme durch Rot-Grün fahrlässig viel zu wenig Lehrer eingestellt.
Anstatt Zahlen zur Unterrichtsversorgung an einem Stichtag zu erheben, sollten Schulen lieber den tatsächlichen Unterrichtsausfall dokumentieren, forderte Jeschke.     

Kommentar: Schwieriger Wechsel

Es könnte einfach ein pädagogischer Perspektivwechsel sein – mal was anderes sehen, mit anderen Themen und Schülern. Doch das ist nicht die Idee – die Landesregierung plagt der Lehrermangel an Grundschulen. Nun sollen es die Gymnasiallehrer richten. Das ist ein teurer Vorschlag – und auch kein besonders guter. Zum einen werden die Pädagogen weiterhin so bezahlt, als wären sie am Gymnasium beschäftigt. Zum anderen könnten Kinder die Leidtragenden sein, weil sie auf Lehrer treffen, die sie nicht verstehen – und bald eh schon wieder weg sind. Grundschullehrer haben eben eine spezielle Ausbildung, die sie für den Umgang mit den Kleinsten qualifiziert.
Es mag Einzelfälle geben, für die solch ein Wechsel tatsächlich taugt. Pädagogen, die vorwiegend in der Unterstufe unterichten oder Lust auf die Arbeit mit jüngeren Schülern haben. Schließlich sind im Zuge der Abschaffung der Orientierungsstufe auch Grundschullehrer ans Gymnasium gekommen. Doch als Konzept taugt das nicht. Von Saskia Döhner   

Deutschem Pop-Rap von Kayef lauschen, Kampfsport in der Swiss Life Hall sehen oder die Pferdeshow Apassionata erleben: Das sind nur drei von sechs Dingen, die man heute in Hannover unternehmen kann. 

28.01.2017

Das Unternehmen "Mein Taxi" kündgt seinen Mitarbeitern zum 30. Juni. Geschäftsführer Ingo Schröder sagt: "Der Mindestlohn hat uns das Genick gebrochen."

Mathias Klein 30.01.2017

So unprätentiös sie alle auftreten: Eine illustre Runde der hannoverschen Slamszene hat sich da zusammengefunden im Sprengel-Museum am Freitagabend. Zum sogenannten "Kick-Off" zu den 21. Slammeisterschaften, die im Oktober in Hannover ausgetragen werden, kamen die lokal ansässigen Dichter zusammen.

27.01.2017