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Stadt Hannover Tierschützer protestieren gegen den Hundeflüsterer 
Aus der Region Stadt Hannover Tierschützer protestieren gegen den Hundeflüsterer 
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00:51 22.04.2018
Peta-Demonstranten protestieren vor der Swiss Life Hall gegen Cesar Millan. Quelle: Mario Moers
Hannover

 Cesar Millan liebt Hunde, doch nicht alle Hundefreunde lieben Cesar Millan. Die Erziehungsmethoden des berühmtesten Hundetrainers der Welt sind umstritten. Für 3800 Zuschauer, die mitunter von weit her in die Swiss Life Hall gereist sind, ist Millan allerdings ein Idol, ein Superstar. Sie haben keine Zweifel, dass der „Hundeflüsterer“, wie der gebürtige Mexikaner nach dem Titel seiner gleichnamigen Fernsehsendung genannt wird, den richtigen Draht zum besten Freund des Menschen entwickelt hat. Millans Hundeschule betont eine konsequente Erziehung, orientiert am instinktgesteuerten Vierbeiner. Das Ziel seiner Methode ist , den Hundebesitzer als Leiter des Rudels zu positionieren. Das funktioniert laut Millan bei allen Hunden. Für ein Foto seines Lieblings-Pitbulls „Daddy“ auf der Leinwand, ernt er frenetischen Applaus. „Das Problem der Problemhunde sind die Halter“, sagt er. Zum Fall „Chico“ will er sich allerdings nicht äußern. „Keine Interviews auf Tournee“, sagt sein Management. 

Kritiker werfen Millan vor, Würgehalsbänder und Elektroschocker einzusetzen. Auf der Bühne in Hannover ist davon nichts zu sehen. Das aktuelle Programm „Once upon a dog“ entspricht inhaltlich den ersten Kapiteln einer konsensfähigen Hundeschule. Wer Kunststückchen oder tiefergehende Lektionen vom Meister erwartet, wird enttäuscht. „Die Beziehung zum Hund braucht ein starkes Fundament“, sagt Cesar. Das Verlangen einen Spielgefährten oder Beschützer zu haben sei keine gute Basis. Das offensichtliche Charisma des 48-Jährigen kommt, wie seine eingeworfenen Hundebesitzer-Insider, heute Abend nur schleppend rüber. Statt den englischen Vortrag simultan zu übersetzen, wiederholt ein Moderator das Gesagte auf Deutsch. Als Ausgleich für die dröge Vorstellung nimmt der Star sich nach der Show viel Zeit für Selfies und Autogramme. 

Die kleine Gruppe Tierschützer vor der Halle erntet von seinen Fans dagegen maximal einen abschätzigen Blick. Jugendliche Unterstützer der Organisation Peta Zwei haben sich Millan-Masken aufgesetzt und verteilen Flugblätter. „Cesar Millan arbeitet mit Druck und scheut auch vor gewalttätigen Methoden nicht zurück“, sagt ihre Sprecherin Gaby Schlöttig. Millan-Anhängerin Juliana Naveke findet die Kritik verfehlt. Als Tierschützerin in Brasilien habe sie vielen Hunden mit seinen Tipps helfen können, erzählt sie. „Die Führerenergie ist ganz wichtig. Die Leute in Deutschland sind so sensibel“, so Naveke. 

Von Mario Moers

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