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Stadt Hannover Kirchenkrypta wird im großen Stil saniert
Aus der Region Stadt Hannover Kirchenkrypta wird im großen Stil saniert
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00:17 19.05.2017
Von Simon Benne
Sanierung und Neugestaltung der Krypta St. Clemens"Unheimliches Potential": Propst Martin Tenge in der Basilika der Clemenskirche. Quelle: Nancy Heusel
Hannover

Mythisch und geheimnisvoll wirkt dieser Ort. Von der Krypta unter der Basilika St. Clemens mit ihren Nischen und den niedrigen Kreuzgratgewölben geht eine spirituelle Atmosphäre aus. Und zugleich ist die Krypta, die derzeit für kleinere Gottesdienste genutzt wird, ziemlich heruntergekommen: Feuchtigkeit dringt ein, Putz blättert von den Wänden, der Fußboden ist feucht und schmuddelig. Der Raum habe „ein unheimliches Potential“, sagt Propst Martin Tenge diplomatisch.

Jetzt wird das Untergeschoss von Hannovers katholischer Hauptkirche im großen Stil saniert und umgestaltet: „Hier soll ein Ort der Trauer entstehen, der zugleich ein Ort der Hoffnung ist“, sagt Tenge. Unter anderem werden in der Krypta 14 Stationen mit dezent illuminierten Kunstwerken geschaffen, die zur Auseinandersetzung mit Tod und Abschied anregen. In einen gewaltigen Stein soll ein „Epitaph des 21. Jahrhunderts“ eingelassen werden – ein Bildschirm, auf dem die Namen von Verstorbenen in einer Endlosschleife aufleuchten.

Zwischen 1718 und 1774 wurden in der Gruft der Kirche 39 Tote beigesetzt, darunter Kirchbaumeister Tommaso Giusti, der Hannovers älteste katholische Kirche im Stil des venezianischen Barock kreiert hatte. Beim Jahrhunderthochwasser 1946 schwammen deren Särge und Gebeine in der Krypta herum. Danach wurden sie gesammelt in Nischen der Unterkirche beigesetzt, die als einziger Teil des Gotteshauses im Krieg unzerstört geblieben war.

Die Namen dieser Verstorbenen sollen auf dem Bildschirm ebenso zu lesen sein wie etwa die von Obdachlosen, die keinen eigenen Grabstein haben, oder die von Menschen, die fern von ihren Angehörigen bestattet sind: „In der mobilen Gesellschaft ist das immer häufiger der Fall“, sagt Tenge.

Kosten: 700.000 Euro

Den Großteil der Baukosten von insgesamt rund 700.000 Euro trägt das Bistum Hildesheim. Ursprünglich war geplant, die ganze Kirche bis zu ihrer 300-Jahr-Feier 2018 zu renovieren. „Wir können jedoch nicht so viel investieren, wie wir wollten“, sagt Diözesanbaumeister Norbert Kesseler. Eine Großsanierung würde mit bis zu 7,5 Millionen Euro zu Buche schlagen: „Die Sanierung der Krypta ist ein erster Schritt.“ Die Bauarbeiten sollen im November beginnen und Mitte 2018 abgeschlossen sein.

Unter anderem wird der schadhafte rote Sandsteinboden durch hellere Steine ersetzt. Der Putz wird erneuert, ein ausgeklügeltes Heiz- und Lüftungskonzept installiert. Die angejahrte Wand aus Betonwaben, die derzeit den Eingang zur Krypta teils verdeckt, verschwindet. Und wo jetzt noch undekorative Bänke die schmalen Wege verstellen, werde man einen Mittelgang mit Sichtachse zum Altar schaffen, sagt Architekt Gert Stürken vom Büro Hübotter und Stürken: „Der ganze Raum soll hell und freundlich werden.“

Autofahrer brauchen in diesen Tagen viel Geduld in und um Hannover. Wegen der Baustelle am Seelhorster Kreuz gibt es nicht nur lange Staus auf der B65, sondern auch in Döhren und der Südstadt. Ab kommenden Montag wird dann zudem auf der A2 eine weitere Dauerbaustelle eingerichtet. 

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