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Stadt Hannover Flugsicherung stoppt Ausbau der Windkraft
Aus der Region Stadt Hannover Flugsicherung stoppt Ausbau der Windkraft
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00:17 24.01.2019
Baugenehmigungen für Windräder in der Region (hier zwischen Pattensen und Hiddestorf) sind nur schwer zu bekommen. Quelle: Torsten Lippelt
Hannover

Die deutsche Flugsicherung macht den Ausbauzielen der Region in Sachen Windkraft einen Strich durch die Rechnung: Aufgrund von Sicherheitsbedenken der Behörde können auf zwei Drittel der in der Region für Windkraft vorgesehenen Flächen keine Anlagen aufgestellt werden. Sollten diese Bedenken bestehen bleiben, wird die Region ihre selbst gesteckten Klimaziele weit verfehlen. Der Geschäftsführer der Klimaschutzagentur Region Hannover, Udo Sahling, reagierte enttäuscht. „Klimaschutz und Energiewende sind so nicht machbar“, sagt er.

Eine Delegation aus der Region unter Leitung von Umweltdezernentin Christine Karrasch war vor kurzem zu Gesprächen ins Bundesverkehrsministerium eingeladen. In Berlin habe die Deutsche Flugsicherung den Politikern erläutert, dass im Umfeld von Funkfeuern für den Luftverkehr derzeit keine neuen Windenergieanlagen genehmigt würden, so Sahling. Das gilt für Bereiche in einem Umkreis von 15 Kilometern um die sogenannten Drehfunkfeuer bei Sarstedt (Landkreis Hildesheim) und Wenden bei Nienburg. Die Deutsche Flugsicherung befürchtet, dass die Funksignale durch Windräder gestört werden könnten. Das würde die Flugsicherheit gefährden, da die Funksignale den Piloten helfen, ihre Flugzeuge richtungsgenau zu den Flughäfen steuern.

Betroffen von der Beschränkung sind neun Flächen in Neustadt sowie insgesamt acht Flächen in Laatzen, Sehnde, Springe und Pattensen. Außerdem dürfen auch auf vier Flächen im Landkreis Hildesheim keine Windräder gebaut oder erneuert werden, das gilt auch für vier Flächen im Landkreis Nienburg.

Das Verbot dürfte bei einigen Anwohnern der besagten Flächen auf Applaus stoßen, für die Region bedeutet es einen Rückschlag ihrer Klimapolitik. Eigentlich sollen in der Region bis zum Jahr 2050 insgesamt 3250 Gigawattstunden durch Windenergie produziert werden, derzeit sind es knapp 600 Gigawattstunden. „Um das zu erreichen gibt es derzeit weder die Flächen, noch können wir das anderes erreichen“, sagt Sahling. In der Prognose seien bereits alle nach Süden ausgerichteten Dachflächen eingerechnet, weil diese mit Solarkollektoren ausgerüstet werden könnten. „Wir haben keinen Plan B“.

Sahling hofft jetzt, genauso wie Umweltdezernentin Karasch, dass in weiteren Gesprächen mit dem Ministerium und der Deutschen Flugsicherung eine Lösung gefunden werden kann. Vorstellbar sei beispielsweise ein Abbau von Windanlagen in unmittelbarer Nähe der Funkfeuer, stattdessen die Genehmigung von Windrädern in weiterer Entfernung, schlägt Saling vor. Er rechnet allerdings nicht, dass vor dem Jahr 2021 Bewegung in die Sache kommen könnte.

Bereits vor rund zwei Jahren hatte das Bundesverwaltungsgericht beschlossen, dass Windräder in der Region dann nicht zulässig sind, wenn die Deutsche Flugsicherung Bedenken anmeldet. Wegen der ablehnenden Haltung der Flugsicherung hatte Enercity auf den Bau von zwei Winkraftanlagen auf den Kronsberg verzichtet.

In der Region gibt es derzeit rund 260 Windkraftanlagen, die höchsten stehen mit knapp 200 Metern in Uetze-Schwüblingsen mit 198 Metern Höhe. Nach Angaben der Klimaschutzagentur produzieren die Windanlagen regionsweit etwa 560 Gigawattstunden Strom pro Jahr. Das reicht für den privaten Stromverbrauch von etwa 350.000 Menschen aus, also für jeden zweiten Haushalt in der Region. Schwerpunkte der Anlagen liegen in Uetze und bei Neustadt.

Von Mathias Klein

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