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Stadt Hannover Kita-Eltern protestieren über undichte Dächer
Aus der Region Stadt Hannover Kita-Eltern protestieren über undichte Dächer
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00:15 10.09.2016
Von Mathias Klein
Die Elternvertretung der evangelischen Kitas im Stadtgebiet klagt über den schlechten Zustand der Gebäude. Quelle: dpa/Symbolbild
Hannover

Der Stadtkirchenverband werde als größter freier Kita-Träger gegenüber allen anderen freien Trägern „deutlich schlechter gestellt“, heißt es in einem am Dienstag versandten Brief der Elternvertretung der evangelischen Kitas an Oberbürgermeister Stefan Schostok. Die Ungleichbehandlung betreffe sowohl den Zustand von Gebäuden und Ausstattung als auch den Personaleinsatz.

Die Kita-Elternvertreter nennen „undichte Dächer, marode Sanitärräume, kaputte Spielgeräte oder verschlissene Fenster“ in den evangelischen Kitas. Es werde nicht saniert, sondern nur noch repariert. Die Reparaturen würden zum Teil aus Rücklagen des Stadtkirchenverbandes, Fördervereinen oder privaten Spenden finanziert. Die Stadt zahle erst seit wenigen Jahren eine Pauschale, mit dem Geld könne der Sanierungsstau jedoch nicht aufgefangen werden, heißt es in dem Schreiben.

Auch bei der personellen Ausstattung gebe es ein großes Ungleichgewicht gegenüber anderen freien Trägern: Die Kirche erhalte für Krankheitsvertretungen nur 50 Prozent der Personalkosten. Die Elternvertreter appellieren an den Oberbürgermeister, die Missstände zu beseitigen und verweisen auf die Wahlplakate der SPD, auf denen es heißt: „Meine Eltern können beruhigt zur Arbeit gehen.“

„Die Last der Gebäude ist erheblich“, sagt Superintendent Karl-Ludwig Schmidt, im Stadtkirchenverband zuständig für die Kitas. Es gebe Dinge, die sich verbessern müssten. Allerdings sei in derzeit laufenden Gesprächen der „gute Wille der Stadt“ zu erkennen. Der Stadtkirchenverband erhalte für fünf Jahre insgesamt 2,5 Millionen Euro für die evangelischen Kitas. „Mit einer Prioritätenliste arbeiten wir nach und nach die gröbsten Missstände ab“, berichtet Schmidt. Dabei gehe es jedoch nicht nur um Sanierungen. Einige Gebäude seien in einem derartig schlechten Zustand, dass nur ein Neubau möglich sei. Als Beispiel nannte er die Kita in Hainholz.

Die städtische Jugend- und Bildungsdezernentin Rita Maria Rzyski reagierte auf den Brief der Eltern überrascht. Der Sanierungsbedarf sei ermittelt worden und sei der Stadt bekannt. Rzyski wies den Vorwurf der Ungleichbehandlung zurück. Die Stadt fördere „nach einheitlichen Regeln alle Kitas gleich“. Die Dezernentin schlägt vor, die Elternvertretung bei künftigen Gesprächen zwischen Stadt und Stadtkirchenverband zu beteiligen.

Die Stadt unterscheide bei der Sanierung nicht zwischen unterschiedlichen Trägern, heißt es in einer Stellungnahme der Verwaltung zu den Vorwürfen des Stadtelternrats. Entscheidend sei der jeweilige Zustand, also die Dringlichkeit und die zur Verfügung stehenden Mittel.

Nach Angaben der Stadt erhalten die 42 Kitas in kirchlichen Gebäuden einen Zuschuss zur Instandhaltung der Kita-Gebäude in Höhe von 300 Euro pro Gruppe und Monat. Ab dem 1. Januar 2017 wird diese Pauschale auf 350 Euro pro Gruppe im Monat erhöht.

Wie die Stadt mitteilt, soll der Sanierungsstau mit Auslaufen der derzeitigen Finanzierungsverträge mit dem Stadtkirchenverband im Jahr 2018 behoben sein.

So werden die Kitas finanziert

Die meisten der kirchlichen Kindertagesstätten in Hannover haben ihre Räume in kirchlichen Gebäuden. Anderen Trägern stellt die Stadt in der Regel ein Gebäude für den Betrieb zur Verfügung und kümmert sich dann auch um Reparaturen und Sanierungen sowie deren Finanzierung. Bei den 42 evangelischen Kitas ist das nicht der Fall, hier bekommt die Kirche erst seit zweieinhalb Jahren erstmals Zuschüsse.
Nach wie vor zahlt die evangelische Kirche der Stadt eine Abgabe von 2 Millionen Euro pro Jahr dafür, dass sie Kitas betreibt – rund 14 400 Euro pro bestehender Gruppe. Nach langen Verhandlungen wurde nun vereinbart, dass diese Gesamtsumme auch bei Gründung neuer Gruppen nicht mehr steigen soll. „Die Kirche verdient mit den Kitas kein Geld“, stellt der zuständige Superintendent Karl-Ludwig Schmidt klar. Er beziffert den jährlichen Verlust der Kirche aus den Kitas im Bereich des Stadtkirchenverbandes auf einen „siebenstelligen Betrag“. Wegen des komplizierten Abrechnungssystems mit der Stadt sei es schwierig, eine genaue Summe zu ermitteln, sagt Schmidt.

mak

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