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Stadt Hannover Gibt es einen Kompromiss 
im Streit ums Fössebad?
Aus der Region Stadt Hannover Gibt es einen Kompromiss 
im Streit ums Fössebad?
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00:17 31.05.2017
Von Andreas Schinkel
Betreten seit 2016 verboten: Das Fössebad im Stadtteil Limmer Quelle: Tim Schaarschmidt
Hannover

Die Grünen beharren darauf, dass das Fössebad ein neues Außenbecken bekommt und die SPD und FDP treten auf die Kostenbremse. Zudem fordern sie einen Sprungturm für das Hallenbad. „Mit einem Drei-Meter-Turm und einem Ein-Meter-Brett können im Fössebad Schwimmprüfungen abgenommen werden“, sagt Grünen-Sportpolitiker Mark Bindert. SPD und FDP treten auf die Kostenbremse und stellen sich auf die Seite der Stadtverwaltung. Die will das seit 2016 wegen Mängeln geschlossene Außenbecken des Fössebads zuschütten, aber ein wettkampftaugliches Hallenbad mit 50-Meter-Becken bauen, das ganzjährig öffnet. Fast 20 Millionen Euro sind für den Neubau kalkuliert.

Freibad zumindest vorbereiten?

„Mit einem Freibad, und sei es nur ein Planschbecken, würden die Betriebskosten deutlich steigen“, sagt SPD-Sportpolitiker Angelo Alter. Die Stadt als Betreiberin wäre gezwungen, mehr Personal einzustellen. Vom Sprungturm halte er wenig. Das Becken müsse tiefer ausgebuddelt werden, das verursache Mehrkosten. Ein Drittel der Wasserfläche wäre beim Sprungturm-Betrieb gesperrt. Dem schließt sich die FDP an. „Der Vorschlag der Verwaltung bringt das beste Kosten-Nutzen-Verhältnis“, sagt FDP-Sportpolitiker Andreas Bingemer.

Zwar stehen sich Rot-Gelb und Grün in ihren Grundhaltungen unversöhnlich gegenüber, doch hinter den Kulissen deuten sich Kompromisse an. „Wir könnten Leitungen und Anschlüsse im Außenbereich legen, damit später der Bau eines Freibads leichter möglich wird“, sagt SPD-Mann Alter. Das könne aber frühestens ab 2030 geschehen, wenn alle anderen städtischen Bäder auf der Sanierungsliste der Stadt abgearbeitet seien. ­Zudem schlägt er vor, das Freigelände besonders attraktiv zu gestalten.

Derweil zeichnet sich ab, dass auch andere Bäder in Hannover nur mit Millionenaufwand zu erhalten sind. Für das Stöckener Bad sollen Gutachter prüfen, ob sich eine Sanierung lohnt oder ein Neubau wirtschaftlicher ist. Für die Modernisierung aller Bäder hat die Stadt einen Etat von rund 42 Millionen Euro veranschlagt. „Das Budget dürfte in einigen Jahren nach oben zu korrigieren sein“, heißt es aus der Ratspolitik.

Debatte nimmt jetzt Fahrt auf

Die Grünen treffen sich am morgigen Dienstag zu ihrer turnusgemäßen Fraktionssitzung, einziges Thema: Fössebad. Am Mittwoch, 7. Juni, diskutiert der Bezirksrat Linden-Limmer über die Neubaupläne. Dort haben Grüne und Linke bereits signalisiert, dass sie am Freibad festhalten wollen, auch auf Kosten eines 50-Meter-Beckens. Doch da macht Grünen-Sportpolitiker Bindert nicht mit. „Wir brauchen die zusätzlichen Wasserflächen, etwa für den Schulunterricht“, sagt er. Die SPD warnt alle Beteiligten, sich zu verzetteln. „Politik muss zeigen, dass sie handlungsfähig ist“, sagt SPD-Sportpolitiker Alter.

Kommentar: Skepsis ist Plicht

Es ist legitim, wenn Stadtteilpolitiker bei Neu- und Umbauten für Schwimmbäder in ihrem Bereich Wunschlisten präsentieren, die über das Geplante hinausgehen. Pflicht des Rates ist es dagegen, dem mit großer Skepsis zu begegnen.

Extrawünsche beinhalten in der Regel nicht nur höhere Baukosten, sondern verteuern auch den späteren Betrieb. Bäder und hier insbesondere die sehr witterungsabhängigen Freibäder sind ohnehin schon Zuschussbetriebe. Diese Kosten steigen, wenn alle Anlagen ähnlich opulent ausgestattet werden und sich damit verstärkt gegenseitig Konkurrenz machen.

Aus diesem Grund hat sich die Stadt dafür entschieden, möglichst jedem ihrer Bäder ein eigenes Profil zu verpassen. Das hat der Rat so beschlossen. Will er davon abweichen, müsste er diesen Beschluss revidieren und auch deutlich sagen, was die finanziellen Konsequenzen wären.     

Von Bernd Haase

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