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Stadt Hannover Gutes Viertel, schlechtes Viertel
Aus der Region Stadt Hannover Gutes Viertel, schlechtes Viertel
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00:15 15.12.2014
Von Conrad von Meding
Beliebt: Die Südstadt in Hannover. Quelle: Christian Burkert (Archiv)
Hannover

Erstmals weist der Mietspiegel für Hannover Quadratmeterpreise von mehr als neun Euro im Monat aus. Zwar „nur“ für große Wohnungen in guten Lagen – doch die Summe ist ein Novum. Darüber staunt auch, wer sonst nicht zu Alarmismus beim Thema Mietsteigerungen neigt. Denn eines zeigt der aktuelle Mietspiegel deutlich: Die Wohnkosten sind für viele, die kein Eigentum haben, innerhalb von vier Jahren tatsächlich spürbar gestiegen.

Ein anderer Trend allerdings gibt kaum weniger zu denken: In bestimmten Kategorien sind die Mietpreise gefallen. Und zwar keineswegs nur bei alten, unmodernen Nachkriegswohnungen. In Stadtteilen mit nicht ganz so guter Wohnlage registriert der aktuelle Mietspiegel sogar schon bei knapp 20 Jahre alten Wohnungen mittlerer Größe einen um fast 50 Cent gesunkenen Quadratmeterpreis – dort zahlen Mieter durchschnittlich 6,51 Euro pro Quadratmeter statt 6,97 Euro vor vier Jahren.
Beide Trends ergeben zusammen ein unangenehmes Bild. Hannovers

Konzentration auf wenige Stadtteile

Wohnungsnachfrage konzentriert sich in immer stärkerem Maß auf einige Stadtteile. In der Stadtmitte und den klassischen Gründerzeitvierteln – Ost- und Südstadt, List und Linden – sowie in den Ausnahmestadtteilen Zooviertel und Kirchrode ist das Angebot an guten Wohnungen deutlich geringer als die Nachfrage. In vielen anderen Stadtteilen hingegen brauchen Vermieter teils gute Argumente, um Wohnungen zu vermieten – etwa niedrigere Preise.

Nun mag man sinkende Mieten für einen Glücksfall halten – und im jeweiligen Einzelfall sind sie das auch. Der Mietspiegel aber zeigt den Durchschnittspreis aller Wohnungen einer bestimmten Kategorie. Und da sind fallende Preise ein Alarmsignal. Wo sich weniger Miete erzielen lässt, wird kein Vermieter investieren. Wenn aber Vermieter dort nicht investieren, wo ohnehin wenig Nachfrage ist, dann werden ganze Stadtteile unattraktiv. Man sieht das eindrucksvoll an Stöcken oder Hainholz. In beiden Fällen musste schließlich die öffentliche Hand mit ihrem Förderprogramm Soziale Stadt Millioneninvestitionen tätigen, um die Abwärtsspirale zu stoppen. Im Stadtteil Mühlenberg hingegen, für den die entsprechenden Anträge seit Jahren abgelehnt werden, sieht man nun leider auch, was ohne Fördergeld passiert: Irgendwann ziehen nur noch Menschen in die Problemquartiere, die nirgends anders mehr Mieten bezahlen können. Dann kommt zur baulichen Verwahrlosung die soziale Stigmatisierung hinzu. Eine gefährliche Mischung.

Die Schere wird weiter auseinandergehen, denn der Anstieg der Mieten in begehrten Stadtteilen wird sich nicht künstlich bremsen lassen. Solange Menschen bereit sind, mehr Geld fürs Wohnen in guten Lagen zu zahlen, wird kein Vermieter freiwillig weniger verlangen – und für gesetzliche Eingriffe wie die Mietpreisbremse ist die Situation in Hannover nicht dramatisch genug. Immerhin wird das aktuelle Wohnbauprogramm der Stadt helfen, wieder mehr Raum für die steigende Nachfrage zur Verfügung zu stellen.

Eines aber ist jetzt schon klar: Vom Boom der beliebten Stadtteile werden die jeweiligen Nachbarstadtteile enorm profitieren. Limmer, Döhren, die Calenberger Neustadt, Nordstadt und Vahrenwald können sich auf steigende Nachfrage all derer einstellen, die in Linden, in der Südstadt, in der List und in Mitte keine erschwinglichen Wohnungen mehr finden. Was umgekehrt aber wieder mehr Menschen an den Stadtrand drängt, die sich die hohen Mieten nicht leisten können. Die Spaltung am Wohnungsmarkt wird zunehmen in den kommenden Jahren.

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