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Stadt Hannover Ihme-Zentrum: Abriss ist die schlechteste Perspektive
Aus der Region Stadt Hannover Ihme-Zentrum: Abriss ist die schlechteste Perspektive
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00:15 07.06.2016
Von Conrad von Meding
Was wird aus dem Ihme-Zentrum? Quelle: Frank Wilde
Hannover

Nächste Woche kommt es zum Schwur im Rathaus. Dann will der Oberbürgermeister von den Ratsmitgliedern und dem zuständigen Bezirksrat wissen, ob er die Kündigung aller städtischen Mietverträge im Ihme-Zentrum vorbereiten darf. Dieses demonstrative Signal der Verwaltungsspitze ist der vorläufige Gipfel des Trauerspiels um die Großimmobilie, an deren Revitalisierung mehrere Investoren gescheitert sind - und mit der auch der neue Investor bislang kein glückliches Händchen beweist. Seit einigen Tagen aber wissen wir schwarz auf weiß, was folgt. In einer vielseitigen städtischen Analyse ist präzise aufgeschrieben, wie der Auszug der großen Büromieter in absehbarer Zeit die Verbleibenden (Wohnungs-)Eigentümer in die Privatinsolvenzen treiben wird und das Gebäude erst wegen Baufälligkeit gesperrt und dann von der Stadt abgerissen wird. Wohlgemerkt: von der Stadt. Denn die Verwaltung geht davon aus, dass keiner der Eigentümer dann überhaupt noch Geld haben wird, um den Abriss zu bezahlen.

Es gehört zur bitteren Ironie, dass sich nun genau das anzubahnen scheint, was vielfach despektierlich über das einstige Vorzeigeprojekt des neuen urbanistischen Wohnungsbaus gespottet wurde: „Am besten, man reißt den Kasten einfach ab.“ Weil es sowohl um Hunderte Privatschicksale wie auch um einen beträchtlichen volkswirtschaftlichen Schaden geht, lohnt es sich vielleicht sehr deutlich zu machen: Abriss ist die schlechteste Perspektive.

Auch wenn 83 Prozent der Immobilie einem Großinvestor gehören (der dafür eine Firma gegründet hat, die er schlicht in Insolvenz schliddern lassen kann), so sind die verbleibenden 17 Prozent im Wesentlichen Privateigentum von Hunderten Hannoveranern. Jeder von ihnen haftet bis zur Privatinsolvenz in voller Höhe für alle Schulden des Gebäudekomplexes - allein daran lässt sich der Irrsinn der gigantomanischen Konstruktion ablesen. Leider lässt sie sich kaum entflechten: Die wirtschaftlich im Grunde gesunden Wohnungen sind oben, der Sanierungsfall Gewerbeimmobilien ist vor allem unten - und alles steht auf einem Betonfundament.

Es gibt mehrere Vorschläge, wie der Abriss zu verhindern ist. Die Grünen fordern, das Ihme-Zentrum zum städtebaulichen Sanierungsgebiet zu erklären, um so an Fördergeld für Modernisierungen zu kommen. Die CDU will, dass die Stadt sich nicht zurückzieht, sondern stattdessen sogar als Eigentümerin noch stärker in Verantwortung geht. Und ein Kreis von Planern und Kreativen will im Kern das Ihme-Zentrum mit Ateliers, Übungsräumen und Cafés wieder so attraktiv machen, dass es auch für Investoren und Gewerbemieter wieder interessant wird. Das Problem an allen Vorschlägen ist: Sie spekulieren zur Finanzierung auf Steuergeld in Millionenhöhe. Warum aber der Kirchröder, der Südstädter oder vor allem auch der finanziell schlecht situierte Hainhölzer auf Geld für sein Wohnumfeld verzichten soll, damit die Fehlinvestition Ihme-Zentrum mit Hunderten Millionen Euro gerettet wird - diese Begründung fehlt regelmäßig.

Am besten für alle Beteiligten wäre es, wenn der Investor das deutliche Signal aus dem Rathaus ernst nähme und für sichtbare Fortschritte im Ihme-Zentrum sorgen würde. 15 Monate nach der Zwangsversteigerung darf die Öffentlichkeit mal irgendetwas erwarten. Immerhin hat er einen der potentesten Architekten der Stadt engagiert und lässt dem Vernehmen nach an Neuplanungen arbeiten. Gerade bei einem langjährigen Problemprojekt wie dem Ihme-Zentrum aber würde man nun gerne mal Taten sehen statt immer nur Ankündigungen zu hören.

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