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Stadt Hannover Kinderkrankenhaus warnt vor Gefahrenquellen
Aus der Region Stadt Hannover Kinderkrankenhaus warnt vor Gefahrenquellen
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00:15 11.12.2016
Von Bärbel Hilbig
Außerirdischer Besuch: Star-Wars-Fans muntern Harun mit ihren Laserschwertern auf – und werben bei Eltern für mehr Vorsicht im Umgang mit Hitzequellen. Quelle: Frank Wilde
Hannover

Für den sechsjährigen Harun ist es eine tolle Überraschung und eine schöne Abwechslung im langweiligen Krankenhausalltag. Plötzlich steht ein bunter Trupp aus dem Star-Wars-Universum an seinem Bett im Kinderkrankenhaus Auf der Bult: Jedi-Ritter, Sturmtruppler, Kylo Ren und ein AT-AT-Pilot. „Ich kenne sie gut“, sagt der Junge strahlend, der zu Hause selbst gerne mit seinem Laserschwert spielt.

Anlass für den spaßigen Besuch, der vielen kleinen Patienten ein Lächeln auf die Lippen zaubert, ist ein ernstes Problem. Mit ihren Laserschwertern wollen die Star-Wars-Fans Eltern auf die Gefahren aufmerksam machen, die ihren Kindern von Hitzequellen drohen. Neben Geschenken für die Kinder verteilen sie auf den Stationen Infos an die Eltern. „Wir wollen mit unserem Hobby etwas Gutes tun“, sagt Jan Tasarek von der Fangruppe The Northern Outpost.

Mehr Brandverletzungen

Die Zahl der brandverletzten Kinder steigt bundesweit jedes Jahr. „Und über 85 Prozent der Patienten sind jünger als vier Jahre, also Säuglinge und Kleinkinder“, berichtet Oberärztin Mechthild Sinnig, Leiterin des Zentrums für schwerbrandverletzte Kinder. Das Kinderkrankenhaus ist die einzige Spezialklinik in Niedersachsen auf diesem Gebiet. Dieses Jahr haben die Ärzte bereits 210 Kinder behandelt, im Vorjahr 206 und im Jahr 2014 noch 176 Patienten. Bundesweit sind im Jahr mehr als 30 000 Kinder und Jugendliche betroffen, 1500 so stark, dass sie in eine Spezialklinik müssen.

Kaminöfen sind die neue Gefahr

Eltern unterschätzten die Gefahren im eigenen Haushalt, haben Untersuchungen ergeben, und sorgten sich vor allem vor dem Straßenverkehr, berichtet Mechthild Sinnig. Und immer wieder tauchen neue Gefahrenquellen auf, wie seit einiger Zeit die modischen Kaminöfen. „Es gehört zum guten Ton, sich einen Ofen ins Wohnzimmer zu stellen“, beobachtet die Ärztin. Am Schutzgitter werde jedoch gespart. „Gerade Kleinkinder, die alles erkunden wollen, packen an den Ofen und verbrennen sich die Handflächen.“

Hauptursache für Brandverletzungen sind jedoch weiterhin heiße Flüssigkeiten, die Kinder sich überkippen, wenn Wasserkocher, Teetassen, Kaffeekannen oder auch Kochtöpfe in Reichweite stehen und unbeaufsichtigt bleiben.

Ein „großes Dilemma“ ist aus Sicht der Expertin, dass Hausärzte bei Erkältungskrankheiten weiterhin das Inhalieren über Wasserdampf empfehlen. „Das hat nachweislich keinen Effekt, weil die Wasserpartikel zu groß sind. Aber das Kind kippt sich das heiße Wasser über den Schoss.“ Wirksam bei Bronchialerkrankungen seien dagegen elektrische Vernebler, die das Wasser zerstäuben.

In der Adventszeit mit all ihren Kerzen drohen verstärkt Brände. Besonders schlimm, wenn Kinder leicht entflammbare Kleidung tragen. „Eltern sollten auf eine CE-Zertifizierung achten“, rät Sinnig. Auch Faschingskostüme, gerne im Internet bestellt, entzünden sich oft besonders leicht. „Die Kinder gehen einmal an einer Kerze vorbei und brennen.“ Die Narben aus den Verletzungen müssen später immer wieder behandelt werden.

Brandwundenscanner hilft bei der Diagnose

Seit rund einem Jahr setzen die Ärzte im Zentrum für schwerbrandverletzte Kinder einen Brandwunden-scanner zur Diagnostik ein. „Mit dem Laser untersuchen wir den Blutfluss in der Verbrennungswunde und können frühzeitig Rückschlüsse auf ihre Tiefe ziehen“, erklärt Oberärztin Mechthild Sinnig. 24 bis 48 Stunden nach dem Unfall können die Chirurgen so bereits erkennen, ob eine Hauttransplantation notwendig ist, und schnell die richtige Behandlung einleiten. „Die Wunden heilen dadurch schneller und die Patienten behalten weniger Narben zurück“, erläutert Sinnig. Die Ärzte nutzen den Scanner bei Verbrennungen zweiten Grades, bei denen die Schwere der Verletzung mit bloßem Auge auch mit viel Erfahrung erst nach Tagen oder Wochen zu erkennen ist. Das Krankenhaus hat den 60  000 Euro teuren Laserscanner über Spenden finanziert.

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