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Stadt Hannover Krankenschwester durch Attacke verletzt
Aus der Region Stadt Hannover Krankenschwester durch Attacke verletzt
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00:15 10.12.2014
Von Michael Zgoll
Die Attacke ereignete sich im Krankenhaus Nordstadt. Quelle: Michael Thomas
Hannover

An einem Januarabend dieses Jahres kam es in der chirurgischen Notaufnahme des Nordstadtkrankenhauses zu einem unschönen Zwischenfall. Eine Frau, damals 57 Jahre alt, wurde ausfallend. Sie beharrte darauf, wegen starker Rückenschmerzen in der Klinik aufgenommen zu werden, beschimpfte das Personal und wurde handgreiflich. Beim Gerangel um ein Namensschild, das sie einer Krankenschwester vom Kittel reißen wollte, packte sie die Mitarbeiterin an die Brust. Der Griff und das Kneifen waren so heftig, dass die 41-Jährige Blutergüsse davontrug. Jetzt stand die Patientin wegen Körperverletzung vor Gericht. Das Verfahren am Amtsgericht Hannover wurde eingestellt, allerdings muss die mittlerweile 58-Jährige an das Opfer 225 Euro zahlen.

Wie die Angeklagte vor Gericht erklärte, leide sie schon länger an verschiedenen Krankheiten. An jenem Abend hätten sie starke Rückenschmerzen geplagt, deshalb sei sie in die Notaufnahme des Klinikums Nordstadt gefahren. Dort händigte man ihr ein Schmerzmittel aus und empfahl ihr, sich an einen Facharzt zu wenden. Doch das reichte der Hartz-IV-Empfängerin nicht, sie wollte bleiben. Das Personal erklärte der Frau, dass für sie in ihrer Situation kein Bett freigemacht werden könne und forderte sie mehrfach auf, das Behandlungszimmer zu verlassen. Vergeblich. Schließlich vergriff sich die Patientin - im Ton und an der Krankenschwester. Erst geraume Zeit später ließ sich die Frau von einem Rettungssanitäter zum Ausgang des Krankenhauses bringen.

Unter gutem Zureden ihrer Anwältin rang sich die Angeklagte vor Gericht zu einer Entschuldigung gegenüber dem Opfer durch. Das war einer der Gründe, warum Amtsrichter Koray Freudenberg das Verfahren im Einklang mit dem Staatsanwalt schließlich einstellte. Der zuvor verhängte Strafbefehl, aufgrund dessen die rüpelhafte Patientin 225 Euro an die Staatskasse zahlen sollte, war damit hinfällig. Allerdings leitete der Richter diesen Betrag als Schmerzensgeld an die Krankenschwester weiter.

Wie Mitarbeiterinnen des Nordstadtkrankenhauses am Rande des Prozesses berichteten, kommt es in den Notaufnahmen hannoverscher Kliniken regelmäßig zu Übergriffen gegen das Personal. Oft sei die starke Alkoholisierung von Patienten die Ursache. Doch würden diese häufig auch pöbeln, weil sie zu lange warten müssten oder mit der Behandlung unzufrieden seien. Meist bleibe es bei verbalen Beleidigungen, doch gelegentlich komme es auch zu körperlichen Attacken. Die Polizei müsse mehrmals in der Woche anrücken, um aus der Rolle fallende Kranke zu zähmen.

Nicht ohne Grund gibt es im Nordstadtkrankenhaus Zimmer, die dem Personal im Falle einer Flucht als Rückzugsraum dienen. Sie sind mit Transponderschloss und festem Knauf versehen, den ein Verfolger nicht öffnen kann. Im Inneren sind Notfalltelefone installiert, mit denen Krankenschwestern und Pfleger andere Mitarbeiter oder die Polizei verständigen können.

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