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Stadt Hannover „Ich finde, das ist Kunst“
Aus der Region Stadt Hannover „Ich finde, das ist Kunst“
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00:15 23.12.2014
Von Saskia Döhner
Im Kunsttauchkurs werden Kinder selbst zu bildenden Künstlern. Quelle: von Ditfurth
Hannover

Wer hinein will, muss unter einem blauen Band durchtauchen. Die 14 Kinder, die am Sonnabend an dem Kunsttauchkurs des Kunstvereinsin der Sophienstraße teilnehmen, sind größtenteils schon Profis.

Andrea von Lüdinghausen führt durch die Ausstellung von Fotografin Ricarda Roggan. Viel erklären muss sie nicht mehr. Die meisten Kinder wissen, dass Roggan ihre Motive in Szene setzt und schon mal selbst zu Wasser und Sand greift, wenn sie Gischt auf ihrem Werk mit dem zerwühlten Bett zeigen will. Dieses Bild gefällt dem fünfjährigen Samuel besonders gut. Warum? „Einfach so“, sagt der Junge. Auch die Dachboden-Fotografien mit dem Licht-und-Schatten-Spiel finden Beifall bei dem jungen Kunstpublikum.

Nach der Theorie kommt die Praxis: Die Kinder sitzen im Kreis und kleben Plastikgebilde (von Lüdinghausen: „Müll, der bei Zahntechnikern übrig bleibt“) zusammen. Manche machen lange Schlangen, andere umwickeln zwei kleine Teile ganz fest mit Klebeband. An der Wand hängen Roggans großformatige Waldfotografien, auf denen man viele grüne Blätter und wenige Äste sieht. „Kunst hat wenig mit klassischem Bildermalen zu tun“, sagt Andrea von Lüdinghausen, die selbst bildende Künstlerin ist und bei ihren Installationen schon mal dünnes Metallgewebe zwischen zwei Bäume hängt. Genau diesen Kunstbegriff versucht sie den Kindern an diesem Mittag zu vermitteln.

Ella fügt gerade zwei Plastikstangen zusammen. „Ich finde, das ist Basteln“, sagt die Siebenjährige. Die ein Jahr jüngere Jonna kontert: „Nein, ich finde, das ist Kunst.“ Neulich habe sie aus Karton einen Berg gebaut. War auch das Kunst? Jonna wundert sich über die Frage. „Natürlich“, stellt sie entschlossen fest.

Zoe mag die Mischung aus Wissensvermittlung und eigenem Ausprobieren: „Es macht Spaß, allein etwas zu machen.“ In ihrem eigenen Garten hätte sie später gern einmal Statuen, die Menschen, aber noch lieber Tiere darstellen sollten. Statuen aus Stein oder Holz kann sie sich gut vorstellen.

An diesem Mittag wird aber mit Plastik gearbeitet. Leyla hat eine ganz lange Kette gemacht, die sie später zu einem Kreis formt und von Andrea von Lüdinghausen an der Wand aufhängen lässt.Am Ende lassen die Kinder winzige Figuren durch ihren Fantasiewald spazieren. „Meine Figur kann auch fliegen“, sagt Kaspar.

Während die Kunsttaucher ihre Figuren noch durch ihren Wald hüpfen, bummeln oder klettern lassen, kommen die ersten Eltern schon die Treppen hoch, um ihre Kinder wieder abzuholen. Einkaufstüten hat keiner dabei, man hat die Zeit wohl anderweitig als zum Shoppen genutzt. Vater Sönke Burmeister, dessen sechs und acht Jahre alte Kinder bei dem Kurs waren, ist selbst Kunsthistoriker. „Da hat man eine natürliche Nähe zu Museumspädagogik“, meint er. Der Kunsttauchkurs ergänze den Schulunterricht. „Und es ist endlich mal etwas anderes als das sonst übliche Sportprogramm.“     

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