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Stadt Hannover Wird das Laborgebäude der MHH noch teurer?
Aus der Region Stadt Hannover Wird das Laborgebäude der MHH noch teurer?
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00:15 26.02.2017
Von Mathias Klein
Das neu gebaute Laborgebäude der MHH ist seit mehr als zwei Jahren ungenutzt. Jetzt gibt es Kritik an der geplanten Finanzierung.  Quelle: Jan Philipp Eberstein
Hannover

Die Probleme um das Laborgebäude der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) werden immer größer. Zu den Mehrkosten in Höhe von 5 Millionen Euro für das neu gebaute und seit mehr als zwei Jahren leer stehende Laborgebäude an der MHH könnten noch 1,5 Millionen Euro hinzukommen. Diese Summe nannte in der Sitzung des Haushaltsausschusses des Landtages ein Vertreter des Finanzministeriums. Er berichtete, dass nach dem Bau des Laborgebäudes sechs am Bau beteiligte Firmen noch zum Teil erhebliche Nachforderungen geltend gemacht haben. Unter anderem klagt eine Rohbaufirma auf Auszahlung von mehr als 600.000 Euro, eine Elektroinstallationsfirma fühlt sich vom Land mit mehr als 450.000 Euro übervorteilt.

Während der ausführlichen Beschäftigung der Landtagsabgeordneten mit den Bauproblemen an der MHH äußerte der Landesrechnungshof erhebliche Zweifel an der vorgesehenen Finanzierung des Laborgebäudes. Die MHH wollte die Baukosten durch die Einsparung von Personal zurückzahlen. Durch die neue Laborstraße sollen 47 Vollzeitstellen eingespart werden, dies entspricht einer jährlichen Einsparung von 2,5 Millionen Euro. Zudem rechnet die MHH mit Einsparungen bei den Sachkosten von fast einer Millionen Euro pro Jahr.

Die „Refinanzierungsvereinbarung birgt ein nicht unerhebliches Risiko“, sagte in der Sitzung Lutz Bardelle vom Landesrechnungshof. Die Berechnungen fußten auf Vereinbarungen mit den Krankenkassen über die Bezahlung von Laborleistungen, die inzwischen überholt sein könnten. „Es steht zu befürchten, dass die Rechnung am Ende nicht ganz aufgeht“, betonte Bardelle.

Er äußerte auch erhebliche Zweifel an den von der MHH vorgesehenen personellen Einsparungen. Eine Laborstraße, die vollautomatisch eine Probe mit verschiedenen Analysen bearbeite, werde es an der MHH entgegen der vorgestellten Pläne nicht geben, stellte Bardelle klar. Die unterschiedlichen Professoren hätten sich Analysegeräte von unterschiedlichen Herstellern gewünscht. Dadurch könnten die Proben nicht per Förderband weitergeleitet werden, sondern müssten immer weitergegeben werden.

Auch Rechnungshofpräsidentin Sandra von Klaeden griff am Mittwoch in die Debatte ein. Sie wollte wissen, welches zusätzliche Kostenrisiko durch die jetzt geplante Einsetzung eines Qualitätsbeauftragten für den MHH-Laborbau entstehe. Eine Frage, die die Vertreter des Wissenschaftsministeriums nicht konkret beantworten konnten.

Probleme mit Hautklinik

Immer mehr Planungspannen bei den MHH-Gebäuden werden bekannt. Jahrelang wurde mit Millionenaufwand eine neue Notaufnahme geplant, die so voraussichtlich nie verwirklicht werden wird. Auch die Pläne für ein neues bildgebendes Zentrum erwiesen sich als nutzlos. Bereits vor drei Jahren war bekannt geworden, dass der Neubau der Hautklinik und Urologie 2,6 Millionen Euro teurer war, als zunächst geplant. Unter anderem waren dort Umkleidekabinen für das Pflegepersonal vergessen worden, die Badewannen mussten ausgetauscht werden und Datenleitungen konnten nicht verlegt werden. Außerdem musste die MHH eine Vertragsstrafe zahlen, weil sie das Gebäude der alten Hautklinik in Linden wegen des schleppenden Baufortschritts erst später als vereinbart räumen konnte: Das ergab Mehrkosten von rund einer Million Euro. 

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Die Baufehlplanungen an der Medizinischen Hochschule (MHH) werden jetzt auch vom Landesrechnungshof scharf kritisiert. Die unabhängigen Rechnungsprüfer fordern, dass eine eigene Bau- und Betriebsgesellschaft bei den geplanten Hochschulbauten die Bauleitung übernimmt. Zudem schlagen sie einen anderen Standort für das Zentralklinikum vor.

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