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Stadt Hannover Knochenfund gibt Polizei Rätsel auf
Aus der Region Stadt Hannover Knochenfund gibt Polizei Rätsel auf
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19:03 13.01.2017
Am Fundort des Schädelknochens hat die Polizei ein Zelt aufgestellt. Quelle: Christian Elsner
Hannover

Der Fund eines menschlichen Schädels in der Eilenriede stellt die Polizei vor viele Fragen. Ein 33-jähriger Spaziergänger hatte am Donnerstagnachmittag beim Gassigehen mit seinem Hund in einem Waldstück zwischen dem Messeschnellweg und dem Gelände der Kinderklinik auf der Bult den grausigen Fund gemacht. Der Hund entdeckte den Schädel gegen 16.15 Uhr im Unterholz. Der Zeuge verständigte die Polizei.

Die Kripo begann sofort mit den Ermittlungen. Bis tief in die Nacht hinein suchten Kriminaltechniker in Schutzanzügen das Waldstück nach weiteren menschlichen Überresten ab. Gegen 22.30 Uhr wurde die Spurensuche unterbrochen. Die Feuerwehr baute ein Zelt über dem Fundort auf. Ein Streifenwagen bewachte das Waldstück, damit Spaziergänger keine Spuren auf dem Gelände vernichteten.

Am Freitag gegen 11 Uhr nahm die Kripo die Ermittlungen wieder auf. Dieses Mal bekam sie Unterstützung von einem Leichenspürhund der Göttinger Kollegen. Der acht Jahre alte belgische Schäferhund Jack suchte zweimal das Gelände ab. Doch weitere Knochen förderte er nicht zutage.

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Die Kripo ist jetzt bei der Klärung des Falls auf die Hilfe von Rechtsmedizinern angewiesen. Denn fest steht bislang nur, dass es sich um den Schädelknochen eines Erwachsenen handelt. Noch ist völlig unklar, wie lange die Knochen im Wald gelegen haben und ob sie von einem Mann oder einer Frau stammen. Als sicher gilt, dass der Schädel äußerlich keine Anzeichen von Gewalteinwirkung aufwies. Deswegen kann die Frage, ob die Ermittler es hier mit einem Verbrechen, mit einem Unfall oder einem Suizid zu tun haben, derzeit nicht beantwortet werden. Der Fundort der Überreste muss nicht mit dem Ort übereinstimmen, an dem die Leiche ursprünglich gelegen hat. Tiere könnten die Knochen verschleppt haben.

Der Kriminalbiologe Mark Benecke gilt als einer der renommierten Forensiker des Landes. Sein Spezialgebiet: Leichen im Wald. Als Gutachter vor Gericht half er unter anderem 1998 bei der Aufklärung des Mordfalls Pastor Geyer aus Braunschweig mit. „Grundsätzlich gibt es drei Bestimmungsmöglichkeiten bei Schädelknochen: einen DNA-Test, über Zahnmerkmale und über äußere Merkmale des Schädels“, sagt er im Gespräch mit der HAZ. Es könne nicht mit letzter Sicherheit erkannt werden, ob die Knochen von einem Mann oder einer Frau stammten. Die Bestimmung über die Zahnmerkmale sei dagegen sicher: „Ein Abgleich des Zahnbestandes des Schädels mit den Unterlagen der Zahnärzte der in Frage kommenden vermissten Personen reicht oft, wenn die Zähne noch vorhanden sind“, sagt der Forensiker. Am sichersten sei der Abgleich der DNA-Spuren – das aber könne ja nach Behörde dauern.

Im aktuellen Fall will die Polizei die Ergebnisse der rechtsmedizinischen Untersuchungen nicht vor Montag veröffentlichen.

Morde ohne Leichen

Der Fund der Schädelknochen in der Eilenriede weckt Erinnerungen an zwei spektakuläre Verbrechen der hannoversche Kriminalgeschichte: den Fall Inga Köntges und den Fall Karen Gaucke. Beide Frauen wurden vermutlich getötet – von den Leichen fehlt bis heute jede Spur.

Inka Köntges verschwand am 10. August 2000 in der Eilenriede. Die Biologin war mit ihrem Fahrrad auf dem Weg zu MHH. An der Schneckenbrücke verliert sich ihre Spur. Bis heute sind weder die Leiche, noch das Fahrrad oder persönliche Gegenstände des Opfers wieder aufgetaucht. Viermal suchte die Polizei mit einem Großaufgebot den Stadtwald ab – ohne Erfolg. Ihr Mann Marc, mit dem die damals 29-Jährige gerade sechs Wochen lang verheiratet war, beteiligt sich immer wieder an Suchaktionen, setzt sogar eine Belohnung von 20 000 Euro für Hinweise auf den Verbleib seiner Frau aus. Doch bis heute ist der Fall nicht gelöst.

Im Jahr 2006 verschwanden die damals 37-jährige Karen Gaucke und ihre sieben Monate alte Tochter Clara. Auch in diesem Fall fehlen die Leichen bis heute. Der damalige Lebensgefährte der Frau, Michael P., wurde in einem Indizienprozess zu einer Haftstrafe verurteilt. Bis zu seinem Tod 2012 hat er das Versteck der Leichen nicht preisgegeben. Aus den Ermittlungsakten geht hervor, dass Zeugen P. nach dem Verschwinden von Karen und Clara Gaucke in der Nähe des Waldstücks gesehen haben wollen, in dem jetzt der Schädel entdeckt worden ist. Die Polizei hat nichts unversucht gelassen, die sterblichen Überreste zu finden. Doch große Suchaktionen unter anderem bei Burgdorf und Peine waren erfolglos.

Viele Leiter von Grundschulen in der Region Hannover sehen die Absenkung des Einschulungsalters kritisch: Seit 2012 kommen auch die Kinder in die 1. Klasse, die bis zum 30. September sechs Jahre werden. Doch es gibt auch Gegenstimmen, die das bisherige Konzept begrüßen.

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