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Stadt Hannover Letzte City-Tankstelle: Pächter bangt um Existenz
Aus der Region Stadt Hannover Letzte City-Tankstelle: Pächter bangt um Existenz
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20:45 31.07.2017
Von Conrad von Meding
„In einer Sackgasse können die Tanklastzüge nicht wenden“: Bernd Gartmann vor seiner Tankstelle in der Leinstraße. Quelle: Michael Thomas
Hannover

Die Stadt will dort nach Abriss des Bürgeramts Mitte Wohn- und Geschäftshäuser bauen, eines davon auf der bisherigen Leinstraße - die würde dann zur Sackgasse. „Mit mir hat noch niemand gesprochen“, sagt Gartmann. Inzwischen ist auch die Industrie- und Handelskammer alarmiert. „Seit zwei Jahren laufen dort die Planungen, ohne dass mit dem dort ansässigen Mittelständler wenigstens mal gesprochen wurde“, sagt IHK-Mann Christian Bebeck.

Früher gab es zahlreiche Tankstellen in der City - am Marstall etwa und am Aegi. Gartmanns kleine Agip-Tankstelle mit zwei Zapfsäulen ist die letzte, die geblieben ist. Seit 25 Jahren betreibt er sie, zunächst als Dea-Tankstelle, dann unter der Marke Texaco, seit sechs Jahren als Agip. Vor allem für die Dienstwagen umliegender Banken, Behörden und Unternehmen ist sie der erste Anlaufpunkt. „Die Flotte der Nord/LB wird hier betankt, die Polizei kommt vorbei, auch viele Dienstwagen der Stadt habe ich hier“, sagt Gartmann. Zusätzlich betreut er die Tiefgarage unterm Maritim mit 150 Plätzen, betreibt dort auch eine kleine Waschanlage.

Die Stadt will den Bereich am Köbelinger Markt aufwerten. Nach einem Entwurf des Darmstädter Architekten Klaus Trojan aus dem Stadtdialog City 2020 sollen dort fünf Gebäude entstehen, um dringend benötigten Wohnraum in der Innenstadt zu schaffen. Die Leinstraße aber würde dann zur Sackgasse. „In einer Sackgasse können die Tanklastzüge nicht wenden, und rückwärts dürfen sie in der Stadt nicht rangieren“, sagt Gartmann: „Wenn die Planungen so bleiben, kann ich die Tankstelle schließen.“ Er ist 51 Jahre alt - und verweist darauf, dass der kürzlich erneuerte Pachtvertrag für das Areal des ehemaligen Maritim-Hotels, auf dem die Agip steht, eine Tankstelle bis 2080 vorsehe.

Seit 2014 läuft das Verfahren zur Änderung des Bebauungsplans. Die Stadt treibt es derzeit aktiv voran, weil sie im nächsten Jahr die Ausschreibung zum Verkauf des Bürgeramt-Grundstücks forcieren will. Auf Anfrage der HAZ teilte sie am Montag mit, dass „die Planungen der Verwaltung im Umfeld des Köbelinger Marktes eine uneingeschränkte Anfahr- und Belieferbarkeit“ der Tankstelle vorsähen. Gartmanns Anwalt allerdings schrieb die Verwaltung auf seine Anfrage im Juli, derzeit beschäftige man sich nicht mit dem Verkehrskonzept, darum werde man sich kümmern, wenn der Bebauungsplan beschlossen sei.

„Die Tankstelle befindet sich im unmittelbaren Vorhof des Rathauses“, sagt Gartmanns Anwalt Andreas Hildebrandt: „Ich verstehe nicht, dass man in zwei Jahren nicht einmal zum Gespräch rübergehen kann.“ Auch IHK-Mann Bebeck wirft der Stadt schlechte Kommunikation vor: „Immer wieder erleben wir, dass die Anlieger quasi vor vollendete Tatsachen gestellt werden, statt das absehbare Konflikte vorab gelöst werden.“

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