Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Stadt Hannover Lindenallee soll wieder für Besucher öffnen
Aus der Region Stadt Hannover Lindenallee soll wieder für Besucher öffnen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:18 01.01.2015
Von Andreas Schinkel
Unscheinbar, aber schützenswert: Der zwei bis drei Zentimeter große Juchten­käfer. Quelle: Rainer Dröse
Hannover

Der Juchtenkäfer ist zwei bis drei Zentimeter klein, dennoch beschert er der Stadt seit einem Jahr große Probleme: In fast allen historischen Linden im Berggarten, von denen einige nach Pilzbefall so morsch sind, dass sie längst abgeholzt sein sollten, hat sich das äußerst seltene Insekt angesiedelt.

Rund 100 von 130 Bäumen sind betroffen. Es ist eine der größten Käferpopulationen in Niedersachsen. Doch während Biologen und Naturfreunde jauchzen, zieht Gartendirektor Ronald Clark die Stirn in Falten. Weil die morschen Stämme umzufallen drohen, sind die Baumreihen seit einem Jahr abgesperrt. „Die Lindenallee muss wieder begehbar werden, möglichst schon im kommenden Jahr“, sagt der Gartendirektor. Die Allee, die 1727 angelegt wurde, gehört zu den bedeutenden Sehenswürdigkeiten des Berggartens.

Eine Genehmigung zum Fällen bekommt die Stadt nicht, weil damit die Lebensgrundlage des Käfers zerstört wäre. Die Stadt würde gegen strenge Naturschutzbestimmungen verstoßen sollte sie die Allee bis auf wenige Restbäume abholzen und durch junge Pflanzen ersetzen: Der Käfer gehört zu den sogenannten Urwald-Relikten. „Wir suchen jetzt nach einer Lösung, die sowohl dem Artenschutz gerecht wird, als auch den Gartenbesuchern“, sagt Clark.

Baumstämme abstützen

Ein Ausweg könnte darin bestehen, die altersschwachen Stämme so abzustützen, dass die Sperrgitter nicht mehr vonnöten sind. Damit wäre zugleich der Lebensraum des Juchtenkäfers gerettet - und die beliebte Allee wäre wieder passierbar. „Eine solche Lösung wäre ideal“, sagt Clark. „Wir prüfen derzeit, welche Kosten das verursacht.“ Vorstellbar sei auch, dass einzelne Bäume gefällt und zu einem anderen Standort gebracht werden, etwa in den Tiergarten. „Das Umsiedeln der gesamten Käferkolonie ist jedoch unmöglich“, sagt Clark. Tatsächlich dürfte der Umzug der Käfer samt ihrer Wohnorte hohe Kosten verursachen. Denn die Stämme müssten senkrecht zu sogenannten Totholzpyramiden aufgestellt werden. „Das Holz darf nicht liegen, weil sonst Ratten die Käferlarven fressen könnten.“

Inzwischen weckt die Käfer-Wohngemeinschaft wissenschaftliches Interesse. „Die Fachwelt blickt auf uns“, sagt der Gartendirektor. Wie Hannover mit dem Juchtenkäfer in einer bedeutenden Gartenanlage umgeht, könnte auch für andere Kommunen wegweisend sein. „Die Uni kann unsere Population wissenschaftlich begleiten“, sagt Clark. CDU-Kulturpolitiker Oliver Kiaman schlägt augenzwinkernd vor, Eintritt für die Juchtenkäfer-Linden zu nehmen.

Autobesitzer, die aus einer anderen Gegend Deutschlands in die Region Hannover ziehen, dürfen ab dem 1. Januar 2015 ihr bisheriges Kennzeichen behalten. Die bisherige Pflicht, sich ein neues Kennzeichen mit dem H als ersten Buchstaben zu besorgen, entfällt.

Mathias Klein 01.01.2015

Hannover muss immer mehr Flüchtlinge unterbringen und dabei auch auf Turnhallen zurückgreifen – bei Neubauten von Flüchtlingswohnheimen ist die Zahl der Plätze aber auf 50 begrenzt.

Andreas Schinkel 29.12.2014
Stadt Hannover Hier feiert Hannover ins neue Jahr - Silvestertipps für Kurzentschlossene

Partyhopping, Turmblasen oder Musical in der Staatsoper? Hannover bietet für jeden Geschmack die richtige Silvesterveranstaltung. Ein Überblick für Kurzentschlossene.

30.12.2014