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Stadt Hannover Abschied von der grünen Eminenz
Aus der Region Stadt Hannover Abschied von der grünen Eminenz
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20:39 05.12.2014
Von Andreas Schinkel
Drei OB hat Schlieckau erlebt: Herbert Schmalstieg, Stephan Weil und jetzt Stefan Schostok. Quelle: Rainer Surrey
Hannover

Er streicht sich die grauen Strähnen aus dem Gesicht, legt die Fingerspitzen aneinander und stellt den Blick auf unendlich. Eine typische Lothar-Schlieckau-Geste. Dabei muss der Grünen-Fraktionschef gar nicht allzu weit in die Vergangenheit blicken, um sich eine Begebenheit in Erinnerung zu rufen, die ihn noch immer erstaunt: Wahlkampf 2013, Schlieckau will Oberbürgermeister Hannovers werden. Wie seine Kontrahenten von SPD, CDU und Linken tingelt er durch die Stadtteile und verteilt seine Broschüren. „Als ich die Viertel im äußeren Gürtel besuchte, Misburg, Wettbergen und Stöcken, kannte mich dort niemand“, sagt er. Schon in Vahrenwald habe es angefangen. Dort stand er auf dem Marktplatz und niemand habe ihn wiedererkannt.

Die Episode ist bemerkenswert. Sie erzählt vom Unterschied zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung eines langjährigen Kommunalpolitikers, und von der Tragik, dass dieser Unterschied am Ende einer langen politischen Karriere schmerzlich bewusst wird. Schlieckau hatte die OB-Wahl krachend verloren, mit nur elf Prozent der Wählerstimmen blieb er weit hinter seinen Erwartungen zurück. In die Stichwahl hatte er den SPD-Kontrahenten Stefan Schostok zwingen wollen, doch nicht einmal in der Hochburg der Grünen in Linden errang Schlieckau den ersten Platz. „Möglicherweise hätte eine jüngere, weibliche Kandidatin mehr Zuspruch bekommen“, sagt er heute.

Seit 1991 sitzt Schlieckau nun schon im Rat der Stadt, 16 Jahre und acht Monate hat er die Geschicke der Grünen als Fraktionschef bestimmt. Jetzt, mit 64 Jahren, gibt er das Zepter aus der Hand und zieht sich bis zum Ende der Ratsperiode im Herbst 2016 in die zweite Reihe des Stadtparlaments zurück. Den Vorsitz im Kulturausschuss will er noch behalten. Die 31-jährige Freya Markowis übernimmt die Fraktionsführung. „Bei mir wird sich nicht alles auf eine Person konzentrieren“, sagt sie. Sie pflege einen „kooperativen Führungsstil“.

Nun ist Schlieckau nicht als autoritärer Chef bekannt, dennoch bedarf es einer guten Portion Durchsetzungskraft, um sich bei den Grünen so lange an der Macht zu halten. Denn in der Ökopartei gilt das Rotationsprinzip. Nach zwei Legislaturperioden sollte ein Mandatsträger Platz für Nachfolger lassen - es sei denn, die Partei entscheidet sich anders. Im Falle Schlieckaus haben sich die Grünen mehrere Male anders entschieden und für ihren Veteranen gestimmt. „Es gab aber Widerstände. 25 bis 30 Prozent der Mitglieder wollten einen Wechsel“, erzählt Schlieckau.

Zweifellos ist es dem ausgebildeten Sozialarbeiter jahrelang gelungen, seine Mannschaft im Rat zusammenzuhalten und ein gewichtiges Wort in der Stadtpolitik mitzureden. „Wir haben zusammen mit der SPD Akzente gesetzt, etwa im Klimaschutz, beim sozialen Wohnungsbau und bei der Kulturförderung“, sagt Schlieckau. Eine Landeshauptstadt dürfe sich nicht verstecken, daher sei auch ein anspruchsvolles Kulturangebot wie die Kunstfestspiele gerechtfertigt. Die Leidenschaft für das umstrittene Festival teilt Schlieckau mit Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD), ansonsten sind die Schnittmengen überschaubar. Die Millionenausgaben für Straßensanierung, die Schostok anstrengt, sieht Schlieckau kritisch. In den Stadtdialog Hannover 2030 will sich der Grüne nicht mehr einmischen. „Ich überlasse es meiner Nachfolgerin, dort Entwürfe zu machen“, sagt er lächelnd.

Seine Wahlniederlage im vergangenen Jahr hat Schlieckau inzwischen überwunden. Mit heiterer Gelassenheit sieht er seiner letzten Amtshandlung als Fraktionschef entgegen - der Haushaltsrede am Donnerstag, 18. Dezember, im Rat.

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