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Stadt Hannover „Lüttje Lage“: Mit Donald Trump im Zahnarztstuhl
Aus der Region Stadt Hannover „Lüttje Lage“: Mit Donald Trump im Zahnarztstuhl
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16:53 25.10.2018
Michael Zgoll Quelle: Mit Donald Trump im Zahnarztstuhl
Hannover

Ich sitze beim Zahnarzt auf dem Stuhl. Wurzelbehandlung. Der Mann schraubt mit nadelartigen Feilen in meinem Wurzelkanal herum. Ab und zu trifft er einen Nerv. Das schmerzt. Ich denke: Wenigstens in dieser Lage sind alle Menschen gleich. Müssen leiden. Spontan fallen mir ein paar Prominente ein, bei denen sich mein Mitgefühl in Grenzen halten würde. Donald Trump etwa. Oder Wladimir Putin.

Wurzelschaden im Weißen Haus. Karies im Kreml. Und dann? Stehen die Leibwächter im Behandlungszimmer Gewehr bei Fuß? Dürfen sie ihren Chefs beiwohnen, wenn die in unvorteilhafter Pose flachliegen, mit umgebundenen Papierlätzchen und weit aufgerissenen Mündern? Dergestalt sieht man ja wenig vorteilhaft aus, ich möchte nicht, dass mich Frau und Kinder so sehen. Außerdem fühle ich mich Medizinern und Zahnarzthelferinnen in Rückenlage restlos ausgeliefert. Sicher werden sich auch Machos wie Trump und Putin nicht gerne ausgeliefert fühlen. Aber was sollen sie schon machen – beim Zahnarzt?

Und was ist, wenn’s wehtut? Ist die Dentistentätigkeit bei einem Präsidenten ein Himmelfahrtskommando? Wahrscheinlich verkündet Trump beim ersten Schmerzimpuls: „Das ist der schlimmste Arzt, den ich kenne, ab mit ihm nach Mexiko.“ Ein schmerzgeplagter Putin würde wohl den FSB beauftragen, dem Doktor noch etwas stärker auf den Zahn zu fühlen, als dies der Inlandsgeheimdienst eh schon getan hat.

Gerne würde ich auch wissen, ob ein Präsidenten-Zahnarzt eher ein kommunikativer Typ sein sollte oder ein Schweiger. Meinem Doktor muss ich jedes Wort aus der Nase ziehen, er verrät nur ungern, was er gerade in meiner Mundhöhle treibt. Doch vielleicht wäre er für einen Egomanen wie Trump genau der Richtige, denn der würde wahrscheinlich verrückt werden, wenn in seinem Beisein irgendjemand mehr quasselt als er selbst. Apropos verrückt - sage keiner, der US-Präsident sei bereits zu lange dem falschen Doc ausgeliefert gewesen.

Mein Zahnarzt ist vorläufig fertig, hat den Wurzelkanal provisorisch verschlossen. Wenn‘s weitergeht, nächste Woche, werden mich wohl wieder ein paar Promis beim Leiden begleiten. Ist eine nette Ablenkung.

Von Michael Zgoll

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