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Stadt Hannover Ein Fest für die Lutherbibel
Aus der Region Stadt Hannover Ein Fest für die Lutherbibel
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23:04 18.10.2016
Von Simon Benne
Gospelchor Hannover singt bei Präsentation der Lutherbibel in der Marktkirche Quelle: Benne
Hannover

 Im Anfang war das Wort, und das Wort war hebräisch. Da passt es, dass gerade der Europäische Synagogalchor diese Bibelnacht einläutet - mit Psalmvertonungen des jüdischen Komponisten Louis Lewandowski. "Psalmen sind Texte, die Christen und Juden verbinden", sagt Chorleiter Andor Izsàk.

Die Marktkirche zelebriert an diesem Abend eine lange Nacht der Lutherbibel. "Es geht um Weltliteratur, Geheimnis, Mythos - um das Buch der Bücher", sagt Pastorin Hanna Kreisel-Liebermann. Ein vierstündiger Programmmarathon stimmt mit Musik, Lesungen und Talkrunden auf den Verkaufsstart der revidierten Bibelausgabe (Startauflage: mehr als 250 000 Exemplare) ein. Offiziell ist diese ab Mittwoch im Handel - in der Marktkirche dürfen erste Exemplare schon um Mitternacht verkauft werden: "Vermutlich sind wir bundesweit die ersten", sagt Pastor Stephan Lackner: "Ein Bestseller verdient eben besondere Aufmerksamkeit."

Sechs Jahre lang haben 70 Theologen, Germanisten und Liturgiewissenschaftler an der neuen Bibelfassung gearbeitet. Diese löst als offizielle Ausgabe der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) jene Ausgabe ab, die sich seit 1984 rund achtmillionen Mal verkauft hat. Teils haben Stars wie Scorpions-Sänger Klaus Meine und Fußballtrainer Jürgen Klopp besondere Umschläge für die neue Ausgabe designt.

Die passend zum 500. Reformationsjubiläum im kommenden Jahr vorgestellte Version ist genauer an den hebräischen und griechischen Urtexten. Die Sprache wurde außerdem behutsam modernisiert – so wurde aus der „Wehmutter“ in der neuen Version die „Hebamme“. Und die Neufassung soll wieder dichter an Luthers kraftvollem Deutsch sein: "Seine Sprache ist oft bildhaft und theologisch treffend", sagt Steffen Marklein von der Hannoverschen Bibelgesellschaft in der Marktkirche. Typische Luther-Begriffe wie „selig“ und „Heiland“, die in vorigen Ausgaben teils durch Synonyme ersetzt worden waren, wurden nun wieder aufgenommen. 

Luthers legendäre Bibelübersetzung – bis zur Ausgabe von 1545 wachte der Reformator noch höchstselbst über den Text – prägt die deutsche Sprache bis heute wie kein anderes Werk; unter anderem schuf der Reformator Begriffe wie Lästermaul, Morgenland, Otterngezücht und Feuereifer.

Am 23. Psalm führen Interpreten in der Marktkirche vor, wie lebendig Bibelsprache sein kann: Schauspieler Ernst-Erich Buder liest den Text im kraftvollen Luther-Deutsch, Erwin Schütterle liefert eine Übersetzung ins Schwäbische: "Du deckscht mir de Disch und all die, die gege mi sind, kennet nix dagege mache." In der Jugendsprache der "Volxbibel" wird daraus: "Er bringt mich zu einer All-you-can-eat-Bar."

Der Gospelchor Hannover zeigt in der Marktkirche, wie biblische Texte in alten Spirituals swingen können, und auch das Repertoire des ESG-Posaunenchors ist von Chorälen und Luther-Liedern geprägt. HAZ-Redakteur Michael B. Berger, selbst gelernter Theologe, plädiert in einer Talkrunde für einen aufgeklärten Umgang mit der Bibel: "Wenn man die Schrift nicht interpretiert, wird sie zum toten Buchstaben." Museumsdirektor Thomas Schwark berichtet von seiner Jugend im Christlichen Verein Junger Menschen (CVJM): "Damals sind wir mit der Bibel unterm Arm ins Sommerlager gefahren", sagt er. Er sei sehr gespannt auf die neue Ausgabe. Denn eins sei sicher: "Es sind spannende, aufregende Geschichten drin, die zu Herzen gehen."

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