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Stadt Hannover Verkehrsrowdy ignoriert Führerscheinentzug
Aus der Region Stadt Hannover Verkehrsrowdy ignoriert Führerscheinentzug
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00:26 14.12.2014
Von Michael Zgoll
Nachdem Markus S. in einer Gerichtsverhandlung die Fahrerlaubnis entzogen wurde, setzte er sich auf seinen Roller und fuhr davon. Quelle: Philipp von Ditfurth
Hannover

Am Donnerstag verpasste ihm Amtsrichter Koray Freudenberg die nächste Strafe: Wegen Fahrens ohne Führerschein bekam S. eine Geldstrafe von 120 Tagessätzen à 15 Euro aufgebrummt. Außerdem verhängte das Gericht ein dreimonatiges Fahrverbot – selbst ein Mofa darf der 31-Jährige die nächsten Wochen nicht mehr anrühren.

Der Angeklagte ist schon mehrfach wegen rücksichtslosen Fahrens verurteilt worden, der Entzug der Fahrerlaubnis ist für ihn nichts Neues. Das Verfahren im Februar hatte sich um einige riskante Überholmanöver auf der Bornumer Straße gedreht. Markus S. hatte am Steuer eines Autos gesessen und eine Motorradfahrerin mehrfach rechts wie links und sogar auf der gleichen Spur überholt; dabei bedrängte er die Frau so sehr, dass sie fast gestürzt wäre. Nach der Verurteilung sollte S. seinen Führerschein abgeben und wurde noch im Gerichtssaal durchsucht – vergeblich. Ausdrücklich wies ihn der Richter darauf hin, nicht auf die Idee zu kommen, mit einem motorisierten Fahrzeug nach Hause zu fahren: S. hatte einen Motorradhelm dabei.

Der Verurteile startet seinen Motorroller und braust davon

Wenige Minuten später glaubte ein Rentner, der der Verhandlung als Zuschauer beigewohnt hatte, seinen Augen nicht zu trauen. Es sah, wie sich der Verurteilte an der Ecke Volgersweg/Augustenstraße seinen Helm aufsetzte, einen schweren Motorroller startete und Richtung Sparkassenzentrale davonfuhr. Der empörte Senior sprach eine Politesse an, die in der Nähe stand, eilte dann ins Gericht, um seine Beobachtungen kundzutun. Wie der 70-jährige Zeuge  schilderte, achtete er aber nicht mehr darauf, in welche Richtung S. nach der nächsten Ampel fuhr.

Nun waren zur Verhandlung noch weitere Zeugen geladen: Ein Paar, mit dem der Angeklagte befreundet ist. Die beiden sagten aus, dass Markus S. sie nach Prozessende angerufen habe und sie ihn eine halbe Stunde später von einem Parkplatz hinter dem Hauptbahnhof abgeholt hätten. Dann habe die Frau S. im Auto zu seiner Wohnung gefahren, während ihr Mann den Motorroller nach Limmer manövriert habe. Pikant an dieser Aussage war, dass eben dieser Zeuge auch schon im Februar versucht hatte, S. zu entlasten – damals mit seiner Aussage aber Schiffbruch erlitten hatte. Doch Richter Freudenberg konnte dem Paar nicht nachweisen, dass es gelogen hatte. Auch blieb offen, ob S. ursprünglich mit dem Motorroller nach Hause fahren wollte, dieses Vorhaben aber aufgab, weil er sich von Rentner oder Politesse beobachtet fühlte.

Eine „unglaubliche Dreistigkeit“

So hatte der Angeklagte noch Glück im Unglück, dass ihm das Gericht nur eine „Kurzfahrt“ von wenigen Metern nachweisen konnte. Ansonsten wäre die Strafe wohl eher im Sinne der Staatsanwältin ausgefallen, die für eine Freiheitsstrafe von vier Monaten ohne Bewährung plädiert hatte. Nichtsdestotrotz nannte Freudenberg die unmittelbar auf den Führerscheinentzug folgende Fahrt eine „unglaubliche Dreistigkeit“ – und die 1800 Euro Geldstrafe werden den verurteilten Hartz-IV-Empfänger sicher auch schmerzen.

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