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Stadt Hannover Mauerkünstler Rueda soll Häuser bunt ansprühen
Aus der Region Stadt Hannover Mauerkünstler Rueda soll Häuser bunt ansprühen
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07:52 12.01.2017
Von Conrad von Meding
Wenig belehrend, dafür kaleidoskopartig bunt: Der Muralist Farid Rueda aus Mexiko an seinem Eulenwerk im Lister Neubaugebiet. Foto: Wilde Quelle: Frank Wilde
Hannover

Derzeit gestaltet Farid Rueda, einer der bekanntesten Wandkünstler Mexikos, mehrere Flächen im Lister Neubauviertel „Vier“ am Pelikangelände. In Kürze sollen weitere Projekte mit hannoverschen Graffitikünstlern starten, kündigt Gundlach-Chef Lorenz Hansen an.

Eule als Sicherheitssymbol

Insgesamt vier Einzelbilder sprüht Rueda in dem Wohnquartier, das erste ist seit gestern fertig. Im Eingang des Mehrfamilienhauses Günther-Wagner-Allee 45 gehen die Mieter künftig an einer großen Eule mit stechendem Blick vorbei, ein anderes Bild zeigt grafisch verfremdete Federn. Die Motive werden künftig überall in Hannover zu sehen sein: Gundlach will sie auf Folie kopieren und mit diesen zwei E-Autos aus ihrem Fuhrpark bekleben. So wolle man dazu beitragen, dass Hannover farbenfroher werde, sagt Hansen.

Angeschoben hat das Projekt die hannoversche Kunstvermittlerin Mansha Friedrich, die auch schon für das Haus am Cityring Graffitikünstler aus Portugal geholt hat. Der Mexikaner Rueda ist in seiner Heimat ein Ausnahmekünstler, hat schon viele Wände in Südamerika und inzwischen auch Europa gestaltet. Warum die Eule? „Das Tier gilt in meiner Heimat als Symbol für Sicherheit und Schutz“, sagt Rueda. Künstlerisch zu einer Art Totem verfremdet, passe es sowohl zur Autobeklebung als auch zum Hauseingang: „Es wacht über die Hausbewohner.“

Muralismen (spanisch für Wandgemälde) haben in Mexiko eine lange Kunsttradition. Dort sind seit den Zwanzigerjahren großartige und -formatige Werke entstanden, meist mit politischem Inhalt, um die damals vielfach analphabetische Bevölkerung über Landesgeschichte aufzuklären. Die Rueda-Motive sind als Kunstform deutlich grafischer, moderner, kaleidoskopartiger. Und sie dienen mehr der schönen Optik als einer politisierenden Kunst - da die Bewohner im Quartier „Vier“ überwiegend keine Analphabeten sein dürften, brauchen sie wohl auch keine Aufklärung. Die Mieter seien begeistert gewesen, sagt Organisatorin Friedrich: „Als sie das Muralismo im Hauseingang gesehen haben, wollten einige sich gleich Leinwände von Farid Rueda besprühen lassen.“ Auch aus Nachbarhäusern habe es Anfragen gegeben, ob Ähnliches geplant sei.

Lokale Künstler starten bald

Bis Freitag ist der 30-Jährige noch in Hannover, dann muss er an einem anderen Auftrag in Brüssel weiterarbeiten. In Kürze will Gundlach weitere Projekte mit lokalen Graffitikünstlern starten, deren Werke Autos zieren sollen. Und auch weitere Fassadenwerke sind in Aussicht gestellt. „Es gibt viele Häuser und Fassaden in Hannover, die sich für farbige Kunst eignen“, sagt Gundlach-Chef Hansen.

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