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Stadt Hannover Mauschel-Verdacht bei Üstra-Rock-Projekt
Aus der Region Stadt Hannover Mauschel-Verdacht bei Üstra-Rock-Projekt
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06:00 26.07.2017
Von Conrad von Meding
Besondere Dienstkleidung: Üstra-Fahrer erschienen mit Rock zur Präsentation der Kampagne. Quelle: Rainer Dröse
Hannover

Der Vorfall ist anonym bei der Stelle für Korruptionsbekämpfung des Innenministeriums angezeigt worden. Die Üstra, Tochter der Region, muss auch im Regionshaus kurzfristig Bericht erstatten. Üstra-Vorstand Wilhelm Lindenberg sagte Dienstag der HAZ: „Vergaberechtlich sind keine Fehler gemacht worden.“ Auch Vetternwirtschaft habe es nicht gegeben.

Der Vorgang hat aber mindestens Geschmäckle. Die Üstra hatte 2015 per Ausschreibung eine Agentur gesucht, die eine Kampagne zum Rekrutieren weiblicher Mitarbeiter konzipiert. Lindenberg sagt, dabei sei die Agentur „Wenn & Aber“ unter fünf Bewerbern als Sieger hervorgegangen, die jetzt in der Kritik steht. Denn die Üstra hat die Ausschreibung kurz darauf wiederholt, erweitert um den Auftrag, auch die „Üstra-Karriereseite“ im Internet zu erneuern. Dabei gab es sechs Bewerber, es setzte sich die neu hinzugekommene Agentur durch. Mit der habe später die Chemie nicht gestimmt, sodass sie nur den Auftrag für die Website bekam - das gesamte andere Projekt wurde ohne weitere Ausschreibung an „Wenn & Aber“ vergeben. In dem anonymen Brief ist von etwa 100.000 Euro Auftragsvolumen die Rede, Lindenberg sagt, die Summe sei geringer. Agenturgeschäftsführer Frank Kudlinski wollte sich Dienstag nicht zum Vorgang äußern oder dazu, wie intensiv seine Ehefrau in der Agentur mitarbeitet.

Üstra-Vorstand Lindenberg sagt, die Firmenjuristen hätten den Fall geprüft, gegen das Vergaberecht sei nicht verstoßen worden. Üstra-Sprecher Udo Iwannek ergänzt, es gebe kein Gesetz, das Eheleuten von Mitarbeitern einer Firma verbiete, gute Projekte zu entwickeln. Die Kampagne „Üstra rockt“, bei der sich männliche Mitarbeiter in Röcken zeigen, sei „einer der erfolgreichsten Kampagnen der letzten 20 Jahre“ gewesen. Etwa 170 Frauen hätten sich daraufhin beworben. Verkehrsunternehmen aus der ganzen Welt, unter anderem Taiwan, hätten Interesse an dem Konzept, auch hannoversche Firmen wie Conti, Bahlsen, der TÜV und die Protec. In Kürze solle die Kampagne auch auf EU-Ebene vorgestellt werden.

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