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Stadt Hannover 27-Jähriger greift Häftling mit Messer an
Aus der Region Stadt Hannover 27-Jähriger greift Häftling mit Messer an
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00:15 19.12.2014
Von Tobias Morchner
In der JVA Hannover kam es wieder zu einem Zwischenfall.  Quelle: Ralf Decker (Archiv)
Hannover

Erneuter Zwischenfall in der Justizvollzugsanstalt Hannover: Anfang Dezember hat ein Gefangener mit einem Besteckmesser angegriffen und schwer verletzt. Nur zwei Tage zuvor hatte der als psychisch auffällig geltende gebürtige Syrer eine Gewalttat angedroht und war kurzzeitig in eine speziell gesicherte Zelle verlegt worden. Dennoch konnte er wenig später in seinen gewohnten Alltag zurückkehren.

Wie erst jetzt bekannt wurde, ging der 27-jährige Ahmed M. am 5. Dezember mit einem Besteckmesser auf seinen Mitgefangenen Florian D. los. Das 23 Jahre alte Opfer trug einen 15 Zentimeter lange Schnitt am Hals davon, der die Halsschlagader nur knapp verfehlte. Anschließend warf Ahmed M. einen zerbrochenen Teller auf einen weiteren Mitgefangenen und verletzte diesen ebenfalls am Hals. Die Gefängnisleitung hat Strafanzeige gegen Ahmed M. erstattet.
Der Streit eskalierte gegen 17.20 Uhr in Hafthaus 5, wo die Untersuchungshäftlinge untergebracht sind. Wie aus Unterlagen hervorgeht, die der HAZ zugespielt wurden, warteten die Inhaftierten gerade auf ihr Abendessen. Plötzlich soll M. sich eines der Messer vom Tisch gegriffen und damit auf den 23-Jährigen eingestochen haben. Florian D. flüchtete aus dem Aufenthaltsraum, versuchte, die Blutung an seinem Hals mit der Hand zu stoppen, und rief: „Er hat ein Messer.“ Die Vollzugsbeamten lösten sofort Alarm aus.

„Ich werde mich umbringen und andere mitnehmen“

Währenddessen zerbrach Ahmed M. offenbar einen oder mehrere Teller und ging damit auf die anderen Untersuchungshäftlinge los. Dabei verletzte er einen 28-jährigen Mitgefangenen am Hals. Das Opfer musste ambulant versorgt werden. Den Vollzugsbeamten gelang es schließlich, den Angreifer zu überwältigen. Dabei wurde auch Ahmed M. leicht verletzt.

Warum M., der wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung in Haft ist, auf die beiden Männer losgegangen ist, steht noch nicht fest. Wie es heißt, soll M. zwei Tage vor der Attacke Selbstmordabsichten geäußert haben. „Ich werde mich umbringen und andere mitnehmen“, habe er gesagt. Daraufhin brachten Vollzugsbeamte ihn in einen besonders gesicherten Haftraum (BGH).

Nach den Unterlagen, die der HAZ vorliegen, wurde M. allerdings wenig später wieder in eine normale Zelle verlegt. Es gehe keine Gefahr mehr von ihm aus, habe ein Vorgesetzter gesagt. Vollzugsbeamte, die regelmäßig mit Ahmed M. zu tun hatten, sollen dagegen immer wieder vor ihm gewarnt haben.

In der JVA stößt manchem auch auf, dass die Polizei nicht unmittelbar nach dem Übergriff eingeschaltet wurde. Eine Beweisaufnahme, wie sie in solchen Fällen eigentlich üblich ist, blieb deswegen aus. „Die unmittelbare Einschaltung der Polizei war in diesem Fall nicht erforderlich“, sagt Marika Tödt, Sprecherin des Justizministeriums. Die Ermittler würden in der Regel dann hinzugezogen, wenn der Täter unklar sei. „In diesem Fall war der Täter unmittelbar während der Tat dingfest gemacht worden“, so Tödt.

Zweiter Vorfall innerhalb kurzer Zeit

Bereits Ende November war es in der Gefängnisküche zu einem Vorfall gekommen. Sieben Inhaftierte hatten sich Zugang zu dem Schrank verschafft, in dem der Kochwein und andere Spirituosen aufbewahrt waren. Sie leerten acht Zwei-Liter-Flaschen Kochwein und eine Flasche Martini – ohne, dass es den Bediensteten zunächst aufgefallen war.     

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