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Stadt Hannover Muss der Hermes-Brunnen weg?
Aus der Region Stadt Hannover Muss der Hermes-Brunnen weg?
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22:22 12.01.2017
Von Andreas Schinkel
Der umstrittene Brunnen. Quelle: Simon Peters
Hannover

Der Brunnen auf dem Andreas-Hermes-Platz hinter dem Raschplatz hat in der Politik nicht mehr viele Freunde. SPD, Grüne, FDP und CDU wollen ihn weichen sehen, möglicherweise zugunsten neuer Wohnhäuser. Nun aber erhält der stets verdreckte Trinkertreff Fürsprache von ungeahnter Seite: von einem Waldfreund und AfD-Bezirksratsherrn.

„Der Brunnen trägt dazu bei, die Luft in der City zu befeuchten und dem Klimawandel entgegenzuwirken“, sagt Hans-Heinrich Prieß, der auch Mitglied des Eilenriedebeirats ist. In der kommenden Sitzung des Gremiums will er das Thema auf die Tagesordnung setzen. Dass sich der Wald-Beirat mit dem Cityplatz beschäftigt, hält Prieß nicht für abwegig. Schließlich gehöre der Brunnen zu den „ausgefransten Rändern der Eilenriede“.

Zum einen geht es dem 75-Jährigen um Umweltaspekte: Prieß ist Mitglied des Vereins für Insektenkunde und hat bereits zwei Wasserfloh-Arten im Hermes-Brunnen ausgemacht, ebenso Steinfliegen-Larven. „Die Selbstreinigungskräfte des Gewässers funktionieren“, sagt er. Die Wasserlebewesen könnten Fäkalien und Kadaver, etwa tote Ratten, zersetzen - nicht aber Plastikmüll. Prieß fordert also: Die Stadt müsse den Brunnen häufiger säubern. „Wie auf dem Schünemannplatz in Ricklingen“, sagt Prieß. Dort werde regelmäßig gereinigt, sodass sich Menschen gerne auf dem Areal treffen.

Dass es vor allem Trinkergruppen sind, die sich auf dem Schünemannplatz heimisch fühlen, ist Prieß nicht entgangen. In Ricklingen kennt er sich aus, er sitzt dort für die AfD im Bezirksrat. „Wir sollten Trinkern auch am Brunnen auf dem Andreas-Hermes-Platz einen Ort zum Verweilen gönnen und sie nicht durch eine Bebauung verdrängen“, findet Prieß.

In der Ratspolitik löst der Vorstoß Kopfschütteln aus. „Der Eilenriedebeirat soll sich um die Eilenriede kümmern“, sagt FDP-Fraktionschef Wilfried Engelke. Zudem sei der Bezirksrat Ricklingen nicht für Vorgänge in der Stadtmitte zuständig.

Dennoch ist Prieß nicht der einzige Brunnen-Befürworter. Hannovers ehemaliger Grünflächenchef, Prof. Kaspar Klaffke, hat die Ratspolitik in einem Schreiben ermuntert, noch einmal über den Brunnen und seine Funktion im Stadtbild nachzudenken.

Fest steht aber, dass ein anderes Wasserspiel auf dem Platz, die sogenannte Wasserwand, weichen muss. An ihrer Stelle errichtet die Bauwo ein 15-stöckiges Hotel. Die Grünen im Bezirksrat Mitte hätten sich gewünscht, dass zumindest dieser Brunnen erhalten bleibt.

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