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Stadt Hannover Mutmaßlicher Sprayer durch Stromschlag schwer verletzt
Aus der Region Stadt Hannover Mutmaßlicher Sprayer durch Stromschlag schwer verletzt
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20:21 17.11.2017
Der Unfall ereignete nahe des Bahnhofs Nordstadt. Quelle: Christian Elsner
Hannover

  Als der junge Mann auf einen Waggon kletterte, kam es offenbar zu dem lebensgefährlichen Kurzschluss. Nur wenige Hundert Meter entfernt ereignete sich 2012 ein tödlicher Stromunfall. 

Der Zwischenfall geschah am Freitag gegen 4.20 Uhr. „Ein Anwohner hat den Notruf gewählt“, sagt Detlef Lenger, Sprecher der Bundespolizeiinspektion Hannover. Es habe demnach einen lauten Knall gegeben. Nach derzeitigem Ermittlungsstand war der 26-Jährige der 15 000-Volt-Oberleitung über dem Waggon zu nahe gekommen. Bereits bei einem Abstand von unter zwei Metern kann ein gefährlicher Lichtbogen entstehen. 

Der Abschnitt wurde umgehend stromlos geschaltet und die Oberleitung geerdet, erst danach konnten die Rettungsmaßnahmen beginnen. „Der 26-Jährige kam lebend ins Krankenhaus“, sagt Lenger. Sein Gesundheitszustand sei kritisch, aber stabil. Der Einsatz im Rangierbahnhof dauerte bis etwa 5.30 Uhr, im Anschluss musste die Oberleitung repariert werden. Zahlreiche Umleitungen und Verspätungen im Bahnverkehr waren die Folge. 

Am benachbarten Nordstadt-Bahnhof waren vor fünf Jahren zwei Handwerker ums Leben gekommen. Während Reinigungsarbeiten an der blauen Glasfassade kippte die Aluminiumleiter im Juli 2012 nach hinten und gegen die Oberleitung. Der 21- und 45-Jährige erlitten vor den Augen zahlreicher Fahrgäste tödliche Stromschläge und verbrannten. 

Mit Blick auf den Unfall vom Freitag warnt Bundespolizist Lenger daher vor dem Betreten von Bahnanlagen. „Die Gefahren sind nicht immer zu sehen“, sagt er. Selbst nach dem Abschalten des Stroms fließen nach Angaben der Feuerwehr mitunter immer noch 8000 Volt durch das System. „Es ist absolut lebensgefährlich“, sagt Feuerwehrsprecher Benjamin Pawlak. Die Einsatzkräfte beträten Gleise erst, wenn der Strom abgestellt und die Oberleitungen durch Bahn oder Feuerwehr geerdet seien. Deshalb rät Pawlak auch Ersthelfern, nicht sofort auf Stromopfer zuzugehen. „Durch den Körper kann immer noch Elektrizität fließen“, sagt er. Auch wenn es Laien schwerfalle, sollten sie daher unbedingt Abstand halten. 

Die Bundespolizei hat die Unfall­ermittlungen aufgenommen. Zeugen werden gebeten, sich unter der Rufnummer (05 11) 30 36 50 zu melden. 

Von Peer Hellerling

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