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Stadt Hannover Schulleiter befürchten weitere Überstunden
Aus der Region Stadt Hannover Schulleiter befürchten weitere Überstunden
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09:47 27.05.2017
Von Bärbel Hilbig
Quelle: Julian Stratenschulte/dpa (Symbolbild)
Hannover

Lässt sich Unterrichtsausfall beheben, indem die vorhandenen Lehrer von anderen Aufgaben entlastet werden? Schulleiter sehen den Vorstoß des CDU-Spitzenkandidaten Bernd Althusmann mit Skepsis. Er will im Fall eines Wahlsiegs die Freistellung von Lehrern und Entlastungsstunden für besondere Tätigkeiten überprüfen und zurückfahren.

Lehrer im Kindergarten

Dass etwa Grundschullehrer Kinder mit mangelnden Deutschkenntnissen bereits ein Jahr vor der Einschulung unterrichten, hält Cornelia Heimbucher für immens wichtig. „Wir müssen frühzeitig einen Kontakt zu diesen Kindern aufbauen“, betont die Leiterin der Hainhölzer Fichteschule. Gezielte Förderung durch ausgebildete Lehrer sei nicht zu ersetzen: „Diese Kinder fallen sonst hinten runter.“ An Heimbuchers Schule im Einwandererstadtteil bekommen mehr als die Hälfte der Kinder den vorschulischen Deutschunterricht, den CDU-Spitzenkandidat Althusmann kippen will. Eingeführt hatte das Modell CDU-Kultusminister Bernd Busemann im Jahr 2004 zunächst als sechsmonatige Förderung, seit 2006 läuft der Unterricht zwölf Monate.

Lehrer als Koordinatoren

Auf den Prüfstand sollen auch die Entlastungsstunden, die Lehrer bekommen, wenn sie zusätzliche Aufgaben übernehmen. Das könnte Gruppenleiter für die einzelnen Fächer oder Jahrgangsleiter treffen, die Unterrichtspläne und Lernziele mit ihren Kollegen abstimmen. „Diese Lehrer leisten ganz viel Koordinierungsarbeit. Das muss auch gemacht und vergütet werden“, sagt Beate Günther, Leiterin der Kleefelder Schillerschule. Michael Bax, Leiter der Integrierten Gesamtschule Mühlenberg, verweist darauf, dass das Kultusministerium beständig neue Aufgaben an die Schulen herantrage. Er nennt als ein Beispiel die Erarbeitung neuer Kerncurricula. „Es muss Menschen geben, die das steuern.“

Schulleiter billigen Lehrern auch Extrastunden zu, die Projekte und Wettbewerbe betreuen. „Der Pflichtunterricht geht für uns aber immer vor“, beteuert Günther. Sobald Pflichtunterricht auszufallen droht, müssten Schulleiter „mit Augenmaß“ in anderen Bereichen kürzen. Günther plädiert dafür, Rektoren Entscheidungsspielraum zu lassen. „Für manche Schulen ist der Förderunterricht enorm wichtig, für andere das Ganztagsangebot.“

Schulleiter als Springer

Lücken klaffen allerorten. So sind Lehrer an den Studienseminaren in der Ausbildung der Referendare unverzichtbar. Ihre eigene Schule müsste für diese Stunden Ersatz bekommen. „Das ist im Moment schwierig“, berichtet Heimbucher. Als Grundschulleiterin bekommt sie ohnehin besonders wenig Entlastungsstunden - und verzichtet oft auch noch darauf, weil sie für kranke Kollegen einspringt. „Das passiert an allen Grundschulen. Wir gehen an die Grenzen, damit der Betrieb läuft.“

Pause bei der Inklusion – ein umstrittenes Ziel

Die CDU kündigt in ihrem Wahlkampfpapier zum Thema Bildung eine einjährige Denkpause beim Unterricht von behinderten und nicht behinderten Kindern (Inklusion) an. In dieser Zeit sollen keine weiteren Förderschulen schließen. Unter Eltern und Lehrern ist das Thema heftig umstritten. Viele beklagen mangelnde Vorbereitung und fehlendes Personal, andere betonen das Recht Behinderter auf Teilhabe in „normalen“ Einrichtungen.

Es sei Zeit für eine Zwischenbilanz, meint Beate Günther, Leiterin der Schillerschule: „Wir sollten sehen, was gut funktioniert und was nicht und wo Mitarbeiter gebraucht werden, um dann weiterzumachen.“ Dagegen fragt Michael Bax, Leiter der IGS Mühlenberg, welches Ziel mit einem Ausbaustopp verfolgt werde. Das Fehlen von Förderschullehrern falle in die Verantwortung von Bernd Althusmann, bis 2013 Kultusminister in Niedersachsen. „Die Inklusion ist nicht erst mit der Regierung Weil vom Himmel gefallen. Dass sie gefordert ist und damit ein höherer Bedarf an Lehrern entsteht, war bekannt.“

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