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Stadt Hannover Klagesmarkt-Neubauten sind bezogen
Aus der Region Stadt Hannover Klagesmarkt-Neubauten sind bezogen
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00:17 28.08.2017
Von Conrad von Meding
Gut gelaunte Bewohner (v. li.): Karin Woidke, Willi Nickel, Christine Jung und Heike Bürg im Innenhof des Neubaus. Quelle: Clemens Heidrich
Hannover

Morgens wurde noch der Bausand im Innenhof weggefegt, dann war das neue Wohn- und Geschäftsquartier auf dem Klagesmarkt bereit für das Eröffnungsfest. Jahrelang war über die Bebauung von Innenstadtplätzen gestritten worden. Kritiker fürchteten das Zubetonieren der Stadt, das Fehlen von Erholungsräumen, exorbitante Mieten und argumentierten, niemand wolle so zentral wohnen. Am Klagesmarkt ist jetzt erstmals zu sehen, was daraus geworden ist. So viel lässt sich sagen: Beim Eröffnungsfest schienen alle ganz zufrieden.

„Seit 40 Jahren habe ich davon geträumt, in ein gemeinschaftliches Wohnprojekt einzuziehen“, sagt etwa Christine Jung, die mit ihrem Mann aus beruflichen Gründen nach Hannover gekommen ist. Mit ihrer neuen Nachbarin Heike Bürg ist sie sich einig: Ein tolles Quartier sei es geworden. „Wir fühlen uns hier gut aufgenommen“, sagt Willi Nickel, „die Chemie stimmt“, findet auch Karin Woidke. Es scheint eine fröhliche Mischung Menschen zu sein, die in die 100 Wohnungen eingezogen ist. Der Altersdurchschnitt liegt gefühlt deutlich über 40, weil auch viele Wohnungen mit Betreuungsangeboten angeboten werden – die hauseigene Kita verjüngt den Schnitt der Gebäudenutzer aber wieder. Oberbürgermeister Stefan Schostok erinnerte an die „lange Vorlaufzeit“ des Projekts – seit dem Stadtdialog City 2020 im Jahr 2008 wurde darüber debattiert. Heute lasse sich gut verfolgen, wie sich die Innenstadt auch am Marstall, am Hohen Ufer und am Trammplatz neu erfinde: „Das Stadtbild verändert sich enorm, es bekommt mit jedem Stein ein neues Gesicht.“

Bürgermeister Thomas Hermann erinnerte daran, dass zur Umgestaltung auch gehörte, den Verkehrskreisel durch eine kleinere Kreuzung zu ersetzen und die Grünfläche des alten Friedhofs aufzuwerten. Städtebaulich sei es ein Gewinn gewesen, fünf Architekturbüros zu beauftragen: Ihre unterschiedliche Gestaltung von Gebäudeabschnitte soll den Block weniger monolithisch wirken lassen.

Gekostet hat der Komplex rund 50 Millionen Euro, Bauherr ist die kommunale Wohnungsgesellschaft Hanova. Geschäftsführer Karsten Klaus ist mit seinem 180-köpfigen Team dort eingezogen. „Es hat Spaß gemacht, sich solch ein Aushängeschild errichten zu dürfen“, sagt er. Der Komplex umfasst mehrere Geschäfte, eine Bäckereikette und ein Wohncafé. Die Mieten liegen zwischen 5,40 und 9 Euro pro Quadratmeter – für ein Neubauprojekt ungewöhnlich niedrig.

Zwischen Anzeiger-Hochhaus und Christuskirche sollte sich der Neubau harmonisch in die hannoversche Backsteinoptik einfügen. 450 000 Klinkersteine in verschiedenen Rottönen garnieren daher die Fassaden. Insgesamt seien 13 500 Kubikmeter Beton verbaut worden und 2100 Tonnen Bewehrungsstahl, sagte Bauherr und Hanova-Geschäftsführer Karsten Klaus bei der Eröffnung.

Die Eröffnung feierten (kleines Bild, v. li.) Hanova-Geschäftsführer Karsten Klaus, Oberbürgermeister Stefan Schostok, Bewohnersprecherin Ingeborg Dahlmann und Bürgermeister Thomas Hermann. Quelle: Clemens Heidrich

Auf dem 14 600 Quadratmeter großen Innenstadtgrundstück sind so 6300 Quadratmeter Gebäudefläche entstanden in Passivhausstandard mit Fernwärmeanschluss. 30 Prozent der Wohnungen sind öffentlich gefördert. 28 Bewohner haben sich in einem Verein „Wohnen am Klagesmarkt“ zusammengeschlossen und organisieren ein gemeinschaftliches Wohnprojekt. Der Klagesmarkt sei dafür „der Wunschort“ gewesen, sagte Vereinssprecherin Ingeborg Dahlmann.

Die Klagesmarkt-Bebauung ist ein Baustein im Konzept, wieder mehr Wohnen in der City zu ermöglichen. Weitere Wohn- und Geschäftshäuser entstehen derzeit am Marstall und Hohen Ufer, geplant sind auch Neubaten am Köbelinger Markt, wenn dort das Bürgeramt abgerissen ist. Eine Bebauung am Steintor wird derzeit nicht weiterverfolgt.

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