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Stadt Hannover Müssen Sammelstellen für Kompost schließen?
Aus der Region Stadt Hannover Müssen Sammelstellen für Kompost schließen?
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20:12 07.12.2016
Von Mathias Klein
Die Sammelstellen, wie hier in Altwarmbüchen, sind bedroht. Quelle: Dröse
Hannover

Die Pläne der Bundesregierung aus CDU und SPD für eine neue Düngeverordnung bereiten dem Abfallwirtschaftsbetrieb Aha derzeit Sorgen. Denn sollte der vorliegende Entwurf tatsächlich ohne Änderung verabschiedet werden, droht die Schließung der 55 Grüngut-Annahmestellen im Umland. Dort können die Bürger bislang kostenlos Baum- und Heckenschnitt sowie Herbstlaub abliefern.

Kompost wird unattraktiv

Nach den bisherigen Plänen soll in der neuen Verordnung der Kompost mit der für das Grundwasser gefährlichen Gülle gleichgestellt werden. Damit wäre für die Landwirte die Bodenverbesserung mit Kompost unattraktiv, Experten erwarten, dass die Bauern dann noch stärker auf Mineraldünger, der industriell hergestellt wird, ausweichen würden. Das würde nach Angaben von Aha die Nachfrage nach dem Kompost aus dem Kompostwerk des Entsorgungsunternehmens fast vollständig zum Erliegen bringen - die Schließung der von der Landwirtschaft betriebenen Grüngutannahmestellen wäre die Folge. Möglicherweise hätte das dann auch Auswirkungen auf die Müllgebühren. Denn Aha würde auf dem Großteil seines Kompostes sitzen bleiben und müsste ihn entsorgen.

Pro Jahr landen 180 000 Tonnen Grüngut und Bioabfälle beim Abfallwirtschaftsbetrieb. Ein Drittel davon kommt über die Grüngutannahmestellen zu Aha. Das Unternehmen verarbeitet 120 000 Tonnen dieser Grünabfälle zu 58 000 Tonnen Kompost. Ein Großteil davon wird zum Teil von Bauern auf den Feldern verteilt und wird von Aha an einen Blumenerde-Hersteller verkauft. Außerdem können sich Bürger der Region kostenlos Kompost bei Aha abholen.

Unterdessen dringt auch das Landesagrarministerium auf eine Änderung der Pläne für die Düngeverordnung. Es gebe hier ein Problem mit dem unkontrollierten Verteilen von Gülle und nicht mit der Überdüngung durch Kompost, sagt Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne).

Grünabfall künftig im Ofen?

„Es wäre absurd, wenn der Kompost in Hannover künftig nicht nur unökologisch, sondern auch noch mit erheblichem finanziellen Aufwand verbrannt werden müsste“, sagt der Abfallexperte der Grünen-Regionsfraktion, Fabian Peters. Die Bundesregierung schachere mit ihren Plänen den Müllverbrennungsanlagen zusätzliche Aufträge zu.

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