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Stadt Hannover Wird so Hannovers neue Markthalle aussehen?
Aus der Region Stadt Hannover Wird so Hannovers neue Markthalle aussehen?
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00:17 22.07.2017
Von Conrad von Meding
So wie auf dem kleinen Entwurf könnte die Markthalle (großes Bild) vielleicht bald aussehen. Quelle: Schaarschmidt/Stadtbaukultur
Hannover

Wenn in Kürze das Bürgeramt Köbelinger Markt abgerissen wird, wollen die Hamburger Investoren das Grundstück kaufen und eine deutlich größere Markthalle, kombiniert mit Wohnungsbau, auf dem Gesamtgrundstück schaffen. Die Architektur soll sich an das historische Vorbild anlehnen. Bei der Stadt ist man weiterhin skeptisch.

Überall boomen Markthallen

„Hannovers Innenstadt würde endlich einen Magneten erhalten, der Touristen und Stadtbummler von Bahnhof und Kröpcke auch wieder in die Altstadt locken würde“, sagt Albin Homeyer vom Verein Hannoversche Stadtbaukultur, der das Thema seit Jahren forciert. Rainer Beckmann vom Immobilienverein Haus & Grundeigentum sagt: „Ich finde alles gut, was Hannover nach vorne bringt – und dieses Projekt gehört definitiv dazu.“ Er erinnert daran, dass auch der Wiederaufbau von Schloss Herrenhausen jahrzehntelang umstritten war: „Heute stellt das niemand mehr infrage, im Gegenteil: Jeder schmückt sich gerne mit dieser Errungenschaft.“

In vielen europäischen Städten boomen Markthallen. Rotterdam hat sich kürzlich eine neue Markthalle spendiert (vom gleichen Architekturbüro wie der Niederländische Expo-Pavillon), in der innen Marktstände wirtschaften und außen Wohnungen eingerichtet sind – allerdings in einer hochmodernen Architektur. „Die Optik müssen die Rotterdamer mit sich selbst abmachenn. Wir stehen eher auf traditionelle Architektur“, sagt ein Vertreter der Hamburger Investorenfamilie, die derzeit namentlich nicht genannt werden will.

Die Familie ist im Lebensmittelgeschäft tätig, betreibt in Frankreich eine Delikattessenkette. „Wenn wir auch in Deutschland weiter hochwertige Lebensmittel verkaufen wollen, brauchen wir Orte, an denen die Menschen gerne einkaufen“, sagt er: „Wir würden solch einen Ort gerne in Hannover neu schaffen.“ Im vergangenen Jahr war man bei der Stadt abgeblitzt, damals ging es darum, die Markthalle in ihrer alten Optik wieder aufzubauen. Jetzt wagen die Investoren einen neuen Versuch für ihr Projekt in dreistelliger Millionenhöhe.

Bodemann: Für Gespräche offen

Stadtbaurat Uwe Bodemann betonte am Mittwoch: „Für Gespräche mit Investoren sind wir immer offen in dieser Stadt.“ Allerdings verweist er darauf, dass die 1954 errichtete Nachkriegs-Markthalle unter Denkmalschutz steht. „Wir haben den Initiatoren einen Gesprächstermin mit unserem Denkmalschutz angeboten“, sagt Bodemann. Er kenne das neue Konzept nicht und wolle es daher nicht bewerten. „Ich glaube aber, dass die Markthalle in ihrer jetzigen Größe gut ist. Ich habe Zweifel, ob eine größere wirtschaftlich funktioniert.“

Die Investoren können sich vorstellen, das Projekt in zwei Bauabschnitten zu errichten. Derzeit läuft das Bebauungsplanverfahren für den Köbelinger Markt, basierend auf dem Entwurf des Architekten Trojan sollen Wohnhäuser mit Geschäften im Erdgeschoss entstehen. Die Pläne müssten geändert werden, dann könnte dort der erste Bauabschnitt entstehen. Wenn er fertig ist, könnten die Standbetreiber aus der bisherigen Markthalle umziehen, dann würde sie abgerissen und dort der Neubau gestartet. Die Investoren wollen unter dem Neubau eine Tiefgarage mit 400 Stellplätzen anlegen und die historischen Gewölbe der alten Markthalle sanieren. Ob die Architektur am Ende so aussehen würde wie jetzt skizziert, ist offen. „Es sind nur erste Entwürfe“, sagt Homeyer.

„Projekt ist wirtschaftlich“

Bei den Standbetreibern gibt es stets Sorgen vor steigenden Mietpreisen. Der Hamburger Investorenvertreter verspricht, dass sein Konzept mit den bisherigen Mietpreisen funktioniere. „Wir schaffen viel Wohnraum, das macht das Projekt wirtschaftlich.“    

„Wir lieben den Bauch von Hannover“

1997 hatte die Stadt die Markthalle privatisiert. Seitdem hält ein Kreis von Privatleuten die Anteile. Gemeinsam mit Freunden und Verwandten hält der Rechtsanwalt Bernhard Wedler die Mehrheit. Er sagt: „Wir sind Hannoveraner – wir lieben unsere Markthalle und wollen sie nicht verkaufen.“ Eigentlich. Denn er sagt auch: „Wenn es ein schlüssiges Konzept gibt, dann stehen wir Gesprächen nicht im Wege.“ Allerdings sehe er derzeit keinen Grund für einen Neustart des „Bauchs von Hannover“. Man habe in den vergangenen Jahren viel investiert. Nicht nur die Fassade zur Karmarschstraße inklusive dem neuen Eingangsbereich zur Leinstraße seien modernisiert worden, auch die Haustechnik sei auf dem neuesten Stand. „Bisher hat mit mir noch niemand ernsthaft über ein neues Konzept gesprochen“, sagt Wedler.

Steht Gesprächen nicht im Wege: Anteilseigner Bernhard Wedler mit Bildern der alten und neuen Halle.

Bis zum Krieg war Hannovers Markthalle ein Schmuckstück der Jugenstilarchitektur. 1892 eröffnet, bot sie Markthändlern ein Dach über dem Kopf. Im Juli 1943 wurde sie zerstört – nur die beeindruckenden Kellergewölbe sind noch erhalten, auch sie stehen unter Denkmalschutz. 1947 sammelten die Hannoveraner 75 000 Unterschriften für den Wiederaufbau der Markthalle, nach einem Architektenwettbewerb 1952 entstand die „Neue Halle“ nach einem Entwurf des Architekten Erwin Töllner. Heute gibt es dort Obst und Gemüse, Fleisch, Käse und Fisch, vor allem aber ist die Markthalle ein großer Gastrotreff im Zentrum der Stadt. med     

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