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Stadt Hannover Neue Kletterhalle eröffnet in Hannover
Aus der Region Stadt Hannover Neue Kletterhalle eröffnet in Hannover
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19:39 30.08.2017
Von Bernd Haase
Auf der Suche nach dem besten Griff. Quelle: Tim Schaarschmidt
Hannover

Der wichtigste Muskel beim Klettern sei das Gehirn, lautet eine gängige Weisheit in der Szene Deshalb schaut sich Leonhard Richter die Route, die er gleich in der Disziplin Bouldern klettern will, ganz genau an, plant Übergänge und die Art, wie er die Griffe anpackt. Trotzdem schmiert der 19-Jährige bei den ersten drei Versuchen dreimal ab und landet auf der weichen Matte. „Bei uns haben Weltklassekletterer wie Nikola Petrov ein paar Herausforderungen an die Wände geschraubt“, kommentiert das Alexander Skibbe. Der 45-jährige ist Geschäftsführer der Kletterbar, Hannovers neuer Kletterhalle im Stadtteil Brink-Hafen.

Wenn man sich dieser Tage in der Kletterbar umschaut, mag man kaum glauben, dass sie am Sonntag eröffnen wird. Handwerker bauen gerade noch am Bereich, der auch im Namen der Halle auftaucht und wichtiger Programmbestandteil ist. „Kaffeetrinken ist Teil des Kletterns“, befindet Skibbe, der damit die Gelassenheit und das entschleunigende Lebensgefühl beschreiben will, das seiner Ansicht nach Wesensmerkmal der Szene ist.

Größte Halle Niedersachsens

Wert auf ein paar beeindruckende Zahlen legen die vier Männer hinter der Marke Kletterbar - außerdem früher in der Kommunikationsabteilung von Volkswagen beschäftigen Skibbe noch ein Betreiber von Kinderheimen, ein Devisenspezialist und ein Profigolfer - dennoch. Ihren Angaben zufolge ist die Halle mit ihren 16 Metern Höhe die größte ihrer Art in Niedersachsen. Konstruktion und fast alle Einbauelemente sind aus Holz. Das Gebäude wird auch mit Holz beheizt und verfügt über eine Solaranlage. Es bietet mehr als 3400 Quadratmeter Kletterfläche. Am Außenbereich mit 750 Quadratmetern wird noch gebaut. 21 000 Klettergriffe befinden sich an den teils überhängenden Wänden, auch das ist in Niedersachsen Höchstmarke.

Für das Auge des unbefangenen Betrachters bieten die Wände eine quietschbunte Welt mit seltsamen Applikationen. Für die Kletterer verbergen sich dahinter allerlei Aufgaben, große wie kleine. „Man kann bei uns für alle drei olympischen Kletterdisziplinen trainieren“, sagt Skibbe. Die Sportart erlebt, was die Aktivenzahlen und auch die Freizeitsportler angeht, ein stetiges Wachstum, weshalb sie 2020 in Tokio erstmals im Programm der Sommerspiele auftaucht.

"Das etwas für die Elite"

Außer dem Bouldern, bei dem die Sportler ungesichert sind, gehören zum olympischen Dreikampf Speed, also Geschwindigkeitsklettern, und das Klettern mit Seilsicherung für Zweierteams, das in größere Höhen führt. Auch dafür haben sie ein paar Probleme geschraubt. „Es gibt hier eine Route mit Schwierigkeitsgrad Zehnplus. Das ist etwas für die Elite“, sagt der 19-jährige Richter. Zusammen mit seiner Partnerin Katharina Ossenkopp wählt er zur Demonstration eine Route mit Schwierigkeitsgrad fünf. „Ein Laie erkennt den Unterschied nicht. Aber allein die Griffe machen viel aus“, erklärt Richter. Manche könne man gut packen, andere nur mit zwei Fingern. Manche sind im wahrsten Sinne des Wortes griffig, andere haben fiese Rundungen.

Griffe alle drei Monate neu gesetzt

Ossenkopp hat am Seil gesichert das Hallendach erreicht, die Route ist sozusagen abgehakt. „Schon Kinder ab spätestens fünf Jahren können so etwas“, sagt Skibbe. Die Kletterbar, von der es bereits eine im hessischen Offenbach gibt, versteht sich als Familienkletterhalle. Geplant sind Kinderaktionen, auch spezielle Firmenveranstaltungen hat man im Programm. Dazu kommen Kurse für Anfänger und Fortgeschrittene. Das alles deckt sich ziemlich mit dem, was das erst Ende vergangenen Jahres eröffnete Griffreich in Döhren bietet. „Die Stadt kann zwei Hallen vertragen. Es wird Leute geben, die beide besuchen“, sagt Skibbe. Und damit keine Routine aufkommt, werden in der Kletterbar alle drei Monate die Griffe neu gesetzt - umgeschraubt, wie der Kletterer sagt.

Die Kletterbar befindet sich in der Reinhold-Schleese-Straße 21 im Stadtteil Brink-Hafen. Am Sonntag läuft dort in der Zeit von 10 bis 22 Uhr ein kostenloses Schnupperangebot. Danach ist die Halle montags bis freitags von 10 bis 23 Uhr, sonnabends und sonntags von 9 bis 22 Uhr geöffnet. Weitere Informationen unter www.kletterbar-hannover.de

Hier kann man in Hannover auch klettern

Kletterer können in Hannover wählen. Seit vergangenem Dezember betreibt der Deutsche Alpenverein seine Halle Griffreich in Döhren neben dem Üstra Betriebshof in der Peiner Straße. Sie ist mit 15 Metern nur unwesentlich niedriger als die Kletterbar und hat 130 Routen mit insgesamt 6500 Griffen. Zur Ausstattung gehört auch ein Bistro mit Biergarten. Informationen im Internet unter www.griffreich.de

Im „Escaladrome“ in der Straße Am Mittelfelde im gleichnamigen Stadtteil hat man sich auf das Bouldern, das freie Klettern ohne Seilsicherung, spezialisiert. 180 Routen mit 4000 Griffen stehen zur Auswahl, zur Stärkung zwischendurch ist ein Bistro vorhanden. Informationen im Internet unter www.escaladrome.de

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