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Stadt Hannover Neue Amis-Methode beschleunigt Hüftoperationen
Aus der Region Stadt Hannover Neue Amis-Methode beschleunigt Hüftoperationen
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13:39 23.04.2018
Prof. Dr. Reinhard Fremerey zeigt seinem Patienten Frank Wehrmann die verstellbare Beinschlaufe für die neue Methode zur Hüftprothesenimplantation. Quelle: Philipp von Ditfurth
Hannover

 Der Handwerker Frank Wehrmann aus der Wedemark stand am Wochenende fast ungläublig vor einem speziellen Operationsbett im Klinikum Lehrte. Das Bett lässt sich mit einem Operationstisch kombinieren, der eine Schlaufe für den Fuß bietet. Mit der etwas martialisch wirkenden Konstruktion lässt sich der Beinwinkel des Patienten auf den Grad genau für eine neuartige Hüftoperation einstellen. Mit der sogenannten Amis-Methode und speziellen Operationsinstrumenten ist es nun erstmalig in der Region Hannover möglich, Hüftprothesenimplantationen schneller und effizienter durchzuführen. Wehrmann wurde am Vormittag operiert. „Am Abend bin ich mit dem Arzt schon wieder über den Flug gegangen“, sagt Wehrmann.

Die neue Operationstechnik trägt den Titel Amis, der für Anterior Minimal Invasive Surgery steht. Damit wird eine Methode bezeichnet, die eine anatomische Besonderheit für den Hüftersatz nutzt. In der Leistenregion des Menschen gibt es eine natürliche Muskellücke. Chirurgen in der Schweiz und Frankreich haben eine Technik entwickelt, um durch dieses Muskelintervall die Prothese einzusetzen. Dafür muss das Bein des Patienten optimal fixiert sein. Durch den neuen - im Vergleich zu üblichen Operationen kleineren – Zugang werden Schmerzen und Blutverlust reduziert, die Muskulatur wird nicht verletzt, die Patienten sind schneller wieder mobil. Der Hautschnitt ist nicht länger als acht Zentimeter. Für Patienten hat die Methode viele Vorteile. Nur für die Ärzte ist sie eine echte Herausfordung. Denn sämtliche Operationsschritte müssen durch die Muskellücke durchgeführt werden, der Operateur muss mit Bogeninstrumenten arbeiten. „Dafür mussten spezielle Intrumente entwickelt werden, die in unterschiedlichen Gradzahlen abgewinkelt sind“, erklärt Prof. Dr. Reinhard Fremerey, der einzige Arzt, der diese Methode in der Region anbietet. Für die Handhabung der oszillierenden Knochensäge, Fräsen und OP-Haken absolvierte Fremerey seit 2014 zahlreiche Schulungen und Hospitationen. Selbst für die ersten Hüftprothesenimplantationen in Lehrte wurden jeweils Experten aus Süddeutschland eingeflogen, um die Abläufe zu überwachen. Mittlerweile ist das OP-Team in Lehrte auf die neue Methode ausgerichtet, etliche Anfragen erreichen das Klinikum. 

Für den Patienten Frank Wehrmann ist der neuartige Eingriff sehr gut verlaufen –auch wenn er sich wegen der Narkose selbst nicht daran erinnern kann. Der 50-jährige Maurer wird seine Arbeit demnächst wieder aufnehmen können. „Das ist alles hervorragend gelaufen.“ Prof. Fremerey plant schon weitere Angebote zur Hüfte. „Der Zugang setzt sich mehr und mehr durch“, sagt der Arzt, der die Amis-Methode auch bei Brüchen und Frakturen einsetzen möchte. 

Von Jan Sedelies

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