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Stadt Hannover „Niedrigzinsen gefährden Architektur der Fünfziger“
Aus der Region Stadt Hannover „Niedrigzinsen gefährden Architektur der Fünfziger“
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16:43 29.08.2018
29.08.2018 Deutschland, Hannover Hakim-Meibodi, Isabel Fiedler Treffen mit Architektin Isabel Fiedler und Hakim-Meibodi, die in den Räumen des alten "Südstadt-Kaufhauses" Ecke Hildesheimer/Krausenstraße eine Ausstellung über die 50er Jahre vorbereitet. Foto: villegas Quelle: Villegas
Hannover

Diese Ausstellung wirkt wie eine Zeitreise ins Nachkriegshannover – dabei stehen alle Gebäude noch, fallen aber oft kaum noch ins Auge. Im ehemaligen „Südstadtkaufhaus“, einem typischen Fünfzigerjahrebau an der Hildesheimer Straße, haben die Architekten Isabel Fiedler und ihr Mann Kambysia Hakim-Meibodi vom Büro IF-Architecture eine mehr als 200 Bilder umfassende Ausstellung über die Schönheit von Hannovers Nachkriegsarchitektur konzipiert. An diesem Donnerstag wird sie eröffnet – und die ersten 50 Besucher, die private Bilder vom Nachkriegshannover beisteuern, bekommen ein kleines Relikt vom Gebäude als Präsent.

Zwischen der oft prachtvollen historischen Architektur und den späteren Siebzigerjahrebetonklötzen gehen die Bauten der Fünfziger optisch oft unter. „Das ist schade – denn gerade die Fünfzigerjahre sind von einer großen Leichtigkeit und Aufbruchstimmung geprägt“, schwärmt Fiedler. Fragile Fensterelemente, kleine Fassadenakzente, „fliegende“ Dachkonstruktionen sind typisch für die Zeit, in der Architekten sich vom Protz der Naziarchitektur absetzen wollten. Im Bewusstsein der Hannoveraner aber sind die Fünfziger-Bauwerke oft Erinnerungen an arme Zeiten, zuweilen auch an als langweilig empfundene Rasterfassaden und teuren Sanierungsbedarf. Dabei ist der bei späteren Bauten oft schlimmer.

Der flache Nachkriegsbau, in dem jetzt die Ausstellung zu sehen ist, gehört zum sogenannten Constructa-Block, einem Beitrag zur Internationalen Bauausstellung 1951 in Hannover, mit dem der damalige Stadtbaurat Rudolf Hillebrecht die Wiederaufbauleistung zeigte (Architekt: Friedrich Wilhelm Kraemer). Ursprünglich beherbergte er mehrere kleine Geschäfte, wurde später für einen Fleischer und dann für Schlecker großflächig umgebaut – und steht seit der Schlecker-Pleite leer. Jetzt soll Gastronomie einziehen, Fiedler und Hakim-Meibodi bauen es mit Liebe zum Detail um. „Wir betreiben keine Rekonstruktion, sondern stellen das Gebäude im Sinne seiner Erbauer so her, dass es heute nutzbar ist “, sagt Hakim-Meibodi. Weithin sichtbar, ist das Dach bereits mit neuem Kupfer eingedeckt; die Glasfassade ist nicht mehr gerade, sondern zeittypisch gestaffelt. Das Gebäude ist noch im Besitz der Familie, die es einst erbaut hat, zur Eröffnung wird der Sohn des Bauherren sprechen.

„Die Fünfzigerjahre sind gefährdet – durch die billigen Zinsen und energetische Sanierungen“, sagt Fiedler. Mit seiner Ausstellung will das Architektenpaar zeigen, welchen Formenreichtum und welche Fragilität die Fünfziger hervorgebracht haben. „Und gerade Hannover als Wiederaufbaustadt hat besonders viel hochklassige Architektur dieser Zeit zu bieten“, sagt Hakim-Meibodi, der alle Fotos gefertigt hat. Prominent etwa der Conti-Bau am Königsworther Platz, das erste Nachkriegshochhaus Deutschlands von Architekt Zinsser. Gelungen die vielen Stichweh-Bauten oder das Geschäft Musikbrunnen an der Grupenstraße, eindrucksvoll das heutige Sozialkaufhaus Fairkauf in der Innenstadt. Eigentlich sollte die Ausstellung 50 Fünfzigerjahrebauwerke umfassen, nun sind es mehr geworden. Dazu gibt es einige Zeittypische Ausstellungsstücke und eine große Stadtkarte, auf die die Fotos der Besucher gepinnt werden können.

„50 Fifties“, geöffnet täglich von 14 bis 19 Uhr an der Hildesheimer Straße 61 (Ecke Krausenstraße). Der Eintritt ist frei. Letzte Öffnung am Tag des offenen Denkmals, Sonntag, 9. September. Eröffnung an diesem Donnerstag um 18 Uhr.

Von Conrad von Meding

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