Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Stadt Hannover Droht Sprengel-Fassade der "Totalschaden"?
Aus der Region Stadt Hannover Droht Sprengel-Fassade der "Totalschaden"?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:15 21.02.2017
Von Andreas Schinkel
Droht dem Haus ein „Totalschaden“? Architekten befürchten, dass die Blechverkleidung an der Oberkante der Fassade nicht ausreicht. Quelle: Michael Thomas
Hannover

Bei der HAZ hat sich ein weiterer hannoverscher Architekt gemeldet mit der Prognose, auch auf der Fassadenvorderseite würden sich dauerhaft Risse bilden - er rechne auf lange Sicht mit einem Totalschaden. Die städtischen Gebäudemanager teilen diese Sicht nicht. „Die Risse wurden abgedeckt - und fertig“, sagt Projektleiterin Caroline Arndt. Die nächsten Jahre werde „tunlichst nichts passieren“.

Im Kulturausschuss des Rates ließen sich die Kommunalpolitiker am Freitag über die feinen Risse in der Betonfassade des Sprengel-Anbaus informieren. Das städtische Gebäudemanagement berichtete, man habe während der Bauzeit die „optimistische Hoffnung“ gehegt, eine wasserabweisende Beschichtung reiche aus. SPD-Kulturpolitikerin Belgin Zaman reagierte erstaunt: „Mich überrascht, dass die Stadt von Hoffnung ausgeht und nicht von Erfahrung.“

Die Stadt hat die Risse auf der Fassadenoberseite mit Blech abdecken lassen. Sie waren schon bei der Bauabnahme aufgefallen, hatten sich jetzt bei einer Kontrolle aber vergrößert. An der Fassadenattika hängt ein Großteil der tonnenschweren Fassadenlast. Vergrößern sich die Risse, dann dringt Wasser in den Beton und greift den Stahl im Inneren an - dann könnte die Statik gefährdet sein.

„Wir wollten auf Nummer sicher gehen und keine neue Beschichtung auftragen, sondern ein Blech anbringen“, sagt Projektleiterin Arndt. Die Maßnahme habe man mit dem Anbau-Architekten Markus Peter abgesprochen. Die Abdeckung ist von unten nur als schmale Leiste zu sehen. Der Architekt wollte ursprünglich eine scharfe Kante als Gebäudeabschluss. „Eine Zinkabdeckung ist eigentlich Standard“, ärgerte sich FDP-Fraktionschef Wilfried Engelke im Ausschuss: „Es bleibt unverständlich, warum man anfangs darauf verzichtet hat.“

60 000 Euro kostet die neue Abdeckung. Die Rohbaufirma, die die Beschichtung aufgetragen hatte, kommt der Stadt entgegen. „Sie verzichtet auf Entlohnung“, sagt Jörg Gronemann vom Gebäudemanagement. Allerdings habe die Beschichtung nur 3000 Euro gekostet.

Architekt Johannes Clausen aus der List wirft dem Baumanagement vor, „alle bauphysikalischen Gesetze“ außer Kraft gesetzt zu haben. Die dunkle Fassade löse starke Erwärmungen bei Sonneneinstrahlungen aus, die Rissbildungen befördert. Auch an den Vorsprüngen der Fassadenvorderseite würden sich bald Risse bilden: „Es wird nicht mehr lange dauern, dann kommt es zu langwierigen Prozessen, weil keiner der Beteiligten sich schuldig fühlen wird.“

Ähnlich hatte sich in dieser Woche auch Architekt Axel Maria Toussaint gegenüber der HAZ geäußert. Allein die Blechverkleidung auf der Oberkante sei keine dauerhafte Lösung. Es drohten Abplatzungen und Durchfeuchtungen, schreibt Clausen, „was einem Totalschaden gleichkommt“.

Debatte um Design

Über die äußere Ästhetik des Sprengel-Anbaus gehen die Meinungen auseinander – vorsichtig gesagt. Seit die Entwürfe der Schweizer Architekten Meili + Peter publik wurden, ist um die Fassade gestritten worden. Manche sehen noch immer ein dunkles „Brikett“ am Maschsee, andere eine „Werkstein-Architektur“, die ihresgleichen sucht. Erschwerend kommt hinzu, dass die Baukosten um 25 Prozent in die Höhe schnellten. Einig sind sich die Hannoveraner aber darin, dass die Räume im Inneren des Anbaus äußerst gelungen sind. asl

Feuerwehrleute haben am Freitag eine leblose Frau aus einer brennenden Wohnung gerettet. Zwei Atemschutztrupps entdeckten die 61-Jährige am frühen Abend in der verqualmten Hochparterrewohnung in der Podbielskistraße im Stadtteil Groß Buchholz.

18.02.2017

„Wichtig ist, dass man weiß, worauf es einem bei der Berufswahl ankommt“, sagte Denise Dörner, „ob es einem um Spaß geht, um Geld oder die Herausforderung.“ Die Schüler sollen ins Grübeln kommen: Was erwartet man eigentlich langfristig von seinem Beruf?   

17.02.2017

Bei einem Feuer in ihrer Wohnung ist eine 61-jährige Frau am Freitagnachmittag lebensgefährlich verletzt worden. Ein Passant hatte den Rauch bemerkt und daraufhin die Feuerwehr verständigt. Die Frau schwebt weiterhin in Lebensgefahr.

17.02.2017