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"Hannoccino" soll Hannovers Müllberge eindämmen

Pfandsystem von Stadt und Aha "Hannoccino" soll Hannovers Müllberge eindämmen

Um der vor allem durch eilige Kaffeetrinker verursachten Berge an Wegwerfbechern auf Hannovers Straßen Herr zu werden, führen die Stadt und der Abfallwirtschaftsbetrieb aha ein Pfandsystem ein. Dafür wurde der Bechertyp "Hannoccino" entwickelt. Der Pfandpreis liegt bei zwei Euro.

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Vorne pfui, dahinter hui: Wegwerfbecher und der neue Pfandbecher Hannocino auf dem Trammplatz.

Quelle: Thomas

Hannover. Um der vor allem durch eilige Kaffeetrinker verursachten Berge an Wegwerfbechern auf Hannovers Straßen Herr zu werden, führen die Stadt und der Abfallwirtschaftsbetrieb aha ein Pfandsystem ein. Dafür wurde der Bechertyp „Hannoccino“ entwickelt. Der Pfandpreis wird bei zwei Euro liegen. Die Aktion geht mit dem ersten Bundesliga-Heimspiel von Hannover 96 Mitte August an den Start, weil Klub mit dem Stadion bisher größte Partner ist.

Wie dramatisch das Becherproblem ist, verdeutlicht Michael Quast, Abteilungsleiter Stadtreinigung bei aha: „Wenn man bundesweite Zahlen herunterrechnet, werden in Hannover im Jahr 20 Millionen Becher weggeworfen. Das reicht, um den Trammplatz einen Meter hoch zu bedecken.“ Weil die Behältnisse innen kunststoffbeschichtet sind, können sie nicht verrotten, sondern müssen von der Stadtreinigung aufgesammelt und im Müllofen verbrannt werden. Ein weiteres Problem ist laut Quast, dass die öffentlichen Papierkörbe die Becherflut nicht bewältigen können - vor allem dann nicht, wenn sie durch XXL-Varianten verstopft sind.

Vom Becher „Hannoccino“ erhofft man sich Abhilfe. Er sieht aus wie ein Plastikteil und fühlt sich auch so an, ist aber keines: Stadt und aha haben einen Becher aus kompostierbaren Baumrindensaft in knallroter Grundfarbe und mit aufgedruckter Stadtsilhouette als Designelement entwickeln lassen. Lediglich der Deckel ist aus hygienetechnischen Gründen vorerst noch aus normalem Plastik, aber laut Quast wird nach einer umweltfreundlicheren Variante gesucht. „Man kann den Becher etwa 100-mal in die Geschirrspülmaschine stecken“, erläutert Umweltdezernentin Sabine Tegtmeyer-Dette, die das Projekt vorangetrieben hat und Schirmherrin ist.

Vom „Hannoccino“ sind in der Erstauflage 24 000 Exemplare produziert worden. Als Partner bei der Aktion und damit Annahme- und Ausgabestellen für den Pfandbecher sind außer Hannover 96 zunächst das Congress-Centrum und die Bäckerinnung an Bord. „Für uns als größter Nahversorger für die tägliche Dosis Kaffee ist Hannoccino eine große Chance, aktiv etwas für den Umweltschutz zu tun“, sagt Innungs-Obermeister Cord Buck. Tegtmeyer-Dette hofft darauf, dass möglichst viele weitere Partner dazustoßen. „Je dichter das Netz ist, desto besser funktioniert es“, sagt sie.

Die Bäckerinnung hat ihren Betrieben das System vorgestellt und ist dabei laut Buck auf starkes Interesse gestoßen. Noch nicht viel erreicht in Sachen Pfand hat man nach Angaben von Quast bei den Kaffeeketten wie Starbucks oder Balzac. „Das sind Franchiseunternehmen mit recht strikten Vorgaben“, nennt er die Begründung. Allerdings akzeptieren die Häuser für den Ausschank privat mitgebrachte Mehrwegbecher und damit auch den „Hannoccino“.

Weitere Informationen zum Pfandsystem stehen unter hannoccino.de

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