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Stadt Hannover Das war das Plaza Festival 2017
Aus der Region Stadt Hannover Das war das Plaza Festival 2017
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08:39 27.05.2017
Der Braunschweig Bosse ist ein gern gesehener Gast in Hannover. Quelle: Wallmüller
Hannover

Der Start in die Open-Air-Saison in Hannover ist gelungen: Rund 25 000 Besucher haben gestern bei strahlendem Sonnenschein den ersten Tag des Pop-Festival-Doppelschlags auf der Expo-Plaza gefeiert – der am späten Abend mit dem Auftritt der wegen ihres „Marionetten“-Songs und dessen Irrlichterns im „Reichsbürger“-Vokabular umstrittenen Söhne Mannheims enden sollte.

Erst mal Pop statt Propaganda

Den Anfang hatte am Nachmittag Henning Wehland gemacht – auch einer von den Söhnen Mannheims. Einen kurzen Seitenhieb auf die Naidoo-Kontroverse – der NDR hatte sich deswegen als Sponsor des ersten Festivaltags zurückgezogen – mochte sich Wehland nicht verkneifen. „Das ist ja ein ganz neues Festival – das PlazaFestoival“, sagte er zu Beginn seines Auftritts, bei der er ein bisschen Werbung für seine eigene Platte machen durfte. 

Als Mannheims Chef-Sohn Xavier Naidoo für Wehlands Song „Der letzte an der Bar“ schon einmal kurz zum Mitsingen auf die Bühne kommt, drehen die Fans durch. Zumindest hier wird weltanschauliche Hygiene strikt gewahrt: Nur Pop, keine Propaganda.

„Wir sind gegen Gewalt“

Doch so richtig Stimmung kam erst beim Hauptact – den Söhnen Mannheims – auf. Zwei Lieder lang rockte die Kombo mit Xavier, dann verschwand der Sänger erst mal in der Bühne. Diese Gelegenheit nutze Henning Wehland, um doch noch auf die Kontroverse im Vorfeld des Auftritts einzugehen: „Es ist erstaunlich, was Musik im Jahr 2017 noch ausrichten kann“, sagte der Sänger. Es ginge doch bei Musik darum, dafür zu stehen, woran man glaubt und damit auch mal anzuecken. „Wir stehen für das, was wir glauben“, betonte er. „Und wir sind gegen Gewalt und dafür, dass die Welt ein besserer Ort wird.“ Für seine Aussage erntete er Jubel von den Zuschauern, die die Band den ganzen Auftritt lang feierten und die größtenteils von Glauben und Hoffnung aber auch von Veränderung handelnden Texte lauthals mitsangen. Nach zwei Liedern steht Xavier dann auf der Bühne und es wird nahtlos weiter gerockt. Dem Publikum gefällt’s.

„Die Politik ist nicht an allem Schuld, das ist natürlich quatsch. Doch schuldlos ist sie auch nicht und das ist manchmal krass“, heißt es beispielsweise in „Iz on“, das bereits 2009 erschien. Andere Texte regen dazu an, die Welt zu verbessern oder behandeln den Glauben an Gott – oder aber auch das Unverständnis dafür, dass aus angeblicher Liebe zu Gott Kriege angefangen werden. Auch Hits wie „Vielleicht“ fehlten an dem Abend nicht.

Das nächste Plaza Festival geht nun in Planung – am 25. Mai 2018 ist es soweit. „Wir gehen davon aus, dass unser langjähriger Partner NDR 2 dann wieder mit an Bord ist“, macht Geschäftsführer Nico Röger deutlich.

 

Von Lisa Malecha

Grüne und 
„Die Partei“
 gegen Naidoo

Am Rande des Plaza-Festivals haben die Grüne Jugend und die Partei „Die Partei“ gegen den Auftritt von Xavier Naidoo und den Söhnen Mannheims demonstriert. „Wir zeigen unseren Protest gegen die demokratiefeindlichen Aussagen“, sagt Sven-Christian Kindler, Bundestagsabgeordneter der Grünen. Eine Handvoll Mitglieder verteilten Flyer an die Besucher am Eingang Messe/Ost. Zuletzt sorgte Naidoos Song „Marionetten“ für Kritik, in dem es unter anderem um Gewalt gegen Volksvertreter geht. Der NDR zog sich daraufhin in diesem Jahr als Präsentator und Sponsor vom Plaza-Festival zurück. Die „Partei“ wiederum verteilte gestern Alu-Hüte „gegen die bewusstseinserweiternden Schallwellen“ von Naidoo. „Seine Gewaltandrohungen können wir so nicht stehen lassen“, sagt Jens Bolm vom Kreisverbandsvorstand der Partei „Die Partei“.

Nach dem Anschlag von Manchester galten gestern jedoch keine besonderen Sicherheitsvorkehrungen. Neben Taschenkontrollen mussten die Besucher allerdings durch Metalldetektoren gehen, ehe sie aufs Gelände durften.

pah

Zum Auftakt des diesjährigen Plaza Festivals protestieren die Grüne Jugend und die Satirepartei "Die Partei" gegen den Auftritt von Xavier Naidoo und den Söhnen Mannheims am Abend. Sie demonstrieren gegen die rechtspopulistischen Aussagen und Verschwörungstheorien des Sängers.

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