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Stadt Hannover „Er ist bewaffnet und gefährlich“
Aus der Region Stadt Hannover „Er ist bewaffnet und gefährlich“
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17:18 08.12.2014
Er soll am Donnerstag einen jungen Mann in Stöcken erschossen haben und am Freitag einen Lidl-Markt in Hemmingen überfallen haben: Die Polizei sucht mit Kamerabildern nach dem mutmaßlichen Täter. Quelle: Montage: Körner/Polizei
Hannover

Der Räuber, der am Donnerstagabend den 21 Jahre alten Joey K. in einem Supermarkt in Stöcken erschoss, hat offenbar schon an dem Tag nach der Tat erneut zugeschlagen. Am Freitagabend überfiel der Mann nach ersten Erkenntnissen der Polizei einen Supermarkt in Hemmingen und ging dabei genauso vor, wie bei dem Überfall in der Stöckener Weizenfeldstraße. Zudem gibt es Hinweise darauf, dass der Täter schon vor den beiden aktuellen Taten mehrere Überfälle auf andere Supermärkte verübt hat.

Ende Oktober hatte die Polizeidirektion Bilder aus Überwachungskameras eines Marktes in Ricklingen veröffentlicht, der im Februar von einem Mann überfallen worden war, auf den die Beschreibung des aktuellen Täters passt. Zudem ging der Räuber, der in Verbindung mit weiteren Überfällen in Stadthagen, Celle, Peine, Göttingen, Kassel sowie in Nordrhein-Westfalen gebracht wird, wie der Täter in Hemmingen vor.     

Dort betrat er genau wie am Tag davor in Stöcken den Lidl-Markt kurz vor Feierabend und streifte zunächst wie ein normaler Kunde durch die Gänge. Dann begab er sich ähnlich wie in Stöcken, wo er eine Flasche Cola aus einer Kiste genommen hatte, mit seinen Waren an die Kasse. Dort zog er eine Schusswaffe und bedrohte die 25 Jahre alte Kassiererin. Diese war offenbar so geschockt, dass sie nicht direkt auf seine Forderung nach Geld reagierte. Daraufhin griff der Täter selbst in die Kasse, verließ mit seiner Beute den Supermarkt und flüchtete in Richtung der Bundesstraße 3 – genau wie in Stöcken mit einem Fahrrad. Eine sofort eingeleitete Fahndung verlief erfolglos, auch weil die Polizei wegen der schlechten Wetterbedingungen nicht mit einem Hubschrauber die Umgebung des Tatortes absuchen konnte.

„Mittlerweile sind aber bereits mehr als 30 Hinweise bei uns eingegangen“, sagt Polizeisprecher Holger Hilgenberg. Diese werden jetzt von den Ermittlern geprüft. Ob sich daraus eine konkrete Spur ergibt, vermag die Polizei bisher nicht zu sagen. Jedoch spricht Hilgenberg eine deutliche Warnung vor dem Täter aus. „Der Mann ist auf der Flucht, gefährlich und wahrscheinlich noch immer bewaffnet“, sagt der Polizeisprecher. Personen, die den Gesuchten sehen, sollten ihn unter keinen Umständen ansprechen, sondern sofort die Polizei alarmieren.

Der Täter soll zwischen 40 und 50 Jahren alt sein, 1,65 bis 1,75 Meter groß und korpulent. Seine rotblonden Haare trägt er kurz geschnitten. Er spricht mit einem osteuropäischen Akzent. Zeugen, die den Täter wiedererkennen oder Hinweise zu den Überfällen in Stöcken und Hemmingen gegeben können, werden gebeten, sich unter der Rufnummer (05 11) 1095555 zu melden.

Schlug der Täter schon früher zu?

Die Polizei prüft derzeit, ob es Verbindungen zwischen den beiden aktuellen Überfällen und weiteren Taten gibt. Die Ermittler untersuchen vor allem Fälle, bei denen der Täter dem Todesschützen aus Stöcken ähnelt.
Ende Oktober erst hatte die Polizeidirektion Bilder aus Überwachungskameras eines Supermarktes in Ricklingen veröffentlicht, der von einem Mann überfallen worden war, auf den die Beschreibung des aktuellen Täters passt. Diesen Räuber bringen die Ermittler zudem mit weiteren Überfällen in Stadthagen, Celle, Peine, Göttingen, Kassel sowie Nordrhein-Westfalen in Verbindung.

Die größte Ähnlichkeit weist jedoch ein Mann auf, nach dem die Polizei mit einer Phantomzeichnung sucht (siehe Foto), nachdem er am 1. Juli einen Supermarkt in Sehnde überfallen hat. Der etwa 1,75 Meter große, kräftig gebaute Mann betrat das Geschäft an der Bachstraße gegen 20 Uhr und benahm sich wie ein Kunde. Kurz nachdem er mit einer Packung Kekse an die Kasse gekommen war, zog der etwa 50 Jahre alte Mann plötzlich eine Schusswaffe und verlangte mit osteuropäischem Akzent Geld. Anschließend flüchtete er mit seiner Beute auf einem Fahrrad.     

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