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Stadt Hannover So rüstet sich die Polizei für das Länderspiel
Aus der Region Stadt Hannover So rüstet sich die Polizei für das Länderspiel
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00:15 12.10.2016
Sanitäter und Polizisten vor der HDI-Arena im vergangenen November. Nach den Terroranschlägen von Paris wurde das Spiel aus Sicherheitsbedenken kurzfristig abgesagt, das bereits geöffnete Stadion wurde evakuiert. Quelle: Christian Charisius
Hannover

Die Polizei Hannover bereitet sich intensiv auf das Fußball-Länderspiel zwischen Deutschland und Nordirland am kommenden Dienstag vor. Die Partie ist quasi der Ersatz für das Länderspiel im November vergangenen Jahres in Hannover, das wegen akuter Terrorgefahr kurzfristig abgesagt werden musste.

„Wir bewerten das Spiel nicht als Risikopartie, doch die Ereignisse aus dem vergangenen Jahr haben die jetzige Einsatzkonzeption beeinflusst“, sagt Polizeisprecherin Martina Stern. Die Beamten erwarten ein ruhiges Fußballfest, bei dem es zumindest durch Fans wenig bis keine körperlichen Auseinandersetzungen geben wird. Risikofans sollen in beiden Lagern zwar dabei sein, laut Polizei bewegt sich ihre Zahl jedoch im unteren zweistelligen Bereich.

Dennoch wird die Polizei erhöhte Präsenz zeigen und intensiv kontrollieren, um potenzielle Angreifer frühzeitig aufzuspüren. Ob wieder Polizisten mit Maschinenpistolen in der Innenstadt und am Stadion Posten beziehen werden, dazu will sich die Polizei nicht äußern. „Zur Bewaffnung machen wir keine Angaben“, sagt Stern. Allzu wahrscheinlich ist es jedoch nicht, denn diese Maßnahme im vergangenen Jahr war eine Reaktion auf die Anschläge in Paris, die sich nur ein paar Tage zuvor ereignet hatten. Auch die Einsatzleitung wird dieses Mal wieder der Leiter Einsatz der Polizeiinspektion West, Markus Kiel, übernehmen. Im vergangenen Jahr oblag das Kommando aufgrund der Ereignisse in Frankreich dem damaligen Polizeivizepräsidenten Thomas Rochell.

Geplant ist der Einsatz von Sprengstoffspürhunden. Die Polizei wird die Tiere das Stadion durchsuchen lassen, bevor das Spiel um 20.45 Uhr angepfiffen wird. Vergangenes Jahr war das Länderspiel unter anderem abgesagt worden, weil es ernst zu nehmende Hinweise auf eine Bombe in der HDI-Arena gegeben hatte.

Rückblick: Terrorwarnung in Hannover

Kurz vor Beginn der Partie Deutschland gegen die Niederlande hatte die Polizei am 17. November das Spiel abgesagt, denn aus mehreren Geheimdienstquellen hatten Sicherheitsbehörden erfahren, dass ein Attentat nach Pariser Vorbild geplant sei. Mehrere Attentäter sollten Anschläge an verschiedenen Orten verüben. Ob sich an diesem Tag tatsächlich Attentäter in der Stadt und im Stadion aufgehalten hatten, ist auch ein knappes Jahr nach den Ereignissen unklar. Gegen einen als Ordner im Stadion eingeteilten jungen Mann hat die Generalbundesanwaltschaft Ermittlungen aufgenommen, weil er ein verdächtiges Video in ein soziales Netzwerk gestellt hatte. Doch über Ergebnisse ist bisher nichts bekannt.

Seit den Ereignissen im November 2015 gilt für Fußballspiele in der ­HDI-Arena allgemein eine höhere Sicherheitsstufe. Die Polizei ist mit mehr Beamten vor Ort und zeigt bei jeder Zweitligapartie von Hannover 96 mehr Präsenz als zuvor.

Fans, die beim Länderspiel dabei sein wollen, sollen viel Zeit bei der Anreise einplanen und möglichst mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen, denn Parkplätze sind vor Ort knapp. Zudem stehen ihnen intensive Kontrollen an den Stadioneingängen bevor. Es wird darum gebeten, auf große Taschen und Rucksäcke zu verzichten.

Von Isabel Christian

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