Posaunenchor der Stadtmission spielt im Hauptbahnhof
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Stadt Hannover Hunderte bei Posaunenkonzert im Hauptbahnhof
Aus der Region Stadt Hannover Hunderte bei Posaunenkonzert im Hauptbahnhof
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00:15 27.12.2016
Von Andreas Schinkel
Der Posaunenchor der Stadtmission spielt am späten Heiligabend im Hauptbahnhof.
Hannover

"Dieses Mal steht unser Konzert unter einem besonderen Stern", sagt Pastor Stephan Lackner, Organisator der Veranstaltung, im Vorfeld. Der Terroranschlag auf dem Berliner Weihnachtsmarkt gehe auch an der Bahnhofsandacht in Hannover nicht spurlos vorüber. "Wir dürfen die Botschaft des Friedens nicht verstummen lassen", sagt er. Es gehe darum, sich weiterhin im öffentlichen Raum angstfrei versammeln zu können und die Worte Christi zu verkünden. "Wir dürfen die Botschaft des Friedens nicht verstummen lassen", sagt er.

Zu Beginn des Konzerts fordert Lackner die Besucher zu einer Schweigeminute zum Gedenken an die Opfer des Lastwagen-Attentats auf. "Aus Sicherheitsgründen dürfen wir heute nur kleine, mobile Lautsprecher verwenden", sagt der Pastor. Wie es sich für einen Flashmob gehöre, setzt er grinsend hinzu und erntet Applaus. Eine Gruppe Polizisten beobachtet in einigem Abstand das Geschehen in der Bahnhofshalle.

Von Furcht ist unter den Zuschauern keine Spur. "Wir haben keine Bedenken und sind einfach zum Singen hierher gekommen", sagt Ingrid Kurzawa-Do, die mit ihrer Tochter angereist ist. Eine andere Besucherin meint, dass das Konzert eine willkommene Abwechslung zur Heiligabend-Routine im heimischen Wohnzimmer biete. "Runter vom Sofa ist die Devise", sagt Germaine Mogg. Irritiert ist sie, dass das Konzert nicht wie auf der Internetseite des Bahnhofs angegeben um 22 Uhr beginnt, sondern erst um 23 Uhr. 

Der musikalische Einstieg in den späten Abend setzt ein Ausrufezeichen. "Machet die Tore weit" spielt der Posaunenchor, später schmettern Hunderte Stimmen "Tochter Zion freue dich". Immer wieder wird aus der Weihnachtsgeschichte rezitiert, und die Menschen erfreuen sich am Gesang.

Selbst Stehplätze sind im weiten Raum der Marktkirche kaum mehr zu bekommen: Hunderte Besucher strömen am Nachmittag des Heiligabends in Hannovers größtes Gotteshaus. "Das ist außergewöhnlich ", sagt Landesbischof Ralf Meister kurz vor Beginn des Gottesdienstes im Gespräch mit der HAZ. 

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