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Stadt Hannover Premiumkino Astor feiert Eröffnungsgala
Aus der Region Stadt Hannover Premiumkino Astor feiert Eröffnungsgala
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01:20 04.12.2014
Die Scorpions zeigen im Astor Ausschnitte aus ihrem neuen Kinofilm. Quelle: Dröse
Hannover

Für Hans-Joachim Flebbe war der Mittwochabend wie eine Zeitreise. 1991 hat er in der Nikolaistraße in Hannover Deutschlands erstes Multiplex-Kino eröffnet – mit Stars auf rotem Teppich, Champagner und Blitzlichtgewitter. Mittwoch gab es ein Déjà-vu: Erneut Stars auf rotem Teppich, Champagner und Blitzlichtgewitter für Deutschlands größtes Premiumkino. Mit dem Astor an gleicher Stelle will Flebbe erneut einen Kinotrend setzen.

Das wollten 800 Ehrengäste nicht verpassen – darunter Nord/LB-Chef Gunter Dunkel und Kulturdezernentin Marlis Drevermann („Wir lieben Kino“). André Breitenreiter, Trainer des Bundesliga-Aufsteigers SC Paderborn, meisterte das Defilee vorbei an den Fotografen schon ganz routiniert, und der ehemalige 96-Trainer Mirko Slomka genoss sichtlich die Aufmerksamkeit der Fotografen, während hinter ihm Schauspiel-Intendant Lars-Ole Walburg vorbei schlüpfte. Slomka traf auf seine früheren Spieler Steven Cherundolo, Christian Schulz und Christian Pander.

Das größte Blitzlichtgewitter des Abends entlud sich über den Scorpions, die Ausschnitte aus ihrem Kinofilm 
„Forever and a Day“ präsentierten, der im Frühjahr in Berlin uraufgeführt werden soll.

Vor 23 Jahren gingen hier Schauspieler wie Armin Müller-Stahl und Sonja Kirchberger über den roten Teppich, Medienunternehmer Helmut Markwort und Gerhard Schröder, damals frisch gebackener niedersächsischer Ministerpräsident. Eine Filmeinspielung erinnerte gestern an den Abend, der für Flebbe den Durchbruch als Kinounternehmer bedeutete. „Am Tag vor der Eröffnung saß ich damals allein im Cinemaxx, hatte all mein Geld in dieses Kino investiert und dachte: Lieber Gott, lass das gut gehen, sonst kann ich nur noch auswandern.“ Nun sie die Situation ähnlich, „nur dass wir jetzt zu zweit hier sitzen“, sagte Flebbe – und deutete auf seinen schwäbischen Partner Heinz Lochmann.

Während andere Unternehmer neue Kinos eröffnen, eröffnet Flebbe neue Kinokulturen. Neben dem ersten Multiplex-Kinos Deutschlands betrieb er später 39 weitere. Doch die Zeit der Multiplexe sei vorbei, sagt er. Nun möchte er, dass das Premiumkino „von Hannover aus einen neuen Trend setzt“. Dazu gehört, dass nicht jeder Blockbuster gezeigt wird: „Die schlimmsten Horrorfilme laufen im Cinemaxx am Raschplatz – und sind da auch gut aufgehoben“, sagt Flebbe. Ein erwachsenes Publikum jenseits der 30 wolle das Astor ansprechen, sagt Flebbe. Aber 20-Jährige schicke man natürlich auch nicht weg.

Das Astor will nach dem Vorbild des Berliner Zoo Palast, der ebenfalls Flebbe gehört, den Kinobesuch zu einem stilvollen Abenderlebnis aufwerten, das nicht mit Filmschluss endet: Lounges, Bars und ein (nicht ganz echter) Kamin sollen die Gäste einladen, im Astor noch auf einen Drink oder einen Imbiss zu bleiben.

Jeder Kinosaal hat einen individuellen Charakter. Der große Saal 8 ist in schweres Orange getaucht, Kino 6 in kühles Blau mit roten Lampen. Besonders originell: Die kleinen Klubkinos 3 und 4 sind als Bibliotheken angelegt – Tausende Bücher säumen in Holzschränken die Wände der Kinosäle. „Dafür haben wir zwei Europaletten Bücher gekauft“, sagt Fabian Bontjes van Beek, Theaterleiter des Astor Nikolaistraße.

Viele neue Ideen sind im Astor verwirklicht – so ist in manchen Sälen die ungeliebte erste Reihe mit Chaiselongues ausgestattet statt mit Sitzen, und die Beleuchtung einiger Säle kann gesteuert werden wie bei einer Musik-Lichtshow. Nachos hat Flebbe aus dem Kino verbannt, wegen Geruchsbelästigung und Kleckergefahr. Plastiktüten sind tabu, Snacks werden im Astor in kleinen Tiegeln serviert. Nichts soll den Kinobesuch stören – deshalb wachen Aufsichten darüber, dass während des Films niemand mit dem Handy telefoniert.

Die normale Platzkarte kostet 10 Euro, am Sonntag, dem Familientag, zahlen alle Familienmitglieder den Kinderpreis von 7 Euro. Die Loge kostet 12,50 Euro – inklusive Garderobenservice, Begrüßungscocktail, Bedienung am Sitzplatz und Fußhocker. „Wir wollen die Ausrede entkräften, dass man zu Hause gemütlicher Filme sehen kann als im Kino“, sagt Flebbe. Heute startet der reguläre Kinobetrieb im Astor.     

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