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Stadt Hannover Auseinandersetzung zwischen Hunden landet vor Gericht
Aus der Region Stadt Hannover Auseinandersetzung zwischen Hunden landet vor Gericht
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00:34 09.06.2018
Die Hundebesitzer trugen ihren Streit vor dem Amtsgericht aus - eine gütliche Einigung war nicht möglich. Quelle: Michael Zgoll
Hannover

Es ist ein knappes Jahr her, dass die zwei Hündchen Wonnie und Lotte aufeinanderprallten. Die Begegnung des Maltesermischlings und des Rehpinschers, beide angeleint, hatte Folgen: Wonnie zog sich – so seine Besitzerin – einen Kreuzbandriss zu. Der Pinscher habe ihren Malteser angesprungen, erklärte die Frau; dieser sei erschrocken zurückgewichen und habe sich dabei das Kniegelenk des linken Hinterbeins lädiert. Doch ihre Kontrahentin, aus demselben Örtchen im Südwesten Hannovers stammend, mochte nicht glauben, dass ihr Lottchen wirklich eine derart zerstörerische Wirkung entfalten kann: Sie weigerte sich, die Tierarztrechnung von 1337 Euro für Wonnies Wiederherstellung zu übernehmen. So musste denn das Amtsgericht entscheiden, ob der Halterin des Maltesermischlings eine Entschädigung zusteht. Die Antwort lautete: nein.

Handicap mit Halskrause

Leichtgewicht Lotte, rund drei Kilo schwer, war bei der Begegnung im Juli 2017 leicht gehandicapt. Die Rehpinscher-Hündin trug eine Halskrause, um die Nahtstellen einer Kastration zu schützen, hatte laut einer unbeteiligten Zeugin keine Möglichkeit, irgendwelche Widersacher zu beißen. Doch offenbar reichte die körpernahe Kontaktaufnahme aus, um Wuschel Wonnie aus der Bahn zu werfen. Laut dem 17-jährigen Sohn der Halterin, der den Malteser an jenem Sommertag ausführte, reagierte das Tier auf das arttypische Begrüßungsritual verängstigt; die Gegenseite dagegen behauptete, die Hunde hätten sich nur friedlich beschnuppert. Im Zuge eines Monate währenden Briefwechsels wies der Anwalt von Lottes Halterin darauf hin, dass ein Pinscher nun wahrlich keine Kampfmaschine sei, sondern eher als „Taschenhund“ gelte. Schließlich gebe es viele Leute, die diese Vierbeiner in ihren Einkaufstaschen durch die Weltgeschichte tragen.

Die Amtsrichterin äußerte in ihrem Urteilsspruch eine klare Meinung zum Zusammentreffen der zwei Schoßhündchen. Wenn ein Hund vor einem anderen zurückweiche und sich dabei einen Bänderriss zuziehe, sei dies als „allgemeines Lebensrisiko“ zu werten. Eine spezifische „Tiergefahr“, die eine Entschädigungsleistung zur Folge haben könnte, beinhalte eine solche Begegnung nicht. Schließlich sei es ein ganz normaler Vorgang, dass Hunde miteinander Kontakt aufnehmen, „mag das eine Tier temperamentsbedingt auch stürmischer sein als das andere“. Zudem seien in diesem Fall beide Vierbeiner ähnlich schwer und klein und von daher auf Augenhöhe gewesen. Hätte es sich bei Lotte um eine Dogge gehandelt, so die Juristin, hätte die Sachlage vielleicht anders ausgesehen – aber ein zartgliedriger Pinscher ist und bleibt nun mal eine halbe Portion.

Von Michael Zgoll

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