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Stadt Hannover Prozess um drei Unfalltote beginnt im Februar
Aus der Region Stadt Hannover Prozess um drei Unfalltote beginnt im Februar
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00:15 16.01.2017
Von Michael Zgoll
Nach dem Unfall legten Trauernde am Hemminger Rathaus im Gedenken an die drei toten Schüler Blumen und Kerzen ab. Quelle: Julian Stratenschulte
Hannover

Der 22-jährige Alexander E. ist der fahrlässigen Tötung in drei Fällen angeklagt, verbunden mit fahrlässiger Körperverletzung und einer Fahrt unter Alkoholeinfluss. E.s Blutalkoholwert bei der verhängnisvollen Fahrt am 1. Mai 2016 soll bei rund 1,2 Promille gelegen haben. Zu dem Schöffengerichtsprozess unter Vorsitz von Olaf Wöltje sind drei Gutachter geladen. Sie sollen sich zum Alkoholisierungsgrad des Angeklagten im Mai sowie zum Unfallhergang äußern. Zu den sechs Zeugen gehören mehrere Helfer, die den Opel Astra im Feld entdeckt hatten, sowie zwei Polizeibeamte, die als erste am Unfallort auf der K 226 zwischen Hiddestorf und Pattensen eintrafen.

Das Unglück ereignete sich an einem Sonntagmorgen gegen 5.45 Uhr. Auf den Vordersitzen des Opel saßen der damals 21 Jahre alte Fahrer und ein 18-jähriger ehemaliger Schüler der KGS Hemmingen. Auf der Rückbank befanden sich der 19-jährige Niklas Feierabend, der gerade ein freiwilliges soziales Jahr an der KGS absolvierte, sowie ein Zwölftklässler und eine Elftklässlerin der Hemminger Gesamtschule.

Auf einem kerzengeraden Streckenabschnitt der Kreisstraße Richtung Hiddestorf verlor der Fahrer die Kontrolle über den Pkw und kam von der Landstraße ab. Der Opel prallte mit dem linken, hinteren Kotflügel gegen einen Baum und wurde auf einen Acker geschleudert. Von den drei Insassen auf der Rückbank überlebte niemand, Fahrer und Beifahrer wurden schwer verletzt.

In der Region Hannover löste der Verkehrsunfall große Betroffenheit aus. Am Tag des Unglücks versammelten sich gut hundert Menschen vor dem Hemminger Rathaus und gedachten der Opfer, am darauf folgenden Montag fand in der KGS mit ihren mehr als 1600 Schülern, Lehrern und Mitarbeitern eine Andacht statt. Vor der HDI-Arena trauerten Fans von Hannover 96, und der Verein ließ einige öffentliche Trainingseinheiten ausfallen.

Das Strafmaß für fahrlässige Tötung bewegt sich zwischen einer Geldstrafe bis hin zu fünf Jahren Haft. Wie Alexander E.s Anwalt Manfred Koch sagt, kann sich sein Mandant nicht an das Unfallgeschehen erinnern. Ob E. einem über die Straße laufenden Tier habe ausweichen wollen, sei reine Spekulation, auch der Beifahrer erinnere sich an nichts. Der 22-Jährige, so sein Anwalt, sei stark traumatisiert, arbeitsunfähig und in psychologischer Behandlung: „Er wird mit dem Geschehen überhaupt nicht fertig.“

Das Wichtigste aus Hannover und der Region lesen Sie auch heute wieder in unserem HAZ-Morgenticker. Heute: Das neue Bewegungszentrum des TKH wird feierlich eröffnet, der Neujahrsempfang an der Leibniz Universität und Weltklasse-Flamenco mit Tomatito y Grupo im Pavillon.

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