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Stadt Hannover Garbsen – Hannover: Per Rad schneller als per Auto?
Aus der Region Stadt Hannover Garbsen – Hannover: Per Rad schneller als per Auto?
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00:17 17.09.2018
So sehen die vier Trassenentwürfe aus. Die blaue Variante ist quasi ausgeschieden, die rote (Norden) und die orangene (Süden) haben viele Probleme. Wahrscheinlich läuft es auf die grüne Mittel-Variante hinaus. Quelle: Grafik: Amparo Lorenz/Fotos aus Göttingen: Region Hannover
Hannover/Seelze/Garbsen

Die Region stellt die Weichen für den ersten Radschnellweg zwischen Nachbarstädten. Von Garbsen nach Hannover soll er führen, höchstwahrscheinlich mit einer Teilstrecke über Seelzes Ortsteil Letter. Trainierte Radfahrer könnten auf der 13 Kilometer langen Trasse während der Hauptverkehrszeiten schneller sein als Autofahrer auf der zwölf Kilometer langen Strecke über B6 und Westschnellweg, die bei Stoßzeiten oft verstopft sind. Der Radschnellweg soll in möglichst weiten Teilen vier Meter Breite aufweisen, wird durchgängig asphaltiert, beleuchtet und fast ampelfrei. „Charmant ist, dass er sowohl den neuen Uni-Campus in Garbsen wie auch das Wasserstadt-Gelände attraktiv an die Innenstadt von Hannover anbindet“, sagt Regions-Wirtschaftsdezernent Ulf-Birger Franz: „Wir treiben das Thema deshalb mit Hochdruck voran.“

Radschnellwege werden vom Land gefördert, sie sollen zum Umstieg auf das Rad bei Alltagsfahrten motivieren und so bei der erhofften Verkehrswende helfen. In Göttingen gibt es bereits einen innerhalb der Stadt, in Osnabrück ist einer angefangen, der künftig in die Nachbarstadt Belm führen soll. In Hannover sind die Förderanträge für den Radschnellweg nach Lehrte genehmigt, allerdings wird zunächst nur auf hannoverschem Gebiet bis Anderten gebaut: Lehrte will nächstes Jahr in einem Verkehrsentwicklungskonzept prüfen, ob es doch noch mitmacht. Der Radschnellweg nach Garbsen aber könnte der erste sein, der wirklich zwei oder dann sogar drei Städte verbindet.

Die Trassenführung aber ist nicht einfach. „Die idyllischste Route würde quer durch die Masch zwischen Herrenhausen und Letter führen“, sagt Regions-Verkehrsplaner Klaus Geschwinder. Die aber ist oft wochenlang überschwemmt, außerdem spricht der Naturschutz gegen eine Beleuchtung auf der sogenannten Variante 1, die ursprünglich angedacht war. „Wir haben uns daher von dieser Route praktisch verabschiedet.“

Auch alle anderen Varianten haben Mängel. Die angestrebte Breite von vier Metern ist nicht überall zu verwirklichen – laut Landesvorschrift muss sie in mindestens der Hälfte der Strecke eingehalten werden, „wir versuchen aber, deutlich längere Strecken breit auszubauen“, sagt Geschwinder.

Die Nord-Variante über Leinhausen und Stöcken beschert große Probleme im Bereich des Bahnhofs Leinhausen und westlich davon. Unter anderem müsste sie westlich von Stöcken wohl aufgeständert am Leineufer geführt werden, weil der Fluss dort so nah an die B6 heranrückt, dass keine vier Meter Radwegbreite zu erreichen wären.

Die Süd-Variante macht Schwierigkeiten bei der Unterquerung von Bahntrassen, Radfahrer müssten bei Letter einen großen Bogen nehmen. Deshalb hat die Region eine Variante 4 entwickelt, die gewissermaßen eine Kombination aus Nord- und Südtrasse ist. Von Hannover aus bewegt sie sich zunächst auf der Nord-Variante, zweigt vor dem Bahnhof Leinhausen nach Westen ab, führt am ohnehin hochliegenden Bahndamm durch die Maschniederung und mündet bei Letter in die Route der Süd-Variante.

Die Region hat am Freitag die Kommunalpolitiker informiert, dass sie eine Machbarkeitsstudie bezahlt. In deren ersten Teil soll ein Gutachter bis Jahresende aus den vorliegenden Trassenvarianten eine Vorzugsvariante festlegen.Bis zum Frühjahr sollen dann alle Details der Vorzugsvariante errechnet und finanziell geprüft werden, um den Förderantrag beim Land stellen zu können. Sobald der bewilligt ist, kann jede Kommune auf ihrem Gebiet mit dem Bau beginnen. „Auch die Region ist beteiligt, da mindestens ein Teilbereich in Letter über eine Kreisstraße führt“, sagt Franz.

Wann der Bau durchgehend nutzbar ist, kann derzeit noch niemand sagen. „Alle drei Städte sind Feuer und Flamme und stehen voll hinter dem Projekt“, sagt Dezernent Franz. Er hofft daher, dass der Bau möglichst schnell fertig wird.

Von Conrad von Meding

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