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Stadt Hannover Ratspolitik will Dauergerüste nicht mehr hinnehmen
Aus der Region Stadt Hannover Ratspolitik will Dauergerüste nicht mehr hinnehmen
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00:15 27.07.2017
Baustelle am Bauamt: Das Gebäude neben dem Neuen Rathaus steckt im Sanierungsstau. Quelle: Rainer Surrey
Hannover

Ausgerechnet Hannovers Bauverwaltung, zuständig für zeitgemäße Stadtentwicklung, ist ein schwerer Sanierungsfall, und die Fassade des Gebäudes neben dem Rathaus ist seit nunmehr drei Jahren eingerüstet. Eigentlich sollte in diesem Jahr die Baugenehmigung für die Reparatur des Hauses vorliegen, sodass 2018 mit den Arbeiten begonnen werden kann. So steht es zumindest im Terminplan der Stadtverwaltung aus dem Jahr 2015. Doch so weit ist man im Rathaus noch lange nicht, und das ärgert inzwischen nicht nur die Ratspolitik.

„Am Ende müssen wir das Gerüst unter Denkmalschutz stellen“, sagt SPD-Baupolitiker Lars Kelich. Es gehe nicht an, dass ein repräsentatives Gebäude neben dem Rathaus seit Jahren wie eine Baustelle aussieht. „Dort gehen schließlich renommierte Architekten ein und aus“, sagt Kelich.

Auch seine Kollegin von den Grünen, Elisabeth Clausen-Muradian, findet es beklagenswert, dass ausgerechnet die Bauverwaltung in einem jahrelangen Sanierungsstau steckt. „Es ist wünschenswert, dass wir die Reparatur jetzt in Angriff nehmen“, sagt Clausen-Muradian.

Die CDU spart ebenfalls nicht mit Kritik. „Das Dauergerüst ist ein Schandfleck“, sagt CDU-Baupolitiker Felix Blaschzyk. Er wirft der Stadtverwaltung vor, das Gebäude systematisch verfallen zu lassen. „Der Zustand ist auch den Mitarbeitern des Bauamts nicht mehr zuzumuten“, sagt Blaschzyk.

Dezernenten im Clinch

Tatsächlich will der oberste Mitarbeiter der Behörde, Baudezernent Uwe Bodemann, den vergitterten Blick aus seinem Dienstzimmer nicht mehr länger hinnehmen. Nach Informationen der HAZ hat er im Rathaus angekündigt, die Sanierung selbst in die Hand zu nehmen, falls das Gebäudemanagment dies nicht schafft. „Unsere Unterstützung hat der Baudezernent“, heißt es aus der SPD.

Damit offenbart sich zugleich ein Konflikt zwischen zwei Dezernaten, der Bauverwaltung, geleitet von Bodemann, und dem Wirtschafts- und Umweltdezernat unter der Führung von Sabine Tegtmeyer-Dette (Grüne). „Zwischen beiden knirscht es ab und zu gewaltig“, heißt es aus den Reihen der Grünen.

Es ist kein Geheimnis, dass das Gebäudemanagement am Rande seiner Kapazitäten arbeitet. Die Modernisierung von Schulgebäuden geht nicht so schnell voran, wie es sich Bildungsdezernentin Rita Maria Rzyski wünscht. Tegtmeyer-Dette räumte vor einigen Monaten ein, dass die Zahl der benötigten Stellen „im mittleren zweistelligen Bereich“ liege. Nach Informationen der HAZ hat erst kürzlich eine leitende Mitarbeiterin des Gebäudemanagements ihren Posten geräumt und ist in einen anderen Verwaltungsbereich versetzt worden.

Die Sanierung der Bauverwaltung ist keine leichte Aufgabe. Gutachter haben etliche Schäden an der Fassade festgestellt. Viele Stellen seien mit Haarrissen durchzogen und wiesen Abplatzungen auf. Im Bereich der Fenster gebe es eine „deutliche Schädigung durch Umwelteinflüsse“, heißt es in einem Verwaltungspapier. „Insgesamt ist durch den Zustand der Natursteinfassaden die Verkehrssicherheit nicht mehr gegeben.“

Kosten: 15 oder 45 Millionen Euro     

Die Kosten für die Reparatur sind bisher nur grob geschätzt worden. Die teuerste Lösung, eine Komplettsanierung des gesamten Hauses, schlägt mit 35 bis 45 Millionen Euro zu Buche. Aber auch für die Basisvariante wird mit 15 bis 20 Millionen Euro kalkuliert. Allein der Aufbau des Gerüsts und die ersten, notdürftigen Reparaturen am denkmalgeschützten Haus beliefen sich auf 700 000 Euro.

Welche Variante zum Zuge kommt, ist unklar. Offiziell teilt die Stadtverwaltung mit, dass die Sanierung des Bauamts aus dem neuen Investitionsprogramm bezahlt werde. Dazu lege man im September Pläne vor.     

Mit einer eigens eingerichteten Ermittlungsgruppe geht die Polizei seit Jahresbeginn gegen die stark gestiegene Zahl an Autodiebstählen vor – offenbar mit deutlichem Erfolg: Im ersten Halbjahr hat sich die Zahl nach HAZ-Informationen fast halbiert. Dafür steigt die Zahl der Autoaufbrüche. 

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