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Stadt Hannover Warum viele Bäume von weißen Netzen eingehüllt sind
Aus der Region Stadt Hannover Warum viele Bäume von weißen Netzen eingehüllt sind
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00:22 19.05.2018
Entlang der  ehemaligen Militärkaserne in der General-Wever-Straße haben Raupen der Gespinstmotte mehrere Lindenbäume kahl gefressen. Quelle: Rainer-Droese
Hannover

 Am Straßenrand, im Wald und sogar in Gärten lässt sich in diesen Tagen ein gespenstisch anmutendes Naturphänomen beobachten. Bäume und ganze Sträucher sind von dichten weißen Netzen eingehüllt. Doch welches Tier verbirgt sich hinter der täuschend echten Halloween-Deko?

„Es sind die Raupen der Gespinstmotte, kleine Nachtfalter, die im Mitteleuropa heimisch sind“, erklärt Botaniker und Schmetterlingsexperte Boris Schlumpberger beim Analysieren der Bilder, die uns auch einige HAZ-Leser zugeschickt haben. Die Raupen leben gemeinschaftlich in einem Gespinst, das sie vor Feinden weitgehend schützt. Und sie sind nimmersatt, erzählt der Experte: „Die Raupen können ganze Bäume einspinnen und kahl fressen.“ Doch Schlumpberger gibt Entwarnung. Die Bäume seien danach nicht tot und würden in der Regel wieder austreiben. 

Die Raupen sind aus Eiern geschlüpft, die im Vorjahr an der Wirtspflanze gelegt wurden. Jeden Mai weben sie sich ein Schutznetz um ihr Zuhause herum. Die Vermehrungsrate der Gespinstmotte variiert von Jahr zu Jahr, so der Experte. Dass wir sie jetzt häufiger antreffen, habe mit dem Wetter zu tun. „Die Raupen profitieren in diesem Jahr von der langen Phase mit warmem, trockenem Wetter“, sagt Schlumpberger. Es gebe außerdem die Einschätzung, dass das starke Auftreten durch den Klimawandel häufiger stattfindet, warnt der Experte. 

Raupen sind harmlos

Wer die Raupen im Garten entdeckt, sollte sie nicht bekämpfen, rät Schlumpberger. Alledings müsse man es ertragen, einige Zeit lang einen kahlen Baum oder Strauch zu haben. „Bei Nutzpflanzen ist der massenhafte Befall natürlich nachteilig, ansonsten ist es eher ein ästhetisches Problem“, so der Experte. Die Raupen an sich seien völlig harmlos und ernährten sich sehr spezifisch. Es sei also nicht zu erwarten, dass sie auf andere Pflanzen übersiedeln. 

Will man sie dennoch loswerden, gibt es einiges zu beachten: „Gift sollte man nicht einsetzen, da es auch die natürlichen Feinde der Raupen sowie andere Tiere schädigt. Außerdem perlt der größte Teil des Pflanzenschutzmittels von dem Gespinst ab“, sagt Schlumpberger. Die einfachste Möglichkeit sei das Absammeln der Raupen. Kleinere Befallsherde könne man frühzeitig ausschneiden, um die Ausbreitung zu stoppen. „Man kann sie dann auch Vögeln als Futter anbieten, die ansonsten meist von dem Gespinst abgehalten werden“, sagt der Botaniker. Die Gespinste samt Raupen könnten auch gut mit einem Wasserstrahl entfernt werden. Doch meist nur bis zum nächsten Frühling. 

Von bra

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